Perspektiven und Meinungen

Klimanotstand Pro- und Contra Argumente

 

Dies ist ein simples copy paste der Argumente, die in der Klimanotstands TK gesammelt wurden

Legende:

  • = Argument
    • = Antwort auf das Argument/Gegenargument
      • = Gegenargument zum Gegenargument

Argumente gegen einen Klimanotstand

  • All die Energie um den Klimanotstand sinnvoll umzusetzen (ist eine krasse Leistung und echt krasse Arbeit der OGs! Respekt)  hätte man auch genauso für die Umsetzung von konkreten Maßnahmen die Treibhausgas Reduktionen bewirken -> gleiches Empowerment Moment und gleicher Erfolg nur eben mit direktem Effekt für den Klimaschutz und nicht für symbolische Notstandsaufruf
  • Braucht ihr Klimanotstand, um (a) inhaltliche Forderungen durchzusetzen (b) ins Gespräch mit der Politik zu kommen -> ist das nicht auch ohne möglich?
  • Befürchtung, dass inhaltliche Debatte die wir angeregt haben (über Forderungen wie CO2-Steuer und Subventionsabbau) dadurch verloren geht, mindestens geschwächt wird = lenkt Fokus von inhaltlichen Forderungen ab
  • einmal auf FFF zugehen = vor weiteren Handlungen drücken
    • Durch den Klimanotstand haben wir ein Instrument, die Politik zum Handeln zu zwingen. Wir können den Druck nur noch erhöhen
      • Klimanotstand verringert den Druck weil Politik auf uns zugegangen ist
      • Abnutzungseffekt (wenn es beim Klimanotstand kaum Aufmerksamkeit mehr gibt, ist das demotivierend und verhindert weiteres Engagement der Stadt)
  • Nimmt Druck von Politiker*innen, konkrete Klimaschutzmaßnahmen vorzustellen und umzusetzen
  • Keine realpolitische Verbindlichkeit = ändert effektiv nichts für das Klima
  • Gibt Politiker*innen die Chance, sich darauf zu profilieren ohne wirklich etwas zu tun
  • Nimmt uns als Bewegung die öffentliche Wut,  da ja auf unsere Forderungen eingegangen wird. „ihr tut nichts für das Klima und ignoriert uns!“ greift nicht mehr
  • Rein ideologische Forderungen = gegen FFF Argumentationslinie „unite behind the science“/ „wir argumentieren rein sachlich“
  • Es wird keinen bundesweiten Klimanotstand geben (da sind zu viele OGs dagegen) = inkonsistentes Bild von FFF
  • Begriff „Klimanotstand“ baut eine Barriere auf zwischen Klimaschützer*innen und eher konservativ eingestellten Menschen auf: verschreckt die breite Masse durch symboltbehafteten „Notstand“ (verringert unseren aktuell großen Rückhalt in der Gesellschaft)
  • Bestes Empowerment
  • neue Stammstrecke/neuer Fahrradweg/lokales Kohlekraftwerk vorzeitig abschalten etc = regionale effektive Projekte in der Kommune zu ÖPNV, effektiver für das Klima, sparen direkt wirksam CO2 ein
  • Seltsamer realpolitischer Eindruck: „Klimanotstand“ aber Leben in der Stadt geht weiter wie bisher –> Ernsthaftigkeit der Lage geht verloren
  • Nach der Ausrufung des ersten Klimanotstandes geht die Medienwirksamkeit bei weiteren Ausrufungen zurück –> wird „normal“
    • Vor Ort bleibt die Medienaufmerksamkeit und ist lokal wirksam, wenn auch nicht bundesweit
  • Zuerst etwas symbolisches fordern widerspricht unsere These, dass wir jetzt SOFORT handeln müssen: wir müssen direkt von Anfang an THG Emissionsreduktionen fordern und nicht selber Zeit verlieren
  • Wir sollten lieber die aktuelle Popularität inhaltlicher Themen wie z.B: CO2-Steuer nutzen, weil sie direkt Emissionen reduzierend wirken
  • Kleine Städte bekommen Organisationsprobleme
  • Pressemitteilung EG (Ende Gelände), die uns zugeschickt wurde mit der Bitte, das zu erwähnen:

