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Lokale Unternehmen & Einzelhandel für 1,5-Grad-Klimapolitik gewinnen

Warum? 💪 Unübliche Unterstützer*innen

Kleine und mittelständische Unternehmen in eurem Ort sind eine zentrale Säule der Unterstützung und Machtbasis vor allem der CDU/CSU. Wenn ihr einige Unternehmer*innen auf eure Seite zieht und sie sich öffentlich hinter eure Forderungen zu gerechter 1,5-Grad-Klimapolitik 🌍 stellen, entzieht ihr den Wirtschaftsverbänden und der CDU/CSU die Unterstützung für deren verantwortungslose Klimapolitik.

Eure Unterstützer*innen zeigen, dass 1,5-Grad-Klimapolitik für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft vor Ort entscheidend ist und widerlegen das Argument, dass ambitionierter Klimaschutz den Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze gefährdet.

Am effektivsten ist es, wenn ihr Unternehmen überzeugt, die eher unübliche Unterstützer*innen, weil sie nicht aus typischen Klimabranchen kommen, aber vor Ort für einige Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen sorgen. Wenn mehrere solcher Unternehmen eure Forderungen öffentlich unterstützen, könnt ihr den politischen Druck vervielfachen. 📣

Wen? 🎯 Zielgruppe

Besonders geeignet sind lokale kleine und mittelständische Unternehmen, die vor Ort einige Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen schaffen und im lokalen gesellschaftlichen und politischen Leben präsent sind. 👩‍🔧👨‍💼 Sie sollten in Branchen tätig sein, die keine typischen Klima- oder Ökobranchen (wie erneuerbare Energien, Bio-Lebensmittel, Umweltschutztechnologie, o. Ä.) sind, weil sie sonst keine unüblichen Unterstützer*innen sind und ihre Unterstützung der Forderungen den politischen Druck wenig erhöht.

Viele mittelständische Unternehmen gehören Branchen- oder Wirtschaftsverbänden auf Landes- oder Bundesebene an, die häufig als Gegner*innen der Klimapolitik auftreten, weil sie von den Interessen großer Unternehmen dominiert werden. Indem wir die kleinen und mittelständischen Unternehmen auf unsere Seite ziehen, entziehen wir auch diesen Verbänden und den Großunternehmen einen Teil ihrer „Kleine Leute“-Basis, die bisher ihre klimapolitische Positionen legitimiert hat. 💪

Wer? 🌉 Brücken bauen

Die besten Chancen auf Unterstützung habt ihr, wenn diejenigen, die die Unternehmen ansprechen bereits irgendeinen Bezug zum Unternehmen haben, eurer OG also eine Brücke bauen können. Brückenbauer*innen für die Ansprache von Unternehmer sind zum Beispiel Menschen, die selbst Unternehmer*innen sind, Menschen, die in dem Unternehmen arbeiten, Menschen mit familiären Kontakten zu dem Unternehmen, Menschen, die BWL studieren und daher die unternehmerische Perspektive kennen und verstehen.  📊

Wie? 💬 Überzeugende Argumente

Wählt Argumente, die aus unternehmerischer Sicht Bedeutung haben, um Unternehmer*innen von euren Forderungen zu überzeugen. Verwendet diese Argumente, um ein Anschreiben an Unternehmen zu formulieren. 📧 Hier einige Beispiele:

Die Klimaveränderungen gefährden schon heute und zukünftig noch stärker die Grundlagen des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland. Hitzeperioden reduzieren die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen (in fast allen Branchen) oder machen die Arbeit teilweise unmöglich (z. B. im Baugewerbe). Extremwetterereignisse, wie Starkregen, Stürme, Überschwemmungen, die in Zukunft häufiger und intensiver werden, sind ein kaum vorhersehbares Risiko, schränken den Wirtschaftsverkehr stark ein und können im Extremfall, wie beim Hochwasser 2021 im Westen und Süden Deutschlands, die gesamte Infrastruktur von Unternehmen zerstören.[1] Eine 1,5-Grad-Klimapolitik ist entscheidend, um deutlich schlimmere Auswirkungen des Klimawandels auf Unternehmen zu vermeiden. Klimaschutz trägt zu Sicherheit und Stabilität bei, die für Unternehmen unverzichtbar ist.

