Faktenpad

Das Faktenpad – Einleitung

Hey Aktivist*innen,

sucht du Material für einen Vortrag, eine Debatte oder einfach um sich weiterzubilden? Dann bist du hier im Faktenpad der Forderungs AG vollkommen richtig! Hier findest du zu (fast) allem rund um das Thema Klimawandel wissenschaftlich fundierte Fakten. Wir hoffen euch damit einiges an Recherchearbeit vorwegnehmen zu können.

Um besser hier im Faktenpad navigieren zu können, haben wir ein Inhaltsverzeichnis angelegt, das die Suche erleichtern soll.

Falls Begriffe auftauchen, die du nicht verstehst einfach bei Begriffserklärungen gucken (da ist leider noch nicht so viel drin, wir arbeiten noch daran)

Bei allgemeinen Fragen/Unklarheiten einfach eine Mail an AG.Grundsatz[at]fridaysforfuture.is schreiben. Danke ihr seid toll <3)

Die jetzige Version des Faktenpads soll als eine Art Demo-Version verstanden werden, um erstes Feedback sammeln zu können auf dessen Basis wir dann das Faktenpad ausweiten/verbessern können. → Feedback also gerne an die bereits genannten Kontakte 🙂

Arbeitsweise:

Das Ausgangsdokument für dieses Faktenpad war ein, von einem Aktivisten angefertigtes, Dokument, in dem die wichtigen Ausschnitten von über 70 Quellen reinkopiert wurde. Aus diesen knapp 500 Seiten, haben wir dann die wichtigsten Fakten rausgezogen und teils noch ins Deutsche übersetzt. Diese Fakten haben wir dann – wie wir meinen – in eine Sinnvolle Struktur gebracht und in Stichpunktform “leicht verdaulich” aufbereitet. Dann haben wir unser Faktenpad mit dem Bildungsserver Hamburg (der wissenschaftlich sehr Wasserdicht ist) verglichen und ergänzt. → die grün hinterlegten Fakten sind dementsprechend so sicher wie es die Wissenschaft ist, was nicht bedeutet, dass alles andere falsch ist, sondern nur, dass diese Fakten nicht im “Bildungsserver Hamburg” waren (der generell einen sehr starken Fokus auf die naturwissenschaftlichen Hintergründe hat und Themen wie Politik oder Lösungen des Klimawandels eher ausklammert).

Jetzt beginnt die Phase, in der wir das Faktenpad Wissenschaftler*innen vorlegen, die sich dann nochmal die Mühe machen das Faktenpad zu kontrollieren und zu factchecken. Dieser Prozess ist aber recht zeitaufwendig, da die Wissenschaftler*innen ja auch einen Job haben und das Faktenpad schon recht umfangreich ist.

Natürlich versuchen wir das Faktenpad so aktuell wie möglich zu halten und überholte Fakten schnellstmöglich zu entfernen, aber auch unsere Zeit ist begrenzt und wir haben nicht immer die Möglichkeiten an die aktuellsten Daten zu kommen – wir bitten um Verständnis <3 – aber hier seid ihr auch gefragt! Falls ihr im Faktenpad eine Unsauberkeit oder gar etwas sichtbar falsches findet wäre es super, wenn ihr die Korrektur mit Quelle an AG.Grundsatz@fridaysforfuture.is oder per Telegram an @LukasFaktenpad. (Bitte gleich die genaue Stelle, die deinen Fakt belegt mitschicken, damit wir nicht ewig suchen müssen, danke <3)

Ich persönlich kann für meinen Teil sagen, dass mir das Faktenpad schon das ein oder andere Mal geholfen hat und bisher hat sich noch nichts als falsch herausgestellt.

Falls dir die Qualitätsstandards nicht reichen bzw du wirklich 100% sicher gehen willst, dann prüfe im Quellenverzeichnis das ganze nochmal nach, da sollte der Orginallink zur Studie stehen (falls das nicht der Fall ist, oder wir gewisse Quellen falsch zugeordnet haben einfach die oben genannten Kontakte anschreiben)

Natürlich kann das Faktenpad in jegliche Richtungen noch ausgeweitet werden, falls du dich also besonders gut in einem oder mehreren Fachbereichen auskennst und feststellst, dass zu diesem Thema das Faktenpad noch nicht ganz vollständig ist, dann schick deine Ergänzungen (mit Quellen) ebenfalls an die oben genannten Kontakte – würde uns sehr weiterhelfen 🙂

Inhaltsverzeichnis

Klimafolgen

Klimagerechtigkeit

Klimapolitik

was passiert in Sachen Klimapolitik und ist das ausreichend?

Klimawandel

v. a. naturwissenschaftliche Aspekte des Klimawandels

Lösungen des Klimawandels

Sektoren

Umweltverschmutzung

Was hat der Klimawandel mit der allgemeinen Umweltverschmutzung zu tun?

Verbraucher*innen Verhalten

was kann ich tun und was bringt das?

Forderungen FFF

warum wir fordern, was wir fordern

Begriffserklärung & Abkürzungen

  • anthropogen: von Menschen gemacht
  • THG: Treibhausgas(e)
  • IDPs: Binnenflüchtlinge (internally displaced people), Menschen, die fliehen müssen dabei aber keine Staatsgrenzen überschreiten

 

Klimafolgen

Biodiversität, Arten- & Waldsterben

  • schon langsamere Klimaveränderungen als die jetzige haben Artensterben verursacht (IPCC) 22
  • lokale Fisch- und Meertieresarten sterben zweimal so schnell als Landlebewesen (IPCC) 25
  • viele Tiere leben jetzt schon nahe ihrer Temperaturabhängigen Belastungsgrenze (IPCC) 25
  • viele Fischspezien werden sich nicht schnell genug vermehren und sterben so aus (IPCC) 25
  • auch wenn die Temperaturen wieder normal werden würden, würden Schäden für die nächsten 10 Jahre bleiben (IPCC) 25
  • Erhaltung der Leistungen der Natur ist Voraussetzung für das menschliche Leben und Lebensqualität (überall) (IPBES) 35
  • Fläche der Feuchtgebiete ist seit 1970 um 50% geschrumpft (IPBES) 35
  • Westeuropäischer Öko-Footprint: 5 ha hingegen beträgt die Biokapazität in Westeuropa: 2 ha (IPBES) 35
  • 9% der Bienen und 9% der Tagfalter sind bedroht (IPBES) 35
  • Zerstörung der Natur hat direkte und indirekte auswirkungen auf die menschliche Gesundheit (IPBES) 36
  • Die Fläche der Seegraswiesen nahm zwischen 1970 und 2000 um über 10% pro Jahrzehnt ab (IPBES) 36
  • der Zustand nahezu aller Korallenriffe, die zu den artenreichsten der Welt zählen verschlechtert sich deutlichst (IPBES) 36
  • in den letzten 150 Jahren hat sich die von Korallen besiedelte Fläche halbiert (IPBES) 36
  • Circa 25 % der Arten in den meisten Tier- und Pflanzengruppen, also bis zu 1 Million Arten, sind bereits vom Aussterben bedroht. (IPBES) 36

(Hamburger Bildungsserver: So kommt eine globale Modelluntersuchung zu dem Ergebnis, dass schon bis 2050 ein erheblicher Teil der heutigen auf dem Land lebenden Arten dem Klimawandel zum Opfer gefallen sein könnte.4 Bei einer mittleren Änderung des Klimas könnten das 24 %, bei einer geringen Änderung 18 % und bei einer stärkeren Änderung des Klimas 35 % sein. Etwas weniger extrem fällt eine Modelluntersuchung zu einem potentiellen Artenverlust in Europa bis 2080 aus.5 Danach ist etwa die Hälfte der Arten „gefährdet“, d.h. die Arten könnten über 50 % ihres Bestands verlieren, und 3 % der Arten würden aussterben.) 73