–> Lehnen Klimanotstand aus geschichtlichen (geschichtlich belasteter Begriff „Notstand“), politischen und strategischen Gründen ab

Argumente für einen Klimanotstand

  • Philipp (Konstanz): Es ist ein Symbol, kann aber als Sprungbrett genutzt werden
    • Medien interessieren sich nach Klimanotstand nicht mehr für weiteres, da die Maßnahmen im gegensatz zum Klimanotstand langweilig sind
  • Christine: „Notstand“ als Begriff für „Notfall“ und „Krise“, von Schweizern übernommen, muss als Krise auch in die Köpfe von Menschen; bereits etablierter Begriff, der Dramatik/Dringlichkeit verdeutlicht
    • Argumentation „sprechen für Wissenschaft“ wird durch „emotionalen Notstand“ ausgehebelt und „kindischer“
  • Christine: Es kann medial so genutzt werden, dass es paradox ist, dass noch klimaschädlich gehandelt wird, während der Notstand schon ausgerufen wurde
    • das wird vermutlich einfach medial nicht so ankommen, da der symbolische Notstand für die Berichtserstattung viel spannender ist als das politische Tagesgeschäft danach
  • Leonard: Deutschland ist föderal aufgestellt; Kommunalebene und Bundesebene haben keinen direkten Zusammenhang miteinander; Die Klimadebatte hat noch Potenzial und ein Klimanotstand kann sie noch mehr in den Fokus rücken, ohne dabei die Bundesforderungen zu erwähnen
    • Klimanotstand in Konstanz war bundesweit in Medien und hat Debatte um CO2 Steuer überlagert, Trennung der Medien ist nicht vorhanden nach Erfahrung
  • Coma: Klimanotstand mit auf Bundesforderungen beruhenden Forderungen schafft Netz aus Städten, die den Klimanotstand bereits ausgerufen haben
    • Stadt macht keinen Klimaschutz, weil die Idee nicht da ist sondern weil lokal viel Geld fehlt / Gegenwind kommt => Vernetzung löst nicht das Problem und Vernetzung wird nicht effektiv stattfinden 
  • Moralischer Druck auf Politik: ihr habt offiziell anerkannt, dass die Klimakrise eine reale Bedrohung ist. Wenn ihr jetzt nicht handelt, seid ihr noch scheinheiliger als bisher schon!
  • = Wenn eine Stadt/Kreis/Bundesland/whatever einen Klimanotstand ausrufen, kann man direkt die Glaubwürdigkeit der Politiker angreifen, wenn diese danach nichts oder nicht genug tun. Andersherum formuliert muss man dann nur einmal die gesamte Diskussion führen und dürfte hinterher deutlich einfacher Maßnahmen durchsetzen können, da ja Klimanotstand ist.
    • Sana: Abnutzungseffekt (wenn es beim Klimanotstand kaum AUfmerksamkeit mehr gibt, ist das demotivierend und verhindert weiteres Engagement der Stadt)
  • Durch richtige Formulierung und Pressewirksamkeit könnten wir unsere Forderungen dadurch evtl. pushen 
    • Bei Pressemeldungen zu z.b. Konstanz wurden die Fordeungen kaum erwähnt, weil die Medien darauf keinen Fokus legen, obwohl die OG das stark versucht hat (-> Problem in der Berichterstattung, die sich stark auf das Wort „Notstand“ fokussieren)
  • „Notstand“ ist sehr medienwirksam (va wenn eine ganze Reihe von Städten oder sogar noch größerer Verwaltungsgebiete diesen Klimanotstand ausrufen)
  •  -> generiert Aufmerksamkeit für FFF
    • Abnutzungseffekt
    • Aufmerksamkeit auf Klimanotstand anstatt darauf, dass in wichtigen FOrderungen immer noch nichts passiert ist und die Treibhausgasemissionen nicht sinken 
    • Es ist zeitaufwendig und wir sollen uns auf Forderungen, die direkt Treibhausgase reduzieren, konzentrieren, weil die Zeit drängt
  • „Notstand“ ist sehr öffentlichkeitswirksam 
  • -> rüttelt Menschen wach für Krise
    • Lässt es so erscheinen, als würde die Politik gerade etwas machen, es vielleicht sogar so erscheinen lassen, dass zu viel getan wird (wegen des Wortes „Notstand“), obwohl wir darauf hinauswollen, dass nichts gemacht wird
  • -> Das würde den Druck auf die Politik erhöhen, ihren Worten dann such Taten folgen zu lassen!
    • Medial werden nur „große Worte“ von Politikern wahrgenommen, obwohl es keine Entscheidungen gibt. So wird der Eindruck vermittelt, die Politik würde genug tun
  • Selbst wenn es nur symbolisch wäre, kann man bei jeder Entscheidung, die im lokalen Parlament gefällt wird, die Parteien, die nicht für eine klimafreundliche Variante gestimmt haben effektiver angreifen als ohne. 
    • Wird nur als Symbol wahrgenommen und die Entscheidungen dahinter sind für die Öffentlichkeit nicht sichtbar, darauf kann man also auch keinen öffentlichen Druck ausüben
    • Wir sollten lieber die aktuelle Popularität inhaltlicher Themen wie z.B: CO2-Steuer nutzen, weil sie direkt Emissionen reduzierend wirken
  • Man kann den Antrag auf Klimanotstand direkt mit vorher ausgearbeiteten Forderungen verknüpfen, so kann durchaus etwas erreicht werden. 
    • Das kann man aber auch ohne Klimanotstand genausogut machen
  • Wenn Konstanz jetzt die einzige Stadt bleibt, die das macht, wäre das ziemlich seltsam für die Öffentlichkeit, da es dann so ziemlich alleine dasteht.
  • Solidarisierung mit anderen Klimarechtsbewegung, die ebenfalls einen Klimanotstand fordern (XR) -> gemeinsam stärker
    • Kooperation mit Rest der Klimagerechtigkeitsbewegung steht nicht zur Debatte, aber Aufgabenteilung kann sinnvoll sein
    • EG z.B. gegen Klimanotstand
  • Empowerment Moment für OGs/die Bewegung (keep the motivation up by empowerment and small achievements)
    • Empowerment kann durch konkrete Maßnahmen die man erreicht hat mindestens genausogroß sein
  • regionale Erfolge auch für die medienwirksame Schlagkraft von FFF
    • Regionale Erfolge wie Kohlekraftwerk abschalten sind mindestens ebenso wichtig
  • evtl sinnvoll für kleine OGs, die sonst in den Medien untergehen würden
    • Sana: Lokal ausgerufener Klimanotstand (der sich durch Masse in der Zeit abschwächt) verhindert Handeln auf Kommunalebene -> bundesweite Verantwortung einer OG; kleine Ziele auf Lokalebene, die krass medienwirksam sind, schwächen Forderungen auf Bundesebene
  • Öffentliches Bewusstsein dafür geschaffen, dass nicht genug getan wurde und dass jetzt viel, viel mehr getant werden muss -> Öffentlichkeit wird animiert, Klimanotstand mit zu gestalten -> Debatte in Politik durch öffentliches Bewusstsein
  • Anerkennung eines Klimanotstands kann Basis bilden für weitere Forderungen, da die jeweilige Stadt öffentlich das Ausmaß der Klimakatastrophe bestätigt 
  • Klimanotstand kann als Grund für Straffreiheit dienen, bei z. B. Strasenblockaden oder anderen Aktionen. Siehe https://www.theguardian.com/environment/2019/may/09/extinction-rebellion-founder-cleared-over-kings-college-protest