Die deutsche Wirtschaft gewinnt internationale Wettbewerbsvorteile, wenn Deutschland schon vor 2045 klimaneutral wird und dadurch früher klimaneutrale Produkte und Technologien anbieten kann, die bereits im deutschen Markt erprobt wurden und dann global nachgefragt werden. Ein Beispiel dafür sind erneuerbare Energien-Technologien und andere Umweltschutztechnologien, die Deutschland exportiert. Außerdem legen Kund*innen und Investor*innen mehr wert auf eine klimafreundliche Produktion. Wenn Deutschland die Energiewende stärker vorantreibt, ermöglicht sie Unternehmen früher, klimaneutrale Produkte anzubieten. Um in Gewerbe- und Industriebetrieben auf klimaneutrale Produktion umzustellen, wird häufig grüner Wasserstoff gebraucht. Dafür braucht es einen massiven Ausbau erneuerbarer Energie.

Deutschland sollte so schnell wie möglich, die klimapolitischen Rahmenbedingungen für 1,5-Grad-Klimaschutz, z. B. einen klarer, steilerer CO2-Preis-Anstiegspfad[2] und feste, deutliche ambitioniertere Ausbauziele für erneuerbare Energie[3], festlegen, denn wenn immer wieder kurzfristig die Ziele verschärft werden, gefährdet das die Investitionssicherheit für Unternehmen und verhindert im Zweifelsfall wichtige Investitionen.

Der Einzelhandel profitiert von weniger Autoverkehr und autofreien Innenstädten, wenn dadurch Einkaufsstraßen attraktiver werden und mehr Menschen anziehen. Einkaufsstraßen mit besserer Infrastruktur für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen erzielen höhere Umsätze.[4] Es gibt neue Möglichkeiten, Kund*innen ihre Einkäufe per Fahrradkurier zum Park&Ride oder nach Hause zu liefern. Restaurants, Cafés und Bars bekommen mehr Platz für die Außenbewirtschaftung und können dadurch gerade in der Corona-Pandemie mehr Gäste empfangen.

🎉 Erfolgsgeschichte

Im Bündnis Entrepreneurs for Future haben sich etwa 5.000 Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam konsequenten Klimaschutz zu fordern. Zu den Unterstützer*innen gehören mittelständische Unternehmen aus Branchen, die eigentlich wenig mit Klimaschutz am Hut haben und deswegen gegenüber der Politik besonders überzeugende Unterstützer*innen sind, wie Remondis, Veolia, Elobau, Fella Maschinenbau und Werkzeug Weber.

Beispiel für ein Anschreiben 📬

✏️ Anschreiben unbedingt anpassen und Korrektur lesen, bevor ihr es abschickt! 📮

Liebe …,

mein Name ist …. Ich engagiere mich bei der Ortsgruppe der Klimabewegung Fridays for Future in … Uns allen haben die dramatischen Folgen des Starkregens und der Überschwemmungen in Teilen Deutschlands deutlich gemacht, dass Extremwetterereignisse auch in Deutschland unsere Sicherheit und unsere Lebensgrundlage bedrohen. Klimawissenschafter/innen warnen uns, dass vergleichbare Wetterextreme aufgrund des Klimawandels in Zukunft häufiger und noch stärker auftreten werden. Die Klimaveränderungen gefährden schon heute und zukünftig noch stärker die Grundlagen des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland. Hitzeperioden reduzieren die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter/innen. Extremwetterereignisse, wie Starkregen, Stürme und Überschwemmungen, sind kaum kalkulierbare Risiken, schränken den Wirtschaftsverkehr stark ein und können im Extremfall, wie beim Hochwasser in diesem Sommer, die Infrastruktur zerstören.