  • Die Rate des weltweiten Artensterbens ist bereits jetzt mindestens zehn- bis einhundert mal höher als im Durchschnitt der letzten 10 Millionen Jahre (IPBES) 36
  • durch den Menschen seit 1500 sind mindestens 680 Wirbeltierarten ausgerottet worden (IPBES) 36
  • – Über 40 % aller Amphibienarten, fast ein Drittel der Riff bildenden Korallen, der Haie und der mit dem Hai verwandten Arten sowie mehr als ein Drittel der Meeressäugetiere sind vom Aussterben bedroht. (IPBES) 36
  • 10% der Insekten vom Aussterben bedroht (IPBES) 36
  • 9% der Tierarten haben zu wenig Platz (IPBES) 36
  • Die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität nehmen mit steigender Erderwärmung zu. Die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 2 ̊C oder deutlich weniger birgt also Vorteile für Natur, Ökosystemleistungen und Lebensqualität. Allerdings werden manche großskalige Minderungsmaßnahmen an Land (Mitigation) voraussichtlich enorme Auswirkungen auf die Biodiversität haben. (IPBES) 36
  • Schätzungsweise beträgt das klimabedingte Aussterberisiko von Arten bei 2°C Erwärmung 5 %, bei 4,3°C Erwärmung steigt es auf 16 %. (IPBES) 36
  • viele Einheimische Spezien sind in vielen Biomen um 20% zurückgegangen (IPBES) 36
  • wenn nichts getan wird Sterben noch viel schneller Arten aus, ist jetzt schon 10-100 Mal höher als die letzten 10 Mio Jahre (IPBES) 36
  • 13% der Feuchtgebiete in 1700 sind 2000 noch bestehen, kürzliche Verluste sind auffallend schnell (0,8%/Jahr 1970-2008) (IPBES) 36
  • 10% der heimischen Tierrassen sind als ausgestorben dokumentiert, 3,5% der Vogelarten (IPBES) 36
  • 47% der Säugetiere (ausgenommen Fledermäuse) und 23% der Vögel haben jetzt schon negative Auswirkungen des Klimawandels (IPBES) 36
  • ändert sich die globale Durchschnittstemperatur zu schnell verändern sich die einzelnen Biosysteme ebenfalls auf einen Schlag (Hothouse earth paper) 38
  • Photosynthese funktioniert bei steigender Temperatur nicht so gut (Effekt überwiegt gegen den auf die Photosynthese positiven Effekt der höheren Kohlenstoff konzentration) (Hothouse earth paper) 38
  • (wenn keine rasanten Maßnahmen in den nächsten Jahren: vollständige Zerstörung der Korallenriffe bis zum Ende dieses Jahrhunderts, oder früher (Hothouse earth paper) 38
  • bei 2 Grad könnte der Amazonas zu 40% aussterben (Anmerkungen, Hothouse earth paper) 39
  • Zum anderen gab es 2018 deutlich mehr Waldbrände als üblich. Durchschnittlich gibt es in Deutschland 700 Waldbrände mit einer betroffenen Fläche von 333 ha (BLE, 2018). 2018 brannte es allein in Brandenburg Über 500-mal auf einer Fläche von insgesamt 1674 ha (MIK Brandenburg, 2019). 48
  • Des Weiteren reduzierte mangelnde Wasserversorgung der Bäume ihre Abwehrfähigkeit gegenüber Schädlingen. . Zugleich führen höhere Temperaturen im Frühjahr zu einer schnelleren Reproduktion und Vermehrung von Borkenkäfern (S4F Statement) 48
  • So waren beispielsweise in Bayern Ende 2018 die meisten Wälder bezüglich Borkenkäfer als „gefährdet“ und davon rund ¼ als „mit Befall“ eingestuft (Triebenbacher & Petercord, 2019) 48
  • Die Lage wird vom Sächsischen Umweltministerium als „verheerend“und „besorgniserregend“ (SMUL, 2018),von der AGDW sogar als „katastrophal“ eingestuft. 48
  • Unnormal starke Waldbrände in Europa, Schweden: 25 000 ha abgebrannt (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Brittish Columbia: 1,35 Mio ha abgebrannt (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Bevölkerungswachstum + Veränderung des pro Kopf Verbrauchs ⇒ Verlust von Ökosystemen (IPCC) 67
  • ⇒ Abnehmen der Artenvielfalt (IPCC) 67
  • ca. 500 (380-620) Millionen Menschen leben in Gebieten, in denen zwischen 1980er und 2000er Jahren noch Wüste war (besonders Nordafrika, Naher Osten, arabische Halbinsel) (IPCC) 67
  • die Vegetationsbegrünung > Vegetationsbräunung (IPCC) 67
  • Klimawandel kann Landdegradationsprozesse verschärfen (IPCC) 67
  • Dürren und Extremwetterereignisse werden in vielen Regionen zunehmen (IPCC) 67
  • Wälder werden gestört durch Schädlinge, Dürren & Waldbrände (in hohen Breiten) (IPCC) 67
  • in Tropen: starke Auswirkungen bei mittleren bis hohen THG Emissionen (IPCC) 67
  • “Bei etwa 1,5°C der globalen Erwärmung werden die Risiken durch Trockenwasserknappheit, Waldbrandschäden, Permafrostdegradation und Nahrungsmittelversorgungsinstabilitäten voraussichtlich hoch sein” (IPCC) 67
  • “ Bei etwa 2°C globaler Erwärmung wird das Risiko einer Permafrostdegradation und einer instabilen Nahrungsmittelversorgung als sehr hoch projiziert “ (IPCC) 67
  • Sommer 2019: beispiellose Waldbrände in der Arktis ⇒ alleine Juni 2019 50 Mt Kohlendioxid (mehr als Arktisbrände im Juni von 2010-18) (WMO, United in Science) 70
  • Einige Arten in Polar- und Bergregionen haben sich angepasst, andere, die z.B. auf den Schnee angewiesen waren, haben ein höheres Aussterberisiko (IPCC) 70
    • Das verändert die Struktur der Ökosysteme und führt zu einem Verlust von Biodiversität
  • Das Schmelzen der Eisschilde verkleinert die Lebensräume und beeinflusst die Beuteverteilung für einigen Arten (IPCC SROCC SPM) 70
  • In der Tundra, borealen Regionen und einigen Bergregionen werden Brände dieses Jahrhundert stark zunehmen (IPCC SROCC SPM) 70
  • Bis 2100 werden (je nach Meeresspiegelanstieg) 20 bis 90% der Feuchtgebiete an der Küste verloren gehen(IPCC SROCC SPM) 70
  • Auch bei Einhaltung von 1,5 Grad werden Warmwasserkorallen signifikante Bestandsverluste haben (IPCC SROCC SPM) 70
  • Durch Schutz und Wiederherstellung von Küstenökosystemen (z.B: Mangroven und Seegraswiesen) könnten deren Kohlenstoffemissionen reduzieren und ihre Fähigkeit, Kohlenstoff aus der Luft aufzunehmen, erhöhen (IPCC SROCC SPM) 70
    • Außerdem führen diese Maßnahmen zu Vorteilen wie z.B. Sturmschutz, besserer Wasserqualität und Förderung der Fischerei (IPCC SROCC SPM) 70
  • Verlagerung der Niederschläge vom Sommer in den Winter stellt ein Risiko für Waldökosystem dar (UBA Klimafolgen)
  • steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit behindern Wachstum mancher Baumarten, können sogar ein Absterben verursachen (UBA Klimafolgen)

Regenwald

  • Amazonas-Regenwald ist eines der Kippelemente im Klimasystem
  • 2001 umfassten die Amazonas-Regenwälder 5,4 Mio km2, was allerdings nur noch 87 % des ursprünglichen Bestands waren. Etwa 20 000 km2 gingen zu Beginn dieses Jahrhunderts pro Jahr verloren, eine Rate, die sich in jüngster Zeit, auch durch umweltpolitische Maßnahmen, etwas reduziert hat. Das Amazonasgebiet hat einen substanziellen Einfluss auf das regionale und globale Klima. 120 Gigatonnen Kohlenstoff sind im Amazonasgebiet gespeichert, was der Menge von 15 Jahren gegenwärtiger anthropogener Emission entspricht. […] Der ungestörte Regenwald wäre eine CO2-Senke im Umfang von 100-400 Mio t Kohlenstoff pro Jahr. (https://bildungsserver.hamburg.de/aenderung-der-bodenbedeckung/2063608/bodenbedeckung-tropen-artikel/) 73
  • Waldverluste in größerem Maßstab reduzieren den Niederschlag. Eine Reduzierung der Waldfläche um 30 bis 40 % könnte das Amazonasgebiet auf Dauer in ein trockenes Klima überführen. […] In der Summe wird allerdings damit gerechnet, dass die Entwaldung zu regionalen Klimaänderungen führt, die den Regenwald des Amazonas in eine Savanne verwandeln. (https://bildungsserver.hamburg.de/aenderung-der-bodenbedeckung/2063608/bodenbedeckung-tropen-artikel/) 73
  • Waldzerstörung und Klimaänderungen begünstigen außerdem in hohem Maße Waldbrände im Amazonasgebiet. (https://bildungsserver.hamburg.de/aenderung-der-bodenbedeckung/2063608/bodenbedeckung-tropen-artikel/) 73
  • „Der globale Living Planet Index 2020 zeigt einen durchschnittlichen Rückgang von Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen um 68 Prozent zwischen 1970 und 2016.“ ⁸¹
  • „Zwischen 1970 und 2016 gingen die Bestände von 17 Grünlandschmetterlingsarten um 39 Prozent zurück – Der Rückgang der Schmetterlinge ist weitgehend Resultat intensiver Landwirtschaft und der Umbruch von Grünland.“ ⁸¹