Schriftliche Zusammenfassung der Argumente (Erlangen):
„Liebe ForderungsAG, liebe Delis, 
das Thema “Klimanotstand” ist ja nun ein etwas breiter diskutiertes Thema geworden.
Um nun noch zu erklären, warum es sinnvoll sein könnte sich auf lokalpoltischer Ebene um an Forderungen gekoppelten Klimanotstand zu bemühen: 
• Symbol und Forderungen habe besonders gemeinsam eine größeren Kraft. Der Klimanotstand als Symbol bietet Aufschwung durch die gewisse Öffentlichkeitswirkung. Die daran gebundenen Forderungen bringen eine Sachebene ein, auf der sich Städte dann auch zu der Bearbeitung der Forderungen verpflichten,  wenn der Antrag angenommen wird. 
Aber damit stellt man das Symbol in die Öffentlichkeit und die Forderungen in den Hintergrund. Die Forderungen sollten aber in der Öffentlichkeit sein, ansonsten gibt es keinen Druck sie umzusetzen! Der Antrag kann genausogut ohne Klimanotstand eingebracht werden und würde den Fokus dann auf die Forderungen legen und nicht aufs Symbol
• Die Ausrufung des Klimanotstand legitimiert die jeweilige OG dazu auf die Beachtung der angenommenen Forderungen zu pochen und somit aktiv etwas zum Klimaschutz beizutragen – wenn auch nur lokalpolitsch. 
Das geht mit einem Antrag ohne Klimanotstand genauso gut.
• Durch den Prozess, der damit verbunden ist, bleiben wir auch lokal medienpräsent und somit in den Köpfen der Menschen, was zu einem besseren Rückhalt in der Gesellschaft führt.