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet seit Langem eine ambitioniertere und entschiedenere Klimapolitik. Doch die verantwortlichen Politiker/innen haben bisher vor allem weit entfernte Ziele verschärft, ohne aber die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen zu senken. Dadurch vernachlässigen sie ihre Verantwortung, die natürlichen Grundlagen unserer Wirtschaft und Gesellschaft zu schützen. In ihren Wahlprogrammen bekennen sich alle demokratischen Parteien zur Einhaltung des Ziels des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch mit den aktuellen Beschlüssen der Bundesregierung und den von den Parteien vorgeschlagenen Maßnahmen wird Deutschland dieses Ziel weit verfehlen, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung errechnet hat.

Um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels bei uns zu vermeiden, müssen wir die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen und dürfen global nur noch eine begrenzte Menge von Treibhausgasen ausstoßen. Daran müssen wir uns halten, um für unsere Kinder und Enkelkinder, aber auch für uns selbst die natürlichen Grundlagen, Sicherheit und Stabilität für ein gutes Leben und wirtschaftlichen Erfolg zu erhalten.

Wir haben jetzt die Chance, dafür zu sorgen, dass die nächste Bundesregierung eine Klimapolitik im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel umsetzt. Dazu müssen wir gemeinsam deutlich machen, dass die große Mehrheit unserer Gesellschaft hinter der Forderung nach einer wirksamen 1,5-Grad-Klimapolitik steht und von der nächsten Regierungskoalition erwartet, diese konsequent umzusetzen.

Deswegen gehen wir als Fridays for Future gemeinsam mit vielen engagierten Bürger/innen am 24. September zum globalen Klimastreik unter dem Motto #AlleFürsKlima auf die Straße und machen die Bundestagswahl zur Klimawahl.

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützen unser Anliegen bereits: Im Bündnis Entrepreneurs for Future haben sich etwa 5.000 Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam konsequenten Klimaschutz zu fordern. Ich wende mich mit der Bitte an Sie, sich dem Klimastreik am 24. September anzuschließen und unsere Einladung an Ihre Kolleginnen und Kollegen weiterzuleiten. Die Unterstützung durch die Unternehmerinnen und Unternehmer in … würde ein starkes Signal an die Politik senden und eine neue Dynamik in die Diskussionen um den Klimaschutz bringen.

Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören und Sie beim Klimastreik am 24. September zu sehen.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit freundlichen Grüßen

 

  1. Umfrage der IHK Berlin unter 230 mittelständischen Unternehmen in Berlin 2020
  2. Edenhofer et al., 2019.
  3. Schlandt, 2021, Tagesspiegel.
  4. Zusammenstellung wissenschaftlicher Studien in Pedestrian Pound 2018


Kirchengemeinden & ihre Mitglieder für 1,5-Grad-Klimapolitik gewinnen

Hier geht es vor allem um ⛪️ Kirchengemeinden, aber viele dieser Tipps gelten auch für andere Religionsgemeinschaften, wie 🕍 jüdische und 🕌 islamische Gemeinden. Allerdings kennen wir die Strukturen nicht so gut und können euch nicht so gut beraten. Wenn ihr Erfahrungen und Tipps habt, gebt sie gerne an uns weiter. Wir nehmen sie gerne mit auf. 💬

Warum? 💪 Unübliche Unterstützer*innen

⛪️ Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sind für viele Menschen Orte der Gemeinschaft, der Spiritualität, der gemeinsamen Werte und Identifikation. 🤝 Über die Hälfte der Bevölkerung sind Kirchenmitglieder[1]., Kirchen betreiben wichtige soziale Einrichtungen und sind einflussreiche politische Akteure.

👉 Wenn ihr einige Kirchengemeinden und einen Teil ihrer Mitglieder überzeugt, auf Grundlage ihrer christlichen Werte die 1,5-Grad-Klimapolitik zu unterstützen und die Klimapolitik der CDU/CSU als unverantwortlich abzulehnen, könnt ihr der CDU/CSU eine wichtige Wählerbasis[2] und Säule der Unterstützung entziehen und den politischen Druck auf sie deutlich erhöhen. 💪