Climate change is happening, it is largely caused by human activities, and it presents a catastrophic threat to nature and people now, and in the future. Without ambitious mitigation efforts, global average temperature rise this century will exceed the globally agreed goal of keeping temperatures well below 2°C above pre-industrial levels and pursuing efforts to limit the temperature increase to 1.5°C. ⁸¹

Climate change and global warming have profound implications for BirdLife International’s conservation priorities and approaches. It affects the populations and distributions of species, the composition of ecological communities, and nature’s provision of goods and services – such as food, fuel and clean water. Climate change also compounds other major threats to biodiversity, such as invasive alien species, habitat fragmentation and overexploitation. ⁸¹

  • BirdLife International delivers ground-breaking research on the impacts of climate change on biodiversity, to inform better decisions on the ground. ⁸¹
  • By working to conserve and manage forests, peatlands and other habitats, through Nature Based Solutions (NbS), BirdLife’s Partnership of 115 national organisations is helping to reduce greenhouse gases in the atmosphere and support climate-smart Partner projects. ⁸¹
  • BirdLife supports nature-sensitive renewable energy deployment and delivers solutions to governments, investors and developers to ensure these do not negatively impact biodiversity. ⁸¹
  • BirdLife advocates for nature-sensitive and climate-smart safeguards in Multilateral Environmental Agreements. ⁸¹
  • Our work shows that supporting community engagement and action can build the resilience of natural and societal systems. ⁸¹
  • BirdLife advocates for the importance of healthy ecosystems to be recognised in national, regional and international climate change and development policy. ⁸¹

(Extrem)Wetter

  • “Extreme Niederschlagsereignisse werden über den meisten Landmassen der mittleren Breiten und über feuchten tro- pischen Regionen bis Ende dieses Jahrhunderts sehr wahrscheinlich intensiver und häufiger, wenn die mittlere globale Erdoberflächentemperatur ansteigt.” (IPCC) 21
  • Monsunniederschläge höher : Anfang der Monsunzeit wird vielleicht früher sein, Ende wird vermutlich später sein. (IPCC) 21
  • Folgen jüngster extremer klimatischer Ereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme und Wald- oder Flächenbrände, zeigen eine signifikante Verwundbarkeit und Exposition einiger Ökosysteme und vieler Systeme des Menschen gegenüber derzeitigen Klimaschwankungen (IPCC) 22
  • Für städtische Gebiete werden aufgrund des Klimawandels erhöhte Risiken für Menschen, Vermögenswerte, Ökonomien und Ökosysteme projiziert, darunter Risiken durch […] Extremniederschläge, Überschwemmungen im Binnenland und an den Küsten, Erdrutsche […] Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten (sehr hohes Vertrauen). Diese Risiken betreffen verstärkt diejenigen, denen die notwendige Infrastruktur und Dienstleistungen fehlen oder die in ungeschützten Gebieten leben. (IPCC) 22
  • In den Küstenbereichen Süd-Spaniens ging die Zahl der Niederschlagstage von 1964 bis 1993 sogar um 50% zurück (IPCC 2001)
  • am stärksten wirkt sich der Klimawandel auf die Monsune aus (IPCC) 25
  • Anstieg globaler Monsunniederschläge um 5-15% (IPCC) 25
  • 2017 als Beispiel: Hurrican Harvey hatte 15% mehr Regen als ohne Klimawandel (nature.com) 72
  • Hurricane Harvey: zwei separate Studien kamen zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel den Niederschlag des Sturmes um 15% verstärkt hat (nature.com) 72
  • extreme Regenereignisse am US Golfküste nehmen zu (seit 1880) (nature.com) 72
  • Auf jedem Kontinent gab es Wetterextreme, die erhebliche Schäden verursachten. (S4F Statement) 48
  • In weiten Teilen Ostafrikas kam es im März und April zu gravierenden Überschwemmungen. In Kenia, das wie seine Nachbarländer bis dahin unter einer Dürre gelitten hatte, fiel in diesen beiden Monaten das Doppelte der durchschnittlichen Regenmenge, die resultierenden Überschwemmungen töteten rund 150 Menschen und 310 000 Menschen mussten aus ihren Dörfern fliehen (S4F Statement) 48
  • In Japan kamen im Juni 245 Menschen bei Überschwemmungen auf der Insel Shikoku ums Leben (S4F Statement) 48
  • Die größte Überschwemmungen des Jahres gab es in Indien,wo im Bundesstaat Kerala 1,4 Millionen Menschen flüchten mussten (WMO Statement on the state of the global climate in 2018, 2019) 48
  • Japan: Überflutung und Erdrutsche ⇒ Zerstörung con >10.000 Häuser (AWI Studie Jetstream & Wetterextreme & Klimawandel) 49
  • 2018: 74 Cyclone auf der nördlichen Erdhalbkugel, Durchschnitt 63 (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Mangkhut (ompong) überquert Philippinen und Hongkong und China ⇒ mehr als 2,4 Mio Menschen betroffen, 550 000 ha Land betroffen, 134 Tote (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Jebi ⇒ 55 Tote (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Soulik ⇒ 86 Tote (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • zwei Hurricanes in den USA ⇒ 49 Milliarden US Dollar Schäden (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Florence & Michael ⇒ 53 & 49 Tote (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • extreme Monsunregen ⇒ 4,3 Mia US Dollar schaden, 5,4 Mio Menschen waren betroffen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Überflutungen in Japan (Juni-Juli), Regen 1 0225 mm in 48h
    insgesamt 245 Tote, 6 767 Häuser wurden zerstört (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 135 Tote durch Kälte in Uttar Pradesh (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Brände in Athen ⇒ 99 Tote, meisten Tote durch Waldbrände seit 2009 (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Frederike in Europa ⇒ dreizehn Tote (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Sturm abnormaler Stärke in Europa ⇒ 3 Tote in Italien (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Klimawandel verursacht Extremwetterereignisse (Fluten und Dürren) (UN Development program 1.5°C) 62
  • Extremwetterereignisse können nicht komplett auf menschlichen Einfluss zurückgeführt werden, allerdings werden sie durch Veränderungen im Klima wahrscheinlicher (IPCC WG1) 66
  • relativ kleine Änderungen im Klima können substantielle Änderungen in der Wahrscheinlichkeit von extremen Wetterereignissen bewirken (IPCC WG1) 66
  • Alle Studien zu Extremwetterereignissen bestätigen häufigeres Auftreten (IPCC WG1) 66
  • Niederschlag in der nördl. Hemisphäre hat seit 1901 zugenommen (sehr sicher seit 1951) (IPCC WG1) 66
  • Hitzewellenhäufigkeit hat in diesem Zeitraum in weiten Teilen Europas Asiens und Australiens zugenommen (wahrscheinlich), Datenunsicherheit in Afrika und Südamerika (IPCC WG1) 66
  • Es ist jedoch nahezu sicher, daß die Häufigkeit und Intensität der stärksten tropischen Wirbelstürme im Nordatlantik seit den 70er Jahren zugenommen hat” (IPCC WG1) 66
  • Die ökonomisch verlustreichsten Überschwemmungen in Europa der letzten ca. 20 Jahre waren mit über 20 Mrd. € die Hochwasser im August 2002 (Large floods in Europe, 1985-2009, Hydrological Sciences Journal) – Materielle Schäden 12 Mrd EUR, 10 Mrd davon vielen auf Deutschland (What made the June 2013 flood in Germany an exceptional event? A hydro-meteorological evaluation, Hydrol. Earth Syst. Sci.)
  • Dürren und Extremwetterereignisse nehmen zu (IPCC SRLCC SPM) 67

(Bild: Bildungsserver Hamburg) 73

  • Staubstürme nehmen zu (naher Osten, Zentralasien,…) (IPCC SRLCC SPM) 67
  • globale Erwärmung und Urbanisierung begünstigen hohe Temperaturen in Ballungszentren, vor allem nachts (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Dürren und Extremwetterereignisse werden in vielen Regionen zunehmen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Mehr Orte werden von Überflutung bedroht sein (IPCC SROCC SPM) 70
  • Marine Hitzewellen werden immer häufiger und intensiver (2081-2100 20-50 Mal so häufig wie 1850-1900) (IPCC SROCC SPM) 70
    • Marine Hitzewellen: Die tägliche Temperatur der Ozeanoberfläche liegt in der 99. Perzentile (relativ zu 1982-2016)
    • Sie haben bereits zu großen Korallenbleichen geführt, die immer häufiger werden
  • Extremwetterereignisse (wie El Nino) werden häufiger (IPCC SROCC SPM) 70
  • Tropische Wirbelströme und Extremwellen werden zunehmen und in Kombination mit dem Meeresspiegelanstieg Küstengefahren verstärken (IPCC SROCC SPM) 70
  • Spanien 1996 in nur einer Stunde bei starkem Niederschlag: 87 Tote (Barredo, J.I.(2007): Major flood disasters in Europe: 1950–2005, Natural Hazards 42, 125-148)