Wir würden uns über genauere Begründungen und eine bessere Zusammenarbeit freuen.  
OG Erlangen“



Empfehlungen für die Bewegung

erarbeitet im Nachgang des 22.10.-Aufarbeitungsprozesses, beschlossen am 12.01.2022

Der Zentralstreik in Berlin am 22.10.2021 war ein Tag, der von verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich bewertet wurde (siehe Umfrageergebnisse unter: https://fffutu.re/3r71Yo). In der Umfrage wurden auch viele Probleme rund um den 22.10. beschrieben, und ein erster bewegungsweiter Aufarbeitungs-Call am 10.12. hat ergeben, dass diese Probleme ernst zu nehmen sind (nachzulesen in den Pads unter https://fffutu.re/XLf5bV). Beim zweiten Aufarbeitungscall am 16.12. wurden die folgenden Empfehlungen herausgearbeitet, um solche Probleme in Zukunft zu verhindern.

Falls diese Empfehlungen beschlossen werden, können wir uns darauf in kommenden Prozessen berufen und uns so begründet dafür einsetzen, dass Strukturen verbessert und ähnliche Probleme in Zukunft vermieden werden. Sie sind explizit nicht dafür gedacht, um im Rückblick Ereignisse im Rahmen des 22.10. zu kritisieren oder zu bewerten.

Wir empfehlen:

1.) Für Großprojekte sollen in Zukunft die Vorarbeiten noch länger im Voraus beginnen.

2.) Vorbereitungsgruppen sollten für die Mitarbeit von Freiwilligen Helfer*innen offen sein und aktiver für die Mitarbeit werben.

3.) Planungs- und Vorbereitungsgruppen von Großereignissen so konzipieren, dass alle wichtigen Informationen für alle an der Vorbereitung Beteiligten ohne viel Arbeit und transparent strukturiert einsehbar sind.

4.) Bei Großprojekten 2-3 Personen einsetzen, die kontinuierliche nur an der Struktur der Planung arbeiten, die Struktur und den Prozess managen, und Informationen über Struktur und Prozess verbreiten bzw. dafür ansprechbar sind

5.) Verwendung eines für alle Mitarbeitenden offenen Multi-Channel-Messengers für die Vorbereitung eines Großereignisses

6.) Einführen von Kommunikations- und Umgangsregeln in Vorbereitungsgruppen und bevollmächtigte, aber kontrollierte Chatmoderation, um ihre Einhaltung zu überprüfen

7.) Informationen von allgemeinem Interesse aktiver und smarter verbreiten und Transparenz darüber schaffen, wenn und warum manche Informationen (noch) nicht bereitgestellt werden können

8.) Besonders breite und frühe Information über Vorhaben, wenn man das Gefühl hat, eigene Planungen oder Entscheidungen könnten andere Betreffen und bei diesen umstritten sein

9.) Bei Großereignissen sollten planende und betroffene Gruppen nicht aneinander vorbei planen, sondern sich zusammentun, gemeinsam diskutieren und gemeinsam entscheiden

10.) Erst nach legitimen Entscheidungen Dinge als festgelegte Entscheidungen präsentieren. In Streitfällen legitime Entscheidungen herbeiführen und sich an diese halten.

11.) Entscheidungen früh begründen und versuchen, Verständlichkeit zu schaffen

12.) Wer sich vorstellen kann, bei einem Großereignis dabei zu sein, sollte auch ernsthaft in Erwägung ziehen, bei der Vorbereitung und Durchführung zu helfen.