Wen? 🎯 Zielgruppe

‼️ Gewinnt die Kirchenvorstände (evangelisch) und Pfarrgemeinderäte (katholisch) der Kirchengemeinden in eurem Ort als Unterstützer*innen für eure Forderungen! Sie sind wichtige Entscheidungsorgane der Kirchengemeinden, die die gesamte Gemeinde vertreten. Sie beschäftigen sich auch mit politischen Themen und können Positionen dazu beschließen und veröffentlichen. 📣 Wenn sie sich euren Forderungen nach 1,5-Grad-Klimapolitik anschließen und dies den Lokalpolitiker*innen und Bundestagskandidat*innen öffentlich mitteilen (z. B. in einem offenen Brief 📬), sendet das ein starkes Signal an die Politik! In den ersten Wochen nach den Sommerferien sind die nächsten Sitzungen der Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte. Kontaktiert die Mitglieder der Gremien also vor Ende der Sommerferien. ☀️

Häufig sind die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen, z. B. Pastor*innen, offen für das Thema Klimaschutz. In katholischen Gemeinden häufig besonders die Pastoralassistent*innen. Sie können euch bei der Ansprache der Gemeindegremien beraten und unterstützen.

🔍 Um die Personen und Gremien zu finden, die ihr ansprechen könnt, schaut direkt auf der Website eurer Kirchengemeinde nach. Dort findet ihr meist unter “Gemeinde”, “Über uns”, “Gremien”, “Kontakt” oder “Ansprechpartner”, die Mitglieder der Gremien und Kontaktmöglichkeiten. Ihr könnt euer Anschreiben auch direkt als Brief beim Pfarrhaus einwerfen oder als E-Mail an die Adresse der Gemeinde schicken. 📬 Je persönlicher die Ansprache, desto besser.

Viele aktive Kirchenmitglieder und Besucher*innen von Gottesdiensten sind mit der aktuellen Klimapolitik unzufrieden und kritisieren, dass ihren (Enkel-)Kindern keine intakte Lebensgrundlage hinterlassen wird. 🤔 Aber meist äußern sie ihre Meinung nicht öffentlich und ziehen keine Konsequenzen für ihr Wahlverhalten. Ihr könnt sie erreichen und aktivieren, wenn ihr den Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten anbietet, zu Gesprächen zur Klimapolitik in Gesprächskreise der Gemeinde zu kommen. 💬

Wer? 🌉 Brücken bauen

Die besten Chancen auf Unterstützung habt ihr, wenn Aktive eurer OG die Kirchengemeinden anschreiben, in denen sie selbst oder ihre Eltern Mitglieder sind. Wenn ein Anliegen aus der Gemeinde heraus formuliert ist, ist es deutlich überzeugender, als wenn es von außen kommt. Habt ihr keine Aktiven in allen Kirchengemeinden? Dann habt ihr sicher Freund*innen in diesen Gemeinden, denen Klimaschutz auch wichtig ist und die einen Brief an ihre Gemeinde schreiben können. 🙌

Bei der Ansprache der Gemeinden können euch auch die lokale Evangelische Jugend oder Katholische Jugend helfen.

Wie? 💬 Überzeugende Argumente

Verwendet in Anschreiben und Gesprächen solche Argumente, die auf den Werten der Kirchen und ihrer Mitglieder basieren, um sie von euren Forderungen zu überzeugen. 📧

  • Extremwetter, wie Starkregen und Überschwemmungen, in Folge des Klimawandels bedroht unsere Sicherheit, unser Zuhause und unsere Existenzgrundlage. Es raubt Menschen nah und fern ihre Lebensgrundlage, schürt gewaltsame Konflikte und zwingt Menschen, ihre Heimat zu verlassen.
  • Die Politiker*innen müssen Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und der Lebensgrundlagen für Kinder und Enkelkinder/die nachfolgende Generationen übernehmen. Die Erde ist uns anvertraut, aber sie gehört uns nicht. Wir müssen sie schützen und bewahren.
  • In Solidarität mit unseren Mitmenschen, die von klimawandelbedingten Naturkatastrophen betroffen sind, in einigen Regionen Deutschlands genauso wie in Ländern des Globalen Südens, müssen wir das Klima schützen und eine stabile Lebensgrundlage für unsere und zukünftige Generationen sichern.