Deutschland

  • Niederschläge in Deutschland (Klimawandel in Deutschland)
    • Die Niederschlagsmenge hat von 1881 bis 2014 um 10,2% zugenommen, verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990
    • Im Westen mehr als im Osten
    • Im Sommer gab es weniger Regen (-0,6%) und mehr Sonnenschein (Weltweit 4% mehr seit 1951)
    • Niederschläge nahmen und nehmen vor allem im Winter zu
    • Die Niederschlagsentwicklung im Sommer ist umstritten, weshalb sich hier keine genaue Aussage treffen lässt

(Bild: Sommertemperaturen in Deutschland 1880-2003, Bildungsserver Hamburg) 73

  • Der Globale Klima-Risiko-Index zeigt, wie stark Länder von Wetterextremen wie Überschwemmungen, Stürmen, Hitzewellen etc. betroffen sind. Wenngleich die Auswertungen über die Schäden und Todesopfer alleine noch keine Aussage darüber erlauben, welchen Einfluss der Klimawandel bereits bei diesen Ereignissen hatte, so lässt sich doch ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten zeichnen. Dies kann als Warnsignal verstanden werden, sich auf zukünftig möglicherweise vermehrte und stärkere Extremwetterereignisse durch Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel besser vorbereiten zu müssen. ⁸³
  • Untersucht werden die menschlichen Auswirkungen (Todesopfer) sowie die direkten ökonomischen Verluste. Japan, die Philippinen und Deutschland waren 2018 am stärksten von Extremwetterereignissen betroffen. Im Zeitraum zwischen 1999 und 2018 waren Puerto Rico, Myanmar und Haiti die am stärksten betroffenen Länder. Insgesamt kamen zwischen 1999 und 2018 mehr als 495 000 Menschen als direkte Konsequenz von über 12.000 Extremwetterereignissen zu Tode. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf etwa 3,54 Billionen US$ (in Kaufkraftparitäten). ⁸³

  • Japan, the Philippines and Germany are at the top of the list of the most affected countries in 2018 ⁸³
  • Between 1999 and 2018, Puerto Rico, Myanmar and Haiti were the countries most affected by extreme weather events. Altogether, about 495 000 people died as a direct result of more than 12 000 extreme weather events globally and losses between 1999 and 2018 amounted to around US$ 3.54 trillion ⁸³
  • In Europe, for example, extreme heat spells are now up to 100 times more likely to occur than a century ago. ⁸³
  • Of the ten most affected countries and territories in the period 1999 to 2018, seven were developing countries in the low income or lower-middle income country group ⁸³

Flucht

  • “Es wird projiziert, dass der Klimawandel die Vertreibung von Menschen verstärkt (mittlere Belege, hohe Übereinstimmung). Bevölkerungsgruppen, denen die Ressourcen für eine geplante Migration fehlen, sind in höherem Maße extremen Wetterereignissen ausgesetzt, insbesondere in Entwicklungsländern mit geringem Einkommen.” (IPCC) 22
  • 100-300 Millionen Menschen leben in Regionen, die in den nächsten 100 Jahren überschwemmt werden (IPBES) 37
  • ⅔ der Städte sind weniger als 10 m über dem Meeresspiegel (Anmerkungen, Hothouse earth paper) 39
  • durch Klimawandel werden große Regionen der Erde nicht mehr bewohnbar sein (Leopoldina) 68
  • Einige Inselstaaten werden wahrscheinlich unbewohnbar werden (IPCC SROCC SPM) 70

