3: Tipps für die typischen OG-Orga-Aufgaben

Nach Widerständen entscheiden, nicht Konsens

Das Konsentprinzip bedeutet: Man einigt sich, dass das Prinzip von “kein schwerwiegender und begründeter Einwand?” die Entscheidungsfindung der Gruppe bestimmt. Wir sind eine Bewegung aus Freiwilligen, und wenn wir es durch den Zwang voller Einigkeit (Konsens) bremsen, Initiative zu ergreifen, werden wir Menschen verlieren und Ziele nicht erreichen.

  • ‘Schwerwiegend’ bezieht sich auf den Toleranzbereich, das heißt die Begrenzungen jedes einzelnen Teilnehmenden und der Umgebung. Man muss nicht einer Meinung sein welche die beste Lösung ist – eine Lösung innerhalb des Toleranzbereichs reicht aus.
  • ‘Begründet’ bedeutet, dass Konsent kein Vetorecht ist. Konsent bedeutet das Recht und die Verantwortung, den Einwand zu begründen. Einwände werden nach ihren Gründen beurteilt, und wie sie den Zielen der Gruppe dienen.
  • Beschlüsse können auch auf andere Weise als per Konsent getroffen werden, aber nur, wenn darüber mit Konsent entschieden wurde. Demokratisch beschlossen, anders zu entscheiden, geht also.

Kleine Gruppengrößen und das Ausschussprinzip

Immer wieder überlegen: Wie lässt sich ein großes Projekt in kleinere Sub-Projekte aufteilen? Der Schlüssel zu starken, großen Schwärmen: viele kleine Gruppen, die nach dem Ausschuss-Prinzip Teilbereiche bearbeiten und zurücktragen in größere Austausch-Gruppen. So vermeidet man Chaos bei Riesenkommittee-Arbeit.

 

Warum kleine Gruppen? 

  • Mit der Gruppengröße steigt der Koordinationsaufwand enorm: Zwei Menschen haben nur eine Beziehung, aber bei 5 Personen sind es 10 Beziehungen, bei 7 schon 21.
  • Es braucht Vertrauen, Wissen über die Skills aller Teammitglieder und schnellen Überblick. Alles geht leichter in kleinen Gruppen – so geschieht mehr von der Arbeit, die die Welt verändert. 
  • Deshalb → größere Gruppen in Sub-Gruppen aufteilen

Konzept: Die 3 magischen Gruppengrößen

  • 7 → Arbeitsgruppen im täglichen Kontakt; wenn’s über 7 werden, Gruppe aufteilen

  • 30 → in einem Projekt, z.B. Bündnisarbeit oder AG-übergreifend (“Wenn mehrere Gruppen zusammenarbeiten, versuche, die Größe bei oder unter dreißig zu halten.”)

  • 150 → maximale Tribe-Größe (“In einem gegebenen Kontext sind wir Menschen fähig, diese Zahl von Menschen namentlich zu kennen und zumindest sehr lose Bindungen mit ihnen zu haben.”)

WICHTIG: Je größer die Gruppe, desto mehr Beziehungen müssen aufrecht erhalten werden, mehr Absprachen müssen getroffen werden. Das Mithalten (v.a. inhaltlich) wird schwerer, je mehr Menschen zusammenarbeiten.

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