13.) Festhalten, wieviel Zeit Menschen in die Vorbereitung stecken können, und limitieren, wie viele Aufgaben/Rollen Menschen maximal übernehmen dürfen

14.) Mehr erfahrene Menschen, gute Anleitungen/Checklisten und Beratung in der Programmplanung und Logistik

15.) Bei Großereignissen starke Abstimmungs- und Entscheidungsstrukturen einrichten und klare Workflows für die Bearbeitung verschiedener Szenarien im Voraus festlegen (u.a. Exit-Strategie für das Beenden der Demo).

16.) bei Großereignissen Kommunikationsstrukturen aufbauen, die so gut wie alle Teilnehmenden erreichen, und diese mit ausreichend eindeutigen Informationen und begründeten Ansagen versorgen – und diese nutzen (z.B. Info-ticker)

17.) Anreise in Zukunft auch mit Gruppentickets subventionieren

18.) Zusammen mit Rechtshilfe und Öffi-AGs Konzept erarbeiten, wie umgegangen wird bei Festnahmen auf der Demo und wie allgemein mit der Polizei auf Demos umgegangen wird

19.) Sich mehr um die Stimmung der Menschen kümmern

20.) Awareness für Diskriminierung und Vielzahl von Geschlechtern und Bedürfnissen bei Aktionsplanung

21.) Arbeitsmodus des Ermöglichens, in dem man Menschen mit einem Anliegen befähigt, es selbst zu tun, oder etwas gemeinsam macht, anstatt die Aufgaben komplett an sich zu nehmen.

22.) Es braucht gute Strukturen, um Streit und Meinungsverschiedenheiten zeitnah und hochwertig in geordneten Strukturen zu klären, und nicht öffentlich auf Social Media

23.) Allgemeine Regel zum Ausschluss von Aufrufen zu Gewalt, die eine zukünftige Chatmoderation in FFF auch durchsetzen könnte

24.) Mehr Wertschätzung für die Arbeit der Menschen

25.) SM-Konzept; Koordination der Öffentlichkeitsarbeit, Regeln

26. Awareness-Strukturen ausbauen und bei Großveranstaltungen die Awareness-Strukturen aus anderen OGs mit einbeziehen

27.) Ansprechpersonen/Awarenesspesonen öffentlicher benennen und Konzept (z.B. in Gruppen) bekannt geben

28.) Awareness bei der Veranstaltung besser sichtbar machen

29.) Hotline für Notfälle, bei der jemand ran geht in Notfällen

30.) Reflektions- und Evaluierungsprozesse nach Großveranstaltungen

1.) Für Großprojekte sollen in Zukunft die Vorarbeiten noch länger im Voraus beginnen.

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Zeitmangel, der eine noch sorgfältigere Vorbereitung der Busanreise verhindert hat.
  • späte Kommunikation von wichtigen Zeiten und Daten
  • späte Kommunikation oder Klärung von verschiedenen Sichtweisen /Konflikten

2.) Vorbereitungsgruppen sollten für die Mitarbeit von Freiwilligen Helfer*innen offen sein und aktiver für die Mitarbeit werben.

Das heißt nicht, dass man für die Sicherheit keine Vorgruppen oder Onboarding-Personen zwischenschalten darf, aber wer nachweislich bei FFF ist und helfen will, darf nicht ausgesperrt werden. Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Zeitmangel, der eine noch sorgfältige Vorbereitung der Busanreise, stärkere Awareness-Strukturen und noch bessere Kommunikation verhindert hat.

3.) Planungs- und Vorbereitungsgruppen von Großereignissen so konzipieren, dass alle wichtigen Informationen für alle an der Vorbereitung Beteiligten ohne viel Arbeit und transparent strukturiert einsehbar sind.

Beim 22.10. lief es über eine große Whatsapp Gruppe mit wenigen Informationen, einer schwer zugänglichen Produktivgruppe mit vielen Informationen und viele kleine Arbeitsgruppen, die nur unregelmäßig Updates gegeben haben. Man war darauf angewiesen, dass Menschen mit Verantwortung und Wissen, das Wissen von selbst weitergeben, hat aber das Problem, dass diese Menschen oft besonders wenig Zeit haben.