Gesundheit und Ernährung

  • bei >2 Grad ist die Ernährungslage in Gefahr (klima reporter) 74
  • bis Mitte des Jahrhunderts: Klimawandel wirkt sich vor allem in einer Verschärfung gesundheitlicher Probleme aus, vor allem Entwicklungsländer (IPCC) 22
  • Für städtische Gebiete werden aufgrund des Klimawandels erhöhte Risiken für Menschen […] projiziert, darunter Risiken durch Hitzestress […] Luftverschmutzung, Dürre, Wasserknappheit, […] (sehr hohes Vertrauen). Diese Risiken betreffen verstärkt diejenigen, denen die notwendige Infrastruktur und Dienstleistungen fehlen oder die in ungeschützten Gebieten leben.(IPCC) 22
  • Klimawandel häufiger negativ als positiv für Ernten (IPCC) 22
  • es braucht frühzeitige Maßnahmen (IPCC) 24
  • Die Degradation auf 23 % der Landfläche hat die landwirtschaftliche Produktivität verringert; Bestäuberverluste bergen ein Risiko von weltweiten Ernteausfällen im Wert von jährlich 235–577 Milliarden US-Dollar. (IPBES SPM GLOBAL) 36
  • Mountain glaciers sorgt für Trinkwasser für mehr als 1 Milliarde Menschen, schmiltzt schnell (Anmerkungen, hothouse earth paper) 39
  • bei 3 Grad: Dürren wie 2003 normal (AWI Studie Dürren in Europa) 43
  • bei 3 Grad: Flächen der Dürregebiete von 13 auf 26% (im Vergl. zu 1971-2000) (AWI Studie Dürren in Europa) 43
  • Dürren dauern drei bis viermal länger => 400 Mio Menschen sind betroffen (AWI Studie Dürren in EuroEnen geht zurück (35mm in einer Tiefe von 2m) . Das heißt mit anderen Worten, dass auf einem Quadratkilometer 35.000 Kubikmeter Wasser nicht mehr zur Verfügung stehen (AWI Studie Dürren in Europa) 43
  • Deutschland vergleichsweise gering betroffen aber auch hier würde die Sommer trockener werden (AWI Studie Dürren in Europa) 43
  • Gleichzeitig herrschte in weiten Teilen Europas außergewöhnliche Hitze und Dürre. (S4F Statement) 48
  • Mitteleuropa erlebte die größte Hitzewelle dieser Heißphase zwischen Ende Juli und Anfang August. Diese führte in Frankreich zu 1.500 überdurchschnittlichen Todesfällen (WMO Statement on the state of the global climate in 2018, 2019). 48
  • Anfang Dezember 90% des Gesamtbodens in Deutschland von extremer Dürre betroffen waren (UFZ, 2019). 48
  • Die Kartoffelernte lag 25% unter Vorjahr, die Getreideernte betrug lediglich 17% des Vorjahres (Statistisches Bundesamt, 2019) So hatten die Bundesländer im August Schäden von rund 3 Milliarden Euro gemeldet (FAZ, 2018a). 48
  • Anhaltend hohe Lufttemperaturen sind ein Gesundheitsrisiko, denn das körpereigene Kühlsystem kann dann überlastet werden. (S4F Statement) 48 Die Effekte lassen sich statistisch nachweisen (UBA, 2018a) 48
  • Im Hitzesommer 2003 starben europaweit mindestens 80.000 Menschen vorzeitig auf Grund der Hitzebelastung (Robine, Cheung, Le Roy, Van Oyten & Herrmann, 2007), in Deutschland waren es ca. 7.000 (UBA, 2018a). 48
  • 1500 frühzeitige Tote wurden gezählt (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 2018: Dürren auch in Australien (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 153 Tote in Japan auf Hitze zurückzuführen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • California, Brände ⇒ 85 Tote, meisten Tote durch Waldbrände seit 100 Jahren (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Weitere Brände in Kalifornien im Juli & AUG, größten in der Geschichte ⇒ 185 800 ha betroffen, 8 Tote, 1,5 Mia US Dollar Schaden (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Sturm abnormaler Stärke in Europa ⇒ 3 Tote in Italien (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 2018 insgesamt (auf Basis von Analysen von 281 Ereignissen) 62 Mio Menschen betroffen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Fluten haben 35 Mio Menschen betroffen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 9 Mio Menschen betroffen von Dürren (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Unterernährte Menschen in 2017 auf 821 Mio gestiegen (Dürren, Extremwetterereignisse,.. mitverantwortlich) (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • “Climate variability and extremes are a key driver behind the recent rise in global hunger and one of the leading causes of severe food crises” (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 2015, Karachi & Pakistan: 65 000 Menschen wurde ins Krankenhaus eingeliefert mit auf Hitze rückgeführten Symptome (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Hitze ⇒ von Wetter verursachte Todesfälle & Verstärkt Krankheiten wie Diabetes, psychischen Stress, Asthma und steigt die Wahrscheinlichkeit für Infektionen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 2003: 70.000 Menschen in Europa starben an den Wetterereignissen Juni – Sep (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 2010: 55 000 vorzeitige Todesfälle, ausgelöst von 33 Tage langer Hitzewelle in der Russischen Federation (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Hitze hat weltweit einen psychologischen Einfluss auf Menschen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Hat auch indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit, wie Infrastruktur wird anfälliger, Luftqualität sinkt, etc (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Kinder, Ältere, Infizierte, Schwangere, Arbeiter, Athleten, Menschen die viel Draußen arbeiten und Arme sind besonders Betroffen aber insgesamt kann sich niemand vor den Gesundheitlichen Gefahren komplett drücken (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Von den nicht übertragbaren Krankheiten ist Luftverschmutzung in und außerhalb des Hauses die zweitgrößte Todesursache (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Begrenzung auf 1,5 Grad: reduziert eine immer stärker werdende Todesursache: Hitzetote (7 Mio pro jahr) mehr als Tabak oder Alkohol (UN Development program 1.5°C) 62
  • Luftverschmutzung tötet pro Jahr 7 Millionen Menschen vor allem durch Kraftwerke , Fahrzeuge und Industrien (Tendenz steigend) (UN Development program 1.5°C) 62
  • Ernteerträge bis 2050 -5% allein durch Luftverschmutzung (UN Development program 1.5°C) 62
  • Menschen verbrauchen ein Viertel bis ein Drittel der potenziellen Nettoproduktion für Lebens- & Futtermittel, Ballaststoffe, Holz und Energie (IPCC SRLCC SPM) 67
  • wirtschaftlicher Ansatz: terrestrische Ökosystemleistungen der Welt auf jährlicher Basis entspricht in etwa den jährlichen globalen Bruttoinlandsprodukt (IPCC SRLCC SPM) 67
  • LaWi verbraucht derzeit ca. 70% des ww Süßwassers (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Bevölkerungswachstum + Veränderung des pro Kopf Verbrauchs ⇒ hohe Nutzungsraten von Land und Süßwasser (IPCC SRLCC SPM) 67
  • seit 1961: pro Kopf Angebot an pflanzl. Ölen und Fleisch mehr als verdoppelt (IPCC SRLCC SPM) 67
  • pro Kopf angebot von Kalorien um ⅓ gestiegen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • 25-30% der Lebensmittel werden verschwendet oder gehen verloren (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Veränderungen im Konsumverhalten haben dazu beigetragen, dass heute etwa 2 Milliarden Erwachsene übergewichtig oder fettleibig sind (IPCC SRLCC SPM) 67
  • 821 Mio Menschen sind unterernährt (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Die Bodenerosion auf landwirtschaftlichen Feldern wird derzeit auf das 10- bis 20-fache (keine Bodenbearbeitung) bis mehr als das 100-fache (konventionelle Bodenbearbeitung) höher geschätzt als die Bodenentstehungsrate (IPCC SRLCC SPM) 67
  • seit 1961: Gesamtproduktion von Nahrungsmitteln um 240% gestiegen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Baumwolle: +162% (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Klimawandel (v. a. Extremwetterereignisse) haben Ernährungsunsicherheit beeinträchtigt (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Klimawandel kann Landdegradationsprozesse verschärfen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Es gibt stichhaltige Beweise dafür, dass landwirtschaftliche Schädlinge und Krankheiten bereits auf den Klimawandel reagiert haben, was sowohl zu einem Anstieg als auch zu einem Rückgang des Befalls führt (hohes Vertrauen)” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Zukünftige Nettozuwächse der CO2-Emissionen aus Vegetation und Böden infolge des Klimawandels werden voraussichtlich dem verstärkten Abbau durch CO2-Düngung und längeren Vegetationsperioden entgegenwirken” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Bei etwa 1,5°C der globalen Erwärmung werden die Risiken durch Trockenwasserknappheit, Waldbrandschäden, Permafrostdegradation und Nahrungsmittelversorgungsinstabilitäten voraussichtlich hoch sein” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “ Bei etwa 2°C globaler Erwärmung wird das Risiko einer Permafrostdegradation und einer instabilen Nahrungsmittelversorgung als sehr hoch projiziert “ (IPCC SRLCC SPM) 67
  • hoher CO2 Gehalt kann die Nährwertqualität von Nutzpflanzen senken (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Lebensmittelversorgung gefährdet (zunehmend) (IPCC SRLCC SPM) 67
  • durch höhere Einkommenssteigerung ⇒ verändertes Konsumverhalten, höhere Nachfrage an Nahrungs-, Futtermittel, Wasser (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Alle bewerteten zukünftigen sozioökonomischen Wege führen zu steigender Wassernachfrage und Wasserknappheit (hohes Vertrauen)” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Hitzewellen waren die tödlichste meteorologische Gefahr in der 2015-2019 Periode,” (WMO, United in Science) 70
  • Afrika, Zentralamerika, Brasilien, Karibik, Australien und teile des Nahen Ostens: 2015-17 zunahme an Dürreperioden im vergleich zum, 14 Jahresdurchschnitt (WMO, United in Science) 70
  • 125 mio Menschen, die Hitzewellen ausgesetzt sind (SRY Unite in Science) 70
  • durchschnittliche Hitzewelle länger als 1986-08 durchschnittliche ⇒ mehr Todesfällen, erkrankten (WMO United in Science) 70
  • bis 2050 70% der Menschen leben in Städten und werden extremer Hitze ausgesetzt sein (WMO, Unite in Science) 70
    • deswegen braucht es Maßnahmen zur Veränderung der städtischen Umwelt (WMO, Unite in Science) 70
  • Die Abnahme der Kryosphäre hat schon zu (größtenteils negativen) Veränderungen von Ernährungssicherheit, Wasserverfügbarkeit und -qualität, Gesundheit, Infrastruktur, Tourismus, Transport und menschlicher (besonders indigener) Kultur geführt (IPCC SROCC SPM) 70
  • Rund 4 Mio. Menschen leben in der Arktis, darunter ca. 10% Indigene. (IPCC SROCC SPM) 70
  • Rund 10% (680 Mio.) der gesamten Menschheit leben in Küstenregionen, bis 2050 schätzungsweise über eine Milliarde (IPCC SROCC SPM) 70
  • Rund 10% (670 Mio.) der gesamten Menschheit leben in Hochgebirgsregionen (2050 wahrscheinlich zwischen 740 und 840 Mio.) (IPCC SROCC SPM) 70
  • langfristiger Anstieg der Temperaturen befördert die Ausbreitung von Krankheitsüberträgern wie Stechmücken, Zecken oder Wanzen (UBA Klimafolgen)
  • in Deutschland erhöhtes Gefahrenpotential durch Hantaviren, Borrelien und FSME-Viren (UBA Klimafolgen)
  • Risiko, dass gesundheitsgefährdende Tiere oder Pflanzen in Deutschland heimisch werden, steigt durch den Klimawandel (UBA Klimafolgen)
  • Pollensaison wird länger, Pollenproduktion wird durch steigende CO2-Konzentration stärker (UBA Klimafolgen)
  • Erhöhung der bodennahen Ozonkonzentration verursacht Schleimhautreizungen, Reaktionen der Atemwege wie eine Einschränkung der Lungenfunktion, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Beeinträchtigung der physischen Leistungsfähigkeit (UBA Klimafolgen)
  • Weizen reagiert sehr empfindlich auf hohe Temperaturen (UBA Klimafolgen)
  • durch steigende Temperaturen ist mit der Verbreitung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen zu rechnen (UBA Klimafolgen)
  • ausgetrocknete Böden sind anfällig für Erosion (UBA Klimafolgen)
  • Allein durch den Klimawandel kommt es vor allem in Nordeuropa zu Erntesteigerungen. So werden die Weizenerträge bis 2080 um 10-30 % steigen. (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Die größten Ernterückgänge werden im Mittelmeerraum, auf dem SW-Balkan und im Südteil des europäischen Russland erwartet (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Landwirtschaft in Afrika ist besonders empfindlich (Bildungsserver Hamburg) 73

  • Abb. 1: Veränderung der Agrarproduktion bis 2080 durch den Klimawandel, unter Einbeziehung des CO2-Düngungseffekts (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Die negativen Auswirkungen durch den Klimawandel schwächen die erwarteten Produktionssteigerungen in diesem Jahrhundert allerdings nur ab, sie kehren sie bei weitem nicht um, was bei der erwarteten Bevölkerungszunahme allerdings auch einer Katastrophe gleichkäme. Die Reduktion reicht von 20-30 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2020 bis zu 70-80 Millionen Tonnen um 2080. Die Konsequenz wären etwa 40-70 Millionen unterernährte Menschen bis 2100 mehr als ohne den Klimawandel. (Bildungsserver Hamburg) 73