Beispiel für ein Anschreiben 📝

✏️ Anschreiben unbedingt anpassen und Korrektur lesen, bevor ihr es abschickt! 📮

Liebe/Sehr geehrte Mitglieder des Kirchenvorstands/Pfarrgemeinderates,

mein Name ist … Ich bin Mitglied in der Kirchengemeinde …. Ich freue mich sehr, dass sich unsere Gemeinde für den Klima- und Umweltschutz einsetzt und …

Ich engagiere mich bei der Ortsgruppe der Klimabewegung Fridays for Future in … Uns allen haben die dramatischen Folgen des Starkregens und der Überschwemmungen in Teilen unseres Landes deutlich gemacht, dass Extremwetterereignisse auch in Deutschland unsere Sicherheit und unsere Lebensgrundlage bedrohen. Klimawissenschafter*innen warnen, dass diese Wetterextreme durch den Klimawandel in Zukunft noch häufiger und stärker auftreten werden.

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet seit Langem eine stärkere Klimapolitik. Doch die verantwortlichen Politiker*innen vor Ort und auf Bundesebene haben bisher vor allem weit entfernte Ziele verschärft, ohne aber die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen wirksam zu senken. Dadurch vernachlässigen sie ihre Verantwortung, die Schöpfung, unsere Lebensgrundlage, zu bewahren. Mit den aktuellen Beschlüssen der Bundesregierung wird Deutschland sein Ziel, einen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu leisten, weit verfehlen.

Doch um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels bei uns und im Globalen Süden zu vermeiden, müssen wir die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen und dürfen global nur noch eine bestimmte Menge Emissionen ausstoßen. Werden diese Emissionen fair pro Kopf verteilt, bleiben Deutschland ab 2020 insgesamt noch höchstens 4,2 Gigatonnen CO2, wie der Sachverständigenrat für Umweltfragen ausgerechnet hat. An dieses Budget müssen wir uns halten, um für unsere Mitmenschen im Globalen Süden, unsere Kinder und Enkelkinder, aber auch für uns selbst die natürlichen Grundlagen unseres Lebens zu bewahren.

Wir haben jetzt die Chance, dafür zu sorgen, dass die nächste Bundesregierung eine Klimapolitik im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel umsetzt, wenn wir gemeinsam deutlich machen, dass die große Mehrheit unserer Gesellschaft dahinter steht.

Wir als Fridays for Future fordern von der Bundesregierung, ein 1,5-Grad-konformes CO2-Budget einzuhalten und bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Dafür müssen wir bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen und die erneuerbaren Energien schneller ausbauen, um bis 2035 eine 100%-ig erneuerbare Energieversorgung zu ermöglichen.

Auf lokaler Ebene möchten wir erreichen, dass…

In seiner Enzyklika Laudato si‘ über die Sorge für das gemeinsame Haus fordert Papst Franziskus uns zur “ökologische[n] Umkehr” auf. Er formuliert den dringenden Auftrag an die Politik, “politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid […] drastisch zu reduzieren“.[3]

oder

Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, unterstützt Fridays for Future und fordert, “dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft endlich die notwendigen Maßnahmen ergreifen, dass der Klimawandel auf ein verantwortbares Maß begrenzt bleibt, so wie es im Pariser Abkommen vereinbart worden ist”.[4]

Deswegen wende ich mich mit der Bitte an Sie, sich als Kirchenvorstand/Pfarrgemeinderat unserem Anliegen einer 1,5-Grad-Klimapolitik, die die Schöpfung und unsere Lebensgrundlagen schützt und bewahrt anzuschließen und Ihre Position zum Beispiel in einem offenen Brief an … und die lokalen Kandidat/innen zur Bundestagswahl zu veröffentlichen. Die Unterstützung durch unsere Kirchengemeinde würde ein starkes Signal an die Politik senden und eine neue Dynamik in die Diskussionen um den Klimaschutz bringen.