Die direkte Zugänglichkeit von Informationen kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Fehlende Informationen und Unmut darüber
  • Wissenshierarchien
  • Überlastung von Menschen mit viel Verantwortung und Wissen und Unmut darüber
  • Misstrauen gegenüber den Menschen, die mehr Informationen haben.

4.) Bei Großprojekten 2-3 Personen einsetzen, die kontinuierliche nur an der Struktur der Planung arbeiten, die Struktur und den Prozess managen, und Informationen über Struktur und Prozess verbreiten bzw. dafür ansprechbar sind

Das ist wohl eine Erfahrung vom 24.09. in Hamburg, und kann helfen, die folgenden Probleme zu beheben:

  • niemand kann sich darum kümmern und Verbesserungen ausdenken, wenn es Probleme gibt, weil alle ihre Zeit in andere Dinge stecken müssen.

5.) Verwendung eines für alle Mitarbeitenden offenen Multi-Channel-Messengers für die Vorbereitung eines Großereignisses

Eine Arbeitsplattform mit mehreren miteinander verbundenen Kanälen wie Slack, Discord, Mattermost oder Matrix mit mit für alle zugänglichen Chats, Protokollen und Wissensdatenbanken und der Möglichkeit, Threads anzulegen, dürfte für die Planung eines Großereignisses besser geeignet sein als mehrere mehr oder weniger offene Whatsapp-Gruppen, weil damit die folgenden Probleme behoben werden können:

  • zu wenig Transparenz für Mitarbeitende
  • Unklarheit, wo man welche Information finden kann.
  • Die Notwendigkeit, in einer Untergruppe aktiv zu sein, um deren Informationen zeitnah zu bekommen
  • Untergehen wichtiger Informationen in linearen Chats (wird behoben dadurch, dass Interessierte einzelne Themen in Threads diskutieren können, während der Hauptkanal nur neue und wichtige Nachrichten enthält.) und Beschwerden darüber.
  • Überlastung einzelner Personen (alle Menschen können dann selbst Informationen suchen und weitergeben)

Nachteil:

  • Einige wenige Leute, die das noch nicht haben, müssten sich die Arbeitsplattform dann auch installieren.

Hinweise:

  • Untergruppen sind auch in herkömmlichen Messengergruppen möglich, wenn man sie klar kommuniziert, aber die Problematik von unübersichtlichen linearen Chatverläufen hat man auch dort.
  • strenggenommen derzeit rechtlich kompliziert

6.) Einführen von Kommunikations- und Umgangsregeln in Vorbereitungsgruppen und bevollmächtigte, aber kontrollierte Chatmoderation, um ihre Einhaltung zu überprüfen

Wenn der Vorschlag eines bundesweiten Moderationsteams durchkommt, könnte dieses auch Vorbereitungsgruppen von Großprojekten moderieren. Das kann helfen, um folgende Probleme zu lösen:

  • Unangenehme (teils toxische) Kommunikation in Vorbereitungsgruppen
  • lange Zwiegespräche in Gruppen, in denen hundert Leute immer wieder benachrichtigt werden.
  • Rauswurf von Menschen aus Chatgruppen ohne Grundlage und auf Rechtmäßigkeit überprüfbare Begründung (Willkür kann vermieden werden)

7.) Informationen von allgemeinem Interesse aktiver und smarter verbreiten und Transparenz darüber schaffen, wenn und warum manche Informationen (noch) nicht bereitgestellt werden können

Was von Interesse ist, kann man auch daran ablesen, wonach gefragt wird, und genau über diese Informationen sollte man dann größere Transparenz herstellen. Das betraf beim 22.10. vor allem die Information zur Demoroute, zu den Absprachen mit NGOs, die sich laut mancher Angaben gegen ZU während der Demo ausgesprochen haben, und die Information über die Planung zu zivilem Ungehorsam, die mehrfach gewünscht wurden, aber auch Informationen über Anreisezeiten und Unterbringung. Smart platzieren heißt, dort platzieren, wo es Menschen suchen und finden würden auf eine leicht zugängliche Art (z.B. FAQ). Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Fehlende Information für die Planung von Personen und Gruppen
  • Misstrauen, wenn Informationen (noch) nicht da sind.