Gletscher und Eisschilde: Grundlegendes

  • Gletscher bilden sich da, wo gefallener Schnee in warmen und trockenen Zeiten nicht vollständig abschmilzt (bildungsserver Hamburg) 73
    • Zu unterscheiden von Eisschilden, davon gibt es auf der Erde aktuell nur 2: in Grönland und Antarktis (dort kann es aber auch Gletscher geben)
    • Es ist nicht ganz klar, wie viele Gletscher es auf der Erde genau gibt (ca. 170.000) (bildungsserver Hamburg) 73
    • Besonders seit den 1980ern gehen die Gletscher stark zurück (Bildungsserver Hamburg) 73
  • große Eisschilde in Antarktis und Grönland:
    • Bei vollständigem Abschmelzen Meeresspiegelanstieg bis zu 70m (Rignot, Mass Balance of Polar Ice Sheets)
  • Massenverlust der Eisschilde: 40 +/- 9 Gt pro Jahr (1979-1989) auf 166 +/- 18 Gt pro Jahr (1999-2009) auf 252 +/- 26 Gt pro Jahr (2009-17) ⇒ könnte zu einem starken Anstieg des Meeresspiegels führen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • der durch das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes ausgelöste Meeresspiegelanstieg steigt ebenfalls weiter: 4,6 mm pro Jahrzehnt auf. 14 +/- 2 mm seit 1979 (SRY Unite in Science) 70
  • Im Durchschnitt unterschätzen Modelle den Rückgang des arktischen Eis (Quotes, Klimawandel in Deutschland, Latif) 71
  • Verluste von Eisschilden zwischen 2006 und 2015 (IPCC SROCC SPM) 70
    • 360 Gigatonnen Eis sind ungefähr 1mm globaler durchschnittlicher Meeresspiegelanstieg (IPCC SROCC SPM) 70
    • Grönländischer Eisschild: aktuell 278 ± 11 Gigatonnen pro Jahr (IPCC SROCC SPM) -> reagiert aktuell deutlich stärker als der Antarktische Eisschild auf den aktuellen Klimawandel
      • 2002-2003 waren es nur 137Gt Verlust pro Jahr (Velicogna 2009, Increasing rates of ice mass loss from the Greenland and Antarctic ice sheets revealed by GRACE)
      • Ein vollständiges Abschmelzen wäre wahrscheinlich irreversibel
    • Antarktischer Eisschild: 155 ± 19 Gigatonnen pro Jahr (IPCC SROCC SPM) 70
      • Größter Verlustpunkt: Westantarktischer Eisschild (IPCC SROCC SPM) 70
  • Andere Gletscher (außerhalb von Grönland und Antarktis): durchschnittlich 220 ± 30 Gigatonnen pro Jahr (IPCC SROCC SPM) 70
    • Einige Gletscher lassen sich nicht mehr retten (IPCC SROCC SPM) 70
      • sogar, wenn sich das Klima nicht mehr ändert, verlieren Gletscher in den nächsten Jahrzehnten rund ein Drittel ihrer Fläche und Masse (Bildungsserver Hamburg) 73
    • Die Abnahmegeschwindigkeit wird sich im 21. Jahrhundert und danach wahrscheinlich verstärken, starke Reduktionen der Treibhausgasemissionen können Veränderungen nach 2050 abschwächen
      • in einigen Emissionsszenarien wird bis 2100 ein Meeresspiegelanstieg von 2 Metern prognostiziert (IPCC SROCC SPM) 70

→ Aktuell sind der Eisverlust und das Gletscherschmelzen die Hauptquelle für Meeresspiegelanstieg (Beobachtungszeitraum 2006-2015) (IPCC SROCC SPM) 70

Gletscher in Europa

  • Die Gletscher der Europäischen Alpen z.B. haben zwischen dem Ende der Kleinen Eiszeit (1850) und 1975 etwa die Hälfte ihres Volumens verloren. Weitere 10 % (bzw. 20-25 % der verbliebenen Masse) verloren sie zwischen 1975 und 2000 und noch einmal 2 % pro Jahr von der verbliebenen Masse im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (2000-2009) (Bildungsserver Hamburg) 73

Grönland Gletscher

  • aktuelle Entwicklung (2003-2012): Die Daten zeigen starke Verluste von bis zu 10 cm jährlich vor allem im Süden und Westen der Insel. (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Die Messungen zeigen u.a., dass sich der Massenverlust des Eisschildes auf Grönland von 137 Gt/Jahr im Zeitraum 2002-2003 auf 286 Gt/Jahr im Zeitraum 2007-2009 mehr als verdoppelt hat (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Bei einer Erwärmung des Ozeanwassers von 3 °C ist damit zu rechnen, dass einige hundert Meter der ins Meer mündenden Eiszungen pro Jahr abgeschmolzen werden. (Bildungsserver Hamburg) 73
  • wird die Temperatur um 8 oC zunehmen, was in den nächsten 1000 Jahren zum völligen Abschmelzen des Grönlandeises und einem Meeresspiegelanstieg um 7 m führen wird. (Bildungsserver Hamburg) – dieser Prozess wird wahrscheinlich irreversibel sein (Bildungsserver Hamburg) 73

Arktis

  • (alles ungekennzeichnete (IPCC SROCC SPM) ) 70
    • Die Schneebedeckung an Land in der Arktis geht zunehmend zurück, auch in fast allen Hochgebirgsregionen
    • außergewöhnlich hohe Temperaturen in der Arktis; eine Verdreifachung des Gletscherschwundes in der Antarktis seit 2012 (S4F Statement) 48
    • Zwischen 1979 und 2018 ist die Eisbedeckung im Arktischen Ozean wahrscheinlich für alle Monate im Jahr gesunken. Im September sehr wahrscheinlich um 12.8 ± 2.3% (pro Jahrzehnt)
      • So große Veränderungen im September gab es wahrscheinlich seit mindestens 1000 Jahren nicht
        • Bei 1,5 Grad wird die Arktis im September mit einer Wahrscheinlichkeit von 1% ohne Seeeis sein, bei 2 Grad zwischen 10 und 35%
      • Die Eisschicht wird immer dünner und Eis hält immer seltener mehrere Jahre (2018 gab es 90% weniger mehrjähriges Eis als 1979)
    • In der Arktis wirkt sich globale Erwärmung stärker aus (in den letzten 2 Jahrzehnten erwärmte sich die Lufttemperatur mehr als doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt)
    • Ausbreitung des Arktischen Eises war 2018 stark unterdurchschnittlich (14,48 km2, 7% unter 1981-2010 im März) nur 2016 und 2017 waren weniger (WMO, United in Science) 70

Antarktis

  • (alles nicht weiter gekennzeichnete (IPCC SROCC SPM) ) 70
  • Beschleunigung des Eisflusses hat das Potenzial, den Meeresspiegel innerhalb weniger Jahrhunderte um mehrere Meter zu erhöhen, wird an mehreren Orten beobachtet (IPCC SROCC SPM) 70
    • Könnten eine irreversible Instabilität des Eisschildes auslösen, der ein etwa 9 Mal so großes Eisvolumen wie der Grönländische Eisschild hat (Bildungsserver Hamburg) Ausnahmen sind die Küstenzonen und die Antarktische Halbinsel. (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Abschmelzen des antarktischen Meereises (1979 – 2012) 1,2-1,8%/Jahrzehnt zunimmt (im Vergleich zu 0,13-0,20) (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Der westantarktische Teil des Antarktischen Eisschildes gilt als am stärksten gefährdet und könnte bei vollständigem Abschmelzen den Meeresspiegel um ca. 4,3m steigen lassen (Turner 2017, Atmosphere-ocean-ice interactions in the Amundsen Sea Embayment, West Antarctic)
  • Für das 21. Jahrhundert wird das oberflächliche Abschmelzen des antarktischen Eisschildes wegen der niedrigen Temperaturen als relativ gering eingeschätzt.
  • Netto wird die Masse des Eisschildes um ca. 5 % zunehmen und damit zu einer Absenkung des Meeresspiegels nur durch Schneefall und oberflächliches Abschmelzen um 2 cm nach dem Szenario RCP2.6 und um 4 cm nach RCP8.5 bis 2100 führen.
  • Spielt auf lange Sicht (mehrere Hundert Jahre) eine immer größere Rolle (Hamburger Bildungsserver) 73

Westantarktische Halbinsel

  • Die Temperaturen der Antarktischen Halbinsel sind in den letzten Jahrzehnten deutlich stärker als im globalen Mittel gestiegen. So nahmen sie im nördlichen Teil zwischen 1950 und 2000 um 2,5 °C zu, im Vergleich zu 0,6 °C global (Bildungsserver Hamburg) 73
  • 87 % der Gletscher der Antarktischen Halbinsel befinden sich aktuell auf dem Rückzug. (Bildungsserver Hamburg) 73

Westantarktisches Eisschild

  • Die Westantarktis gilt als der für die nächste 100 Jahre am stärksten gefährdete Teil des gesamten antarktischen Eisschildes und würde bei einem vollständigen Abschmelzen den globalen Meeresspiegel um 4,3 m ansteigen lassen (Bildungsserver Hamburg) 73