Viele Kirchengemeinden in Deutschland stehen bereits hinter der Forderung nach einer 1,5-Grad-Klimapolitik in Deutschland und haben sich dem Bündnis “Churches for Future” angeschlossen. Auch unsere Gemeinde kann Teil dieses starken Netzwerkes, das sich der Bewahrung der Schöpfung verschrieben hat, werden.

Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören. Wenn Sie mögen, können wir uns gerne bei einem persönlichen Treffen, in einer Ihrer Sitzungen oder bei einem Treffen des …. in unserer Gemeinde über unser Anliegen austauschen.

Über die Unterstützung unserer Kirchengemeinde würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße/Mit freundlichen Grüßen

Grußformel je nach Bekanntheitsgrad; wenn möglich, zumindest Vorsitzende/n mit Namen anschreiben

Ggf. persönlichen Bezug zur Gemeinde nennen

Falls möglich auf bisheriges Engagement der Kirche hinweisen

Hier den Ort einfügen, ggf. auf konkrete Erfahrungen mit den Auswirkungen der Klimakrise vor Ort verweisen.

Ggf. mit aktuellen Forderungen updaten

Wenn vorhanden, hier die wichtigsten lokalen Forderungen ergänzen.

Je nach Konfession entweder Zitat von Papst Franziskus oder EKD-Vorsitzendem Bedford-Strom wählen

hier ggf. Stadtrat, Oberbürgermeister*in, etc. einfügen

hier Gesprächskreis, Bibelkreis oder andere Gesprächsformate der Gemeinde einfügen.

Grußformel je nach Bekanntheitsgrad

Name

🎉 Erfolgsgeschichte

  1. Zoch, 2021, Sueddeutsche.
  2. MDG Milieuhandbuch 2013 über kirchliche Milieus; Milieuanalyse der Bertelsmannstiftung zur BTW 2017; Hempelmann & Flaig, 2019, Aufbruch in die Lebenswelten
  3. Papst Franziskus. Enzyklika Laudato si‘ über die Sorge für das gemeinsame Haus, 27, 216.
  4. EKD (2020). EKD-Ratsvorsitzender ruft zum Klimaprotest auf.

Sportvereine für 1,5-Grad-Klimapolitik gewinnen

Warum? 💪 Unübliche Unterstützer*innen

Sportvereine sind wichtige soziale Gemeinschaften, in denen viele verschiedene Menschen unterschiedlicher sozialer Hintergründe und politischer Einstellungen zusammenkommen. 🤝 Vom kleinen Dorf bis zum Stadtteil in der Großstadt, eigentlich gibt es überall einen Sportverein. Auch viele Politiker*innen sind Mitglieder in ihrem lokalen Sportverein und pflegen den Kontakt. ⚽️ Sportverein des Profisports, z. B. Profi-Fußballvereine, können eine große Fangemeinschaft, die über ihre Gemeinde hinausgeht, erreichen. 🚩

💪 Wenn ihr einen großen Sportverein dafür gewinnt, sich eurem Anliegen einer 1,5-Grad-Klimapolitik anzuschließen, zeigt das der Politik, dass Klimapolitik tatsächlich in der ganzen Gesellschaft angekommen ist und allen ein wichtiges Anliegen ist. 📣 Besonders deutlich ist der Einfluss auf diejenigen Politiker*innen, die sich selbst mit dem jeweiligen Verein verbunden fühlen.

Wen? 🎯 Zielgruppe

Gibt es in eurem Ort lokale Sportvereine, die im ganzen Ort besonders bekannt und beliebt sind? 📣 Gibt es Sportvereine, die sich besonders gesellschaftspolitisch oder im Klimaschutz engagieren? 🤝 Mit welchen Sportvereinen fühlen sich die einflussreichsten Politiker*innen (Oberbürgermeister*in, Fraktionsvorsitzende der Ratsmehrheit, Bundestagskandidat*innen) besonders verbunden? Kontaktiert diese Sportvereine zuerst.