8.) Besonders breite und frühe Information über Vorhaben, wenn man das Gefühl hat, eigene Planungen oder Entscheidungen könnten andere Betreffen und bei diesen umstritten sein

Besonders bei bundesweiten Events dürften die ganze Bewegung betroffen sein, und eine Vorstellung in der Deli-TK könnte hilfreich sein, um Diskussionen und eine Meinungsbildung dazu zu starten. Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • keine Zeit, Diskurse mit den Betroffenen über das “ob” und “wie” der Planung zu führen und eine Position dazu auszuarbeiten und es zur Not abzustimmen.
  • Das Gefühl, dass andere an einem vorbei gearbeitet haben / sich nicht darum kümmern, was andere Betroffene denken oder sich darüber hinwegsetzen.
  • Unnötige Ungewissheit und Angst bei Menschen, die es eigentlich gar nicht so schlimm finden würden.

9.) Bei Großereignissen sollten planende und betroffene Gruppen nicht aneinander vorbei planen, sondern sich zusammentun, gemeinsam diskutieren und gemeinsam entscheiden

Das hängt zusammen mit mehreren der folgenden Empfehlungen und kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Eskalation um die Platzierung eines Blocks auf der Demo, in dem ohne direkten Kontakt zwischen planenden Gruppen bilaterale Absprachen mit anderen Betroffenen getroffen werden, die nicht zu den Planungen der Veranstaltungsorganisation passen.
  • Unklarheit, ob eine von einer planenden Gruppe geplante Aktion als Aktion von FFF kommuniziert werden darf oder nicht, weil in den finalen Absprachen andere Planende Gruppen nicht beteiligt sind.

10.) Erst nach legitimen Entscheidungen Dinge als festgelegte Entscheidungen präsentieren. In Streitfällen legitime Entscheidungen herbeiführen und sich an diese halten.

Das kann helfen, die folgenden Probleme zu beheben:

  • Vorwürfe von falschen Versprechungen und Fehlverhalten
  • Vertrauensverlust und Wut

11.) Entscheidungen früh begründen und versuchen, Verständlichkeit zu schaffen

Zwar wurden im Fall der Löschung eines Social Media Posts Gründe ausdiskutiert und nachgereicht, aber zu diesem Zeitpunkt waren die Menschen bereits aufgebracht. Eine frühe Begründung, die zu den Entscheidungen mitgelifert wird, kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Entscheidungen, die als usolidarisch und verletzend wahrgenommen werden
  • Verständnis für Entscheidungen, Vermeiden von Frust

12.) Wer sich vorstellen kann, bei einem Großereignis dabei zu sein, sollte auch ernsthaft in Erwägung ziehen, bei der Vorbereitung und Durchführung zu helfen.

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • zu wenig Kapazitäten der Vorbereitungsgruppen, was wiederum folgende Probleme begründete:
  • wenig ausgearbeitete Bettenbörse
  • wenig Infrastruktur im Klimacamp (Gruppenzelte, mehr Toiletten)

13.) Festhalten, wieviel Zeit Menschen in die Vorbereitung stecken können, und limitieren, wie viele Aufgaben/Rollen Menschen maximal übernehmen dürfen

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Überlastung von Einzelnen Personen
  • Nicht-Erledigen von manchen Aufgaben, die hinten runter fallen

14.) Mehr erfahrene Menschen, gute Anleitungen/Checklisten und Beratung in der Programmplanung und Logistik

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Notwendigkeit spontaner Kürzungen des Programms
  • Übersehen von Schwierigkeiten wie z.B. Stau um die Demo, der das Anreisen von Teilnehmenden verhindert
  • Probleme bei der Beschallung (wenn in der Checkliste aufgenommen wird, dass man früh am Tag ausführliche Soundchecks etc. macht).

15.) Bei Großereignissen starke Abstimmungs- und Entscheidungsstrukturen einrichten und klare Workflows für die Bearbeitung verschiedener Szenarien im Voraus festlegen (u.a. Exit-Strategie für das Beenden der Demo).