Ostantarktischer Eisschild

  • Das Ostantarktische Eisschild würde bei vollständigen Abschmelzen den globalen Meeresspiegel um 53 m ansteigen lassen. (Bildungsserver Hamburg) 73
  • gilt als vergleichsweise stabil (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Dieses submarine Eis der Ostantarktis würde bei seinem Abschmelzen den Meeresspiegel um 19,2 m ansteigen lassen (Bildungsserver Hamburg) 73

Meeresspiegel

  • große Unsicherheiten hier, auch, weil man die Eisdynamik nicht genau vorhersagen kann
  • Die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs seit Mitte des 19. Jahrhunderts war größer als die mittlere Geschwindigkeit in den vorangegangenen zwei Jahrtausenden (hohes Vertrauen). Im Zeitraum 1901 bis 2010 ist der mittlere globale Meeresspiegel um 0,19 [0,17 bis 0,21] m gestiegen (siehe Abbildung SPM.3). (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • thermische Ausdehnung des Ozeans erklären ca. 75%
  • globale Ozean wird sich im 21. Jahrhundert weiter erwärmen und der Meeresspiegelanstieg geht über 2100 hinaus, auch, wenn das Pariser Klimaabkommen eingehalten wird (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Der mittlere globale Meeresspiegelanstieg für 2081–2100 bezogen auf 1986–2005 wird wahrscheinlich im Bereich von 0,26 bis 0,55 m für RCP2.6, 0,32 bis 0,63 m für RCP4.5, 0,33 bis 0,63 m für RCP6.0 und 0,45 bis 0,82 m für RCP8.5 sein (mittleres Vertrauen ) (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • (Bildquelle Hamburger Bildungsserver) 73
  • mit hoher Sicherheit schmilzt das grönländische Eisschild, wenn ein Schwellenwert überschritten wird ⇒ Anstieg von 7 Metern (über sehr langen Zeitraum)
    • Schwellenwert für grönländisches Eis <4 Grad
  • Meeresspiegel seit 1900 um 16-21cm angestiegen (>3mm/Jahr in den letzten 20 Jahren) (IPBES SPM) 37
  • im Ozean Erwärmung messbar bis in 2km Tiefe (Leopoldina) 68
  • 2018: Meeresspiegel 3,7 mm höher als 2017, 1993-2018: 3,15+/- 0,3mm pro Jahr (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • “antarktische Eisdecke speichert das Äquivalent von ~58 m des GMSL-Anstiegs. Ihr potenzieller Beitrag zum Meeresspiegel in den nächsten 10. 000 Jahren übersteigt bei weitem den aller anderen möglichen Quellen” (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • “Für eine ECS von 3,5 °C werden die thermische Ausdehnung und der Massenverlust durch Gletscher und die grönländischen und antarktischen Eisschilde geschätzt, um einen Anstieg der GMSL von etwa 25 bis 52 m innerhalb der nächsten 10.000 Jahre zu bewirken,” (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Meeresspiegelanstieg nicht überall gleich (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • “Allerdings wird die Mehrheit der Küstenlinien einen Anstieg erleben, der innerhalb von ~20% des GMSL-Wertes liegt.” (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • wir haben jetzt schon Emissionen verursacht, die zu einem Anstieg führen, der größer ist als das, was über einen Großteil der aufgezeichneten menschlichen Zivilisation bekannt ist (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • “Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass bei einer anhaltenden Erwärmung um 3 °C in den nächsten 2000 Jahren 25-36 Länder mindestens 10% ihrer Gebiete durch den Meeresspiegelanstieg verlieren werden” (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Es gibt 122 Länder in denen 10% der Bevölkerung von Küstenunterwanderung betroffen sein werden (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • 19% der Gesamtbevölkerung (von 2010) lebt unterhalb der Schwelle (welche?) (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • wird zu Überschwemmung und Unterwasserung vieler Megastädte kommen (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Menge an Eis auf dem Meer nimmt ab, dünnes Eis ist weniger widerstandsfähig gegen Wind (IPCC WG1) 66
  • Verschwinden des Eises geht schneller voran als in den Schätzungen (IPCC WG1) 66

Klimafolgensimulation

  • “Es wächst die Erkenntnis, dass die Klimaauswirkungen härter und früher eintreten als noch vor einem Jahrzehnt.” (WMO, United in Science) 70

1,5 Grad vs. 2 Grad

  • Temperatur der Ozeane höher (IPCC) 4
  • häufigere und stärkere Hitzeextremen (IPCC) 4
  • heiße Tage werden im Schnitt vier statt drei Grad wärmer und kalte Nächte im Schnitt 6 statt 4,5 Grad wärmer (IPCC) 4
  • Risiko von Dürren steigt (IPCC) 4
  • Meeresspiegel steigt um 0,1 Meter mehr an (bis 2100) ⇒ 10 Mio Menschen mehr betroffen (IPCC) 4
  • Auf Biodiversitäts bezogene Risiken steigen (IPCC) 4
  • fast alle Korallenriffe dann abgestorben (IPCC) 4
  • Bestandesdichte vieler Tierarten beeinträchtigt (IPCC) 4
  • Ertrag der Meeresfischerei sinkt um mehr als 3 Mio (IPCC) 4
  • Risiken für Wirtschaft und Gesundheit steigen (IPCC) 4
  • Armut nimmt vermutlich in manchen Regionen zu (IPCC) 4
  • bei 2°C könnten nicht umkehrbare Prozesse in Gang gesetzt werden, die zu noch höheren Temperaturen führen (Hothouse earth paper) 38

Climate Change Commitment

  • “climate change commitment” bezeichnet die Klimaänderungen, die noch nicht eingetreten, aber für die Zukunft nicht mehr zu verhindern sind (IPCC WG1) 66
  • Umsetzung der jetzigen NDCs ⇒ Temperaturanstieg von 2,9-3,4 Grad bis 2100 (WMO, United in Science) 70
    • Niveau der jetzigen NDCs müsste verdreifacht werden um 2 Grad zu erreichen, verfünffacht um 1,5 Grad zu erreichen, Technisch ist es noch möglich (WMO, United in Science) 70
  • Emissionslücke im Jahr 2030 zwischen Emissionswerten der vollständiger Umsetzung der bedingten NDCs und den Werten, die mit den kostengünstigsten Wegen zur Erreichung des 2 °C-Ziels übereinstimmen, beträgt 13 GtCO2e. (WMO, United in Science) 70
    • mit bedingungslosen NDCs: 15 GtCo2e bzw. 32 (WMO, United in Science) 70
    • die Lückenzahlen haben sich 2018 erhöht (WMO, United in Science) 70
  • jetzigen NDCs senken die globalen Emissionen bis 2030 um 6 GtCO2e (WMO, United in Science) 70
  • Umsetzung der bedingten NDCs ⇒ bis 2100 verringerung der globalen erwärmung um 0,2 Grad (WMO, United in Science) 70
  • emissionsminderungspotential (geschätzt): 30-40 GtCO2e (WMO, United in Science) 70
  • NDCs müssen stark steigen und schnelle Handlungen sind erforderlich um nicht 1,5 oder <2 Grad unmöglich zu machen (WMO, United in Science) 70

Auswirkungen auf die Meere

  • dadurch, dass der Ozean einen Teil der emittierten CO2 Emissionen aufnimmt versauert er (Naturwissenschaftliche Grundlagen IPCC AR5) 21
  • pH-Wert seit Beginn des Industriezeitalters um 0,1 gesunken (Naturwissenschaftliche Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Sauerstoffkonzentration im Meer sinkt in viele Gebieten ⇒ Ursache nicht 100% klar, Klimawandel wird vermutet (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Das Meer hat seit 1765 seinen pH-Wert von 8.2 auf 8.1 geändert (IPCC WG1) 66
  • im Schnitt Änderung zwischen -0,0015 und -0,0024 pro Jahr (IPCC WG1) 66
  • Meeressäuregehalt ist um 26% gestiegen (WMO, United in Science) 70