Die Entscheidung darüber, ob der Sportverein zur Klimapolitik öffentlich Position bezieht, trifft der Vorstand. Die Kontaktdaten der Vorstandsmitglieder findet ihr häufig direkt auf der Website des Vereins. 📧

Wer? 🌉 Brücken bauen

Am überzeugendsten ist eure Anfrage an den Sportverein, wenn sie von einem aktiven Mitglied des Sportvereins kommt. Diejenigen aus eurer OG, die selbst Mitglied in dem Sportverein sind, sollten die Anfrage persönlich verschicken. 📬

Wie? 💬 Bausteine für Anschreiben

Verwendet in Anschreiben und Gesprächen solche Argumente, die aus Sicht der Sportvereine relevant sind und an ihre Werte anknüpfen. 📧

  • In den letzten Wochen haben Starkregen und Hochwasser viele Sportplätze, Stadien und Schwimmbäder im ganzen Land mit Wasser und Schlamm geflutet und stark beschädigt. Allein in NRW hat die Flutkatastrophe die Sportanlagen von über 20 Vereinen komplett zerstört. Viele Sportvereine stehen am Rande ihrer Existenz.[1]
  • Durch die großartige Gemeinschaft und Solidarität ihrer Mitglieder und anderer Sportvereine können die betroffene Vereine beginnen, ihre Sportanlagen wieder aufzubauen und währenddessen bei anderen Vereinen trainieren. Aber an einen normalen Sportbetrieb auf dem eigenen Platz ist in den nächsten Monaten oder sogar Jahren nicht zu denken.
  • Starkregen und Überschwemmungen werden durch den Klimawandel immer häufiger und heftiger. Sie können jeden Ort und jeden Sportverein treffen und in seiner Existenz bedrohen. Um das zu verhindern, brauchen wir nicht nur Klimaanpassung, sondern vor allem auch eine Klimapolitik, die wirksam und schnell Emissionen einspart, sodass wir global das 1,5-Grad-Ziel einhalten können. Denn wenn wir es schaffen, die globale Erwärmung auf 1,5-Grad zu begrenzen, haben wir die Chance, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels auf unser Leben zu verhindern. Deswegen engagiere ich mich in der Ortsgruppe von Fridays for Future.
  • Wir als starke Gemeinschaft des Sportvereins sollten uns dafür einsetzen, dass die Politik mehr für den Klimaschutz tut. Unser Verein … sollte das starke Signal senden, dass eine 1,5-Grad-Klimapolitik wichtig ist, um Sportvereine in Zukunft vor den verheerenden Auswirkungen von Extremwetterereignissen zu schützen. Deswegen möchte ich Ihnen vorschlagen, dass Sie als Vorstand unserer Vereins einen offenen Brief an die lokalen Bundestagskandidat*innen schreiben und sie auffordern, eine 1,5-Grad-Klimapolitik umzusetzen.
  • Im Bündnis Sports For Future haben sich viele große und kleine Vereine, Verbände, Sportlerinnen und Sportler zusammengeschlossen, um gemeinsam mehr Klimaschutz zu fordern und die Forderungen von Fridays for Future zu unterstützen. Zu den Initiatoren gehören Fabian Hambüchen, Anni Friesinger-Postma und Lutz Pfannenstiel, der SV Werder Bremen und der VFL Osnabrück. Diesem Bündnis sollte sich unser Verein anschließen.

🎉 Erfolgsgeschichte

Im Bündnis Sports For Future haben sich viele große und kleine Vereine, Verbände, Sportlerinnen und Sportler zusammengeschlossen, um gemeinsam konsequenten Klimaschutz zu fordern. Zu den Initiator/innen gehören Fabian Hambüchen, Anni Friesinger-Postma, Jacqueline Otchere, Holger Nikelis und Lutz Pfannenstiel, der SV Werder Bremen, der VFL Osnabrück und die Deutsche Sportjugend.

Beispiel für ein Anschreiben 📝

✏️ Anschreiben unbedingt anpassen und Korrektur lesen, bevor ihr es abschickt! 📮

Liebe Sportlerinnen und Sportler in …,

mein Name ist … und ich bin Mitglied im Sportverein, ggf. Sportart nennen. Ich engagiere mich bei der Ortsgruppe der Klimabewegung Fridays for Future in … Uns allen haben die dramatischen Folgen des Starkregens und der Überschwemmungen in Teilen Deutschlands deutlich gemacht, dass die Auswirkungen des Klimawandels auch in Deutschland unsere Sicherheit und unsere Lebensgrundlage bedrohen.