Das kann in Zusammenhang mit der folgenden Empfehlung helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Chaos durch häufiges Ändern der Planung
  • Posten/Löschen von Nachrichten zur Demo ohne Rücksprache mit Verantwortlichen

16.) bei Großereignissen Kommunikationsstrukturen aufbauen, die so gut wie alle Teilnehmenden erreichen, und diese mit ausreichend eindeutigen Informationen und begründeten Ansagen versorgen – und diese nutzen (z.B. Info-ticker)

Das könnte neben Megaphonen auch ein früher und stärker beworbener Info-Ticker sein, und kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Chaos durch die Unsicherheit der Teilnehmenden, was Sache ist und warum etwas geschieht (Beendung wegen Wetter etc.)
  • Unwissen, wo welcher Block steht, wo Ordner*innen etc. sind
  • Unwissen darüber, was aktuell wirklich der Plan ist (besonders bei spontanen Änderungen) und warum

17.) Anreise in Zukunft auch mit Gruppentickets subventionieren

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Menschen, die nicht an Haupt-Busrouten liegen, haben die gleichen Chancen, gefördert zum Streikort zu kommen.

18.) Zusammen mit Rechtshilfe und Öffi-AGs Konzept erarbeiten, wie umgegangen wird bei Festnahmen auf der Demo und wie allgemein mit der Polizei auf Demos umgegangen wird

Das kann auch Gedanken darüber beinhalten, ob und wie man Antirepressionsmittel braucht, und kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Unsicherheit, wie man mit Festnahmen umgehen soll
  • Klarheit, worauf man sich als Anmelder*in einlässt
  • Vorwürfe, man sei vor der Polizei eingeknickt

19.) Sich mehr um die Stimmung der Menschen kümmern

Das kann zum Beispiel durch Afterglow / gemeinsames Feiern etc. bearbeitet werden und kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Weniger gute Stimmung (besonders nach Veranstaltungsabbruch) und Verlorenheit, was man dann machen soll

20.) Awareness für Diskriminierung und Vielzahl von Geschlechtern und Bedürfnissen bei Aktionsplanung

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Fehlende Möglichkeit, beim Ticketshop “divers” als Geschlecht anzugeben

21.) Arbeitsmodus des Ermöglichens, in dem man Menschen mit einem Anliegen befähigt, es selbst zu tun, oder etwas gemeinsam macht, anstatt die Aufgaben komplett an sich zu nehmen.

Das kann auch über eine Art Buddy-System von erfahrenen an weniger erfahrene Menschen gehen. Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Wissenshierarchien
  • Überarbeitung von einzelnen Personen
  • Enttäuschen von Personen mit einem Anliegen, wenn es nicht gut umgesetzt wurde.

22.) Es braucht gute Strukturen, um Streit und Meinungsverschiedenheiten zeitnah und hochwertig in geordneten Strukturen zu klären, und nicht öffentlich auf Social Media

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • emotionalisierte Debatte ohne alle Informationen vorliegen zu haben
  • unnötiges Verletzen von Mitaktivisti
  • unnötig negatives Bild nach außen

23.) Allgemeine Regel zum Ausschluss von Aufrufen zu Gewalt, die eine zukünftige Chatmoderation in FFF auch durchsetzen könnte

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Nachrichten mit Aufrufen zu Gewalt im Vorfeld einer Demo (auch wenn sie als Witz gemeint gewesen sein sollten)

24.) Mehr Wertschätzung für die Arbeit der Menschen

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Das Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden.
  • Verlust von Motivation und teilweise sogar Austritte aus der Bewegung

25.) SM-Konzept; Koordination der Öffentlichkeitsarbeit, Regeln

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Unklarheiten, was wann gepostet werden darf und was nicht

26. Awareness-Strukturen ausbauen und bei Großveranstaltungen die Awareness-Strukturen aus anderen OGs mit einbeziehen

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • dass es zu wenig Menschen gibt, die Awareness-Arbeit machen.

27.) Ansprechpersonen/Awarenesspesonen öffentlicher benennen und Konzept (z.B. in Gruppen) bekannt geben

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Menschen finden die Awareness-Menschen nicht

28.) Awareness bei der Veranstaltung besser sichtbar machen

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Menschen finden die Awareness-Menschen nicht

29.) Hotline für Notfälle, bei der jemand ran geht in Notfällen

Das kann helfen, um die folgenden Probleme zu beheben:

  • Menschen könnten sich ganz alleine fühlen und nicht wissen, an wen sie sich wenden können.

30.) Reflektions- und Evaluierungsprozesse nach Großveranstaltungen

Das kann helfen, um Fehler und Probleme zu erkennen und sie in Zukunft zu vermeiden.