Die Wetterextreme in diesem Sommer haben auch viele Sportplätze, Stadien und Schwimmbäder im ganzen Land mit Wasser und Schlamm geflutet und stark beschädigt. Allein in Nordrhein-Westfalen hat die Flutkatastrophe die Sportanlagen von über 20 Vereinen komplett zerstört. Viele Sportvereine stehen am Rande ihrer Existenz. Durch die großartige Gemeinschaft und Solidarität ihrer Mitglieder und anderer Sportvereine konnten die betroffene Vereine anfangen, ihre Sportanlagen wieder aufzubauen, und solange bei anderen Vereinen trainieren. Aber an einen normalen Sportbetrieb auf dem eigenen Platz ist in den nächsten Monaten oder sogar Jahren nicht zu denken.

Klimawissenschafter/innen warnen uns, dass vergleichbare Wetterextreme durch den Klimawandel immer häufiger und heftiger werden. Sie können jeden Ort und jeden Sportverein treffen und in seiner Existenz bedrohen. Um das zu verhindern, brauchen wir nicht nur Klimaanpassung, sondern vor allem auch eine Klimapolitik, die wirksam und schnell Emissionen einspart. Wir müssen unseren Beitrag dazu leisten, das Ziel der Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, zu erreichen. Denn dann haben wir die Chance, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels auf unser Leben zu verhindern. Deswegen engagiere ich mich bei Fridays for Future.

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet seit Langem eine ambitioniertere und entschiedenere Klimapolitik. Doch die verantwortlichen Politiker/innen haben bisher vor allem weit entfernte Ziele verschärft, ohne aber die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen zu senken. Dadurch vernachlässigen sie ihre Verantwortung, unsere Lebensgrundlage zu bewahren. In ihren Wahlprogrammen bekennen sich alle demokratischen Parteien dazu, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch mit den aktuellen Beschlüssen der Bundesregierung und den von den Parteien vorgeschlagenen Maßnahmen wird Deutschland sein Ziel, einen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel zu leisten, weit verfehlen. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet.

Wir haben jetzt die Chance, dafür zu sorgen, dass die nächste Bundesregierung eine Klimapolitik im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel umsetzt. Dazu müssen wir gemeinsam deutlich machen, dass die große Mehrheit unserer Gesellschaft hinter der Forderung nach einer wirksamen 1,5-Grad-Klimapolitik steht und von der nächsten Regierungskoalition erwartet, diese konsequent umzusetzen.

Deswegen gehen wir als Fridays for Future gemeinsam mit vielen engagierten Bürger/innen am 24. September zum globalen Klimastreik unter dem Motto #AllefürsKlima auf die Straße und machen die Bundestagswahl zur Klimawahl.

Viele Sportvereine unterstützen schon unser Anliegen: Im Bündnis Sports For Future haben sich viele große und kleine Vereine, Verbände, Sportlerinnen und Sportler zusammengeschlossen, um gemeinsam konsequenten Klimaschutz zu fordern. Zu den Initiator/innen gehören Fabian Hambüchen, Anni Friesinger-Postma, Jacqueline Otchere, Holger Nikelis und Lutz Pfannenstiel, der SV Werder Bremen, der VFL Osnabrück und die Deutsche Sportjugend.

Ich wende mich mit der Bitte an Sie, sich dem Klimastreik am 24. September anzuschließen und unsere Einladung an die Mitglieder Ihres Vereins weiterzuleiten. Die Unterstützung durch Sportvereine, Sportlerinnen und Sportler in … würde ein starkes Signal an die Politik senden.

Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören und Sie beim Klimastreik am 24. September zu sehen.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit freundlichen Grüßen

  1. https://www.deutschlandfunk.de/unwetter-katastrophe-wie-sportvereine-hochwasser-ueberleben.1346.de.html?dram:article_id=500791