Wirtschaft

  • Klimawandel verlangsamt das Wirtschaftswachstum (IPCC AR5 SYR) 22
  • Schäden könnten Wirtschaftszusammenbruch (global oder regional) verursachen (Anmerkungen, hothouse earth paper) 39
  • Betrachtung der Kosten des Klimawandels kommt zu kurz (Leopoldina) 68
  • Kosten steigen schon heute durch Extremwetterlagen, Dürren, Ernteausfälle und Waldschäden, aber treffen vor allem kommende Generationen (Leopoldina) 68
  • es wird aber auch “Klimagewinner” geben (Leopoldina) 68
  • Politik muss Planungssicherheit geben und den “Business-as-usual”-Pfad schnell verlassen (Leopoldina) 68
  • klimaorientierte Investitionen leisten schon jetzt Beitrag zum Wohlstand (Leopoldina) 68
  • Protektion veralteter Technologien und Wirtschaftsstrukturen schafft keine Arbeitsplätze (Leopoldina) 68
  • Klimapolitik sichert Wohlstand durch Innovationen (Leopoldina) 68
  • Nichtstun führt zu hohen Kosten (Leopoldina) 68
  • bessere Risikoabschätzung nötig, um Kosten und Schäden des Klimawandels besser abschätzen zu können (Leopoldina) 68
  • Produktivität an die Durchschnittstemperatur gekoppelt (besteht zumindest ein Zusammenhang): um Durchschnittlich 13 Grad (USA, China): Produktivität am höchsten, je größer die Abweichung (von der “optimalen” Temperatur) desto unproduktiver (nature.com) 72
  • Die AGDW schätzt die Schäden (des Borkenkäfers, Waldsterben, etc) bundesweit auf 2,5 Milliarden Euro
  • zwei Hurricanes in den USA ⇒ 49 Mrd US Dollar Schäden (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • extreme Monsunregen ⇒ 4,3 Mia US Dollar schaden (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Weitere Brände in Kalifornien im Juli & AUG, größten in der Geschichte ⇒ 185 800 ha betroffen, 8 Tote, 1,5 Mia US Dollar Schaden (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Insgesamte Schäden der US Waldbrand Zeit: 24 Mrd US Dollar (Rekord) (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Dallas Fort Worth Region 6. Juni, 1,3 Mia US Dollar Schaden durch Hagelstürme (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Denver-Boulder-Fort Collins corridor on 18–19 June, 2,2 Mrd US Dollar Schaden (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 50 Mio US Dollar Schäden in 2018 (300 Mio in 2017) (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad führt zu mehr Sicherheit für Mensch und Umwelt und zu verbesserten wirtschaftlichen Aussichten (UN Development program 1.5°C) 62
  • reduziert das Risiko von Ertragseinbußen bei Nutzpflanzen um 10-15% in wichtigen Regionen im Vergleich zu 2 Grad (UN Development program 1.5°C) 62
  • bei 1,5 Grad: kosten für Erneuerbare Energien auf ein fünftel reduziert (UN Development program 1.5°C) 62
  • bis 2050 so doppelt so viele Arbeitsplätze (UN Development program 1.5°C) 62
  • in Ländern wie China, Bangladesch Indien etc BIP Wachstum von -50% prognostiziert (UN Development program 1.5°C) 62
  • aktuell politische Kurs wird globales BIP um etwa 30 Billionen US Dollar senken (UN Development program 1.5°C) 62
  • Die Begrenzung des Anstiegs auf 1,5°C führt zu den geringsten wirtschaftlichen Verlusten aller potenziell erreichbaren Erwärmungsniveaus und vermeidet einen Verlust von 12 Billionen US-Dollar (ca. 10% des globalen BIP) an die Weltwirtschaft bis 2050 (UN Development program 1.5°C) 62
  • Ernteerträge bis 2050 -5% allein durch Luftverschmutzung (UN Development program 1.5°C) 62
  • Bekämpfung des Klimawandels schafft Arbeitsplätze (UN Development program 1.5°C) 62
  • mit einer auf 1,5° ausgerichteten Politik bei erneuerbaren Energien könnte man die Anzahl an Jobs in der Energiebranche bis 2030 um 68% erhöhen, bis 2050 sogar verdoppeln (UN Development program 1.5°C) 62
  • erneuerbare Energien könnten die Abhängigkeit von Ölstaaten verringern (UN Development program 1.5°C) 62
  • je später die nötige Klimapolitik betrieben wird, desto teurer wird sie (UN Development program 1.5°C) 62
  • nicht nachhaltige LaWi ⇒ negative wirtschaftliche Auswirkungen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Klimawandel verschärft das noch (IPCC SRLCC SLM) 67
  • mit Verlust von Ökosystemen kommen auch ihre Dienstleistungen abhanden ⇒ große wirtschaftliche Auswirkungen (hohes Vertrauen) (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Hurrikan Saison 2017: Atlantik >125 Mrd US Dollar (WMO, United in Science) 70
  • Klimawandel führt zu wirtschaftlichen Schäden in Entwicklungsländern: das BIP get in Ländern mit 25 Grad durchschnittlichen Temperaturen und einem Anstieg von + 1 Grad ⇒ BIP Wachstum geht und 1,2 % zurück, dort leben ca. 60 % der Bevölkerung, bis zum ende des jahrhunderts: 75% (WMO, United in Science) 70
  • Anpassungskosten an die Folgen des Klimawandels in den Städten werden bis 2030 von 140 bis 300 Mrd USD geschätzt
  • Die Erwärmung hat insgesamt das maximale Fangpotenzial verringert (IPCC SROCC SPM) 70
  • Klimawandel verschlechtert die Gesundheit von Arbeitnehmer*innen (UBA Klimafolgen)
  • Industrie und Gewerbe haben einen hohen Wasserbedarf, sind anfällig gegenüber Wassermangel (UBA Klimafolgen)
  • Extremwetterereignisse können hohe Schäden verursachen, vor allem in Gewerbegebieten (UBA Klimafolgen)
  • Die jährlichen Schäden durch Hochwasser liegen in den 27 EU-Staaten gegenwärtig bei 6,4 Mrd. €, (Feyen, L., R. Dankers, K. Bódis, P. Salamon and J.I. Barredo (2011): Fluvial flood risk in Europe in present and future climates, Climatic Change, DOI 10.1007/s10584-011-0339-7)

Klimagerechtigkeit

heutige vs. zukünftige Generationen

  • Kosten steigen schon heute durch Extremwetterlagen, Dürren, Ernteausfälle und Waldschäden, aber treffen vor allem kommende Generationen (Leopoldina) 68
  • Verhaltensänderung heutiger Generationen nicht durch eigene Leidenserfahrung möglich, weil die Klimafolgen erst zukünftige Generationen betreffen, stattdessen rationale Argumente nötig (Leopoldina) 68
  • Menschen handeln in der Regel eher auf kurzfristige Gewinne bedacht, Bedrohungsszenarien motivieren wenig (Leopoldina) 68
  • deswegen unmittelbare positive Anreize für klimafreundliches Handeln notwendig (Leopoldina) 68
  • jetztige politische Ereignisse haben Auswirkungen auf die nächsten Jahrtausende (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • politische Debatte geht immer über die Folgen für das 21. Jahrhundert, aber die Folgen sind weitreichender (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • ein großer Teil des in den nächsten 100 jahren ausgestoßenen CO2 wird für Tausende Jahre in der Atmosphäre bleiben (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Schlüsselfaktoren sind recht sicher, nur wann sie eintreten ist noch nicht ganz klar (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • deswegen langfristige Perspektive im Kopf behalten (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • wichtig, langfristige Sicht bei Entscheidungen im Blick zu haben, weil die Auswirkungen vielleicht noch da sind, wenn es uns selbst nicht mehr gibt (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • auch wenn Emissionen jetzt stabilisiert oder reduziert werden, wird der Meeresspiegel weiter steigen ⇒ Folgen für die nächsten Jahrhunderte (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • GMSL wird steigen, um wie viel hängt von jetzigen politischen Entscheidungen ab
  • Kosten auf die sehr vielen kommenden Generationen gerechnet sehr sehr hoch (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • trotzdem spielen die Generationen von morgen in den politischen Entscheidungen von heute kaum eine Rolle (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Klimafolgen müssen über das 21. Jahrhundert hinaus betrachtet werden, um das ganze Bild zu zeigen (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66

Klimadividende

  • Erhöhung der Energiesteuern im Rahmen eines CO2-Preises trifft ärmere Haushalte proportional stärker, weil sie genauso heizen müssen wie alle anderen Haushalte auch, Erhöhung der Kraftstoffsteuer trifft tendenziell eher wohlhabendere Pendler*innen (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Rückzahlung einer Klimapauschale von 80€ pro Person und Jahr dreht den Effekt um, sodass ärmere Haushalte sogar etwas dazuverdienen können, die Mittelschicht ist belastungsneutral, während Wohlhabende draufzahlen => Instrument für Umverteilung (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • insbesondere Familien würden vom Klimabonus profitieren (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • starke Belastung für Pendler*innen und Haushalte mit Ölheizungen (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64 (IMK CO2 Steuer) 65
  • mit 35€/t wird Benzin um 10 ct/l teurer (+6,6%), Diesel und leichtes Heizöl um 11ct/l (Diesel +8,7%, leichtes Heizöl +16,4%), Erdgas um 0,84ct/kWh (+15,2%) (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Mobilitätsgeld zur Entlastung von geringverdienenden Pendler*innen nur in Härtefällen sinnvoll, ansonsten für die Lenkungswirkung kontraproduktiv (IMK CO2 Steuer) 65
  • Erhöhung der Pendler*innenpauschale entlastet fast nur Gutverdiener*innen und wirkt sich negativ auf CO2-Ausstoß aus (IMK CO2 Steuer) 65
  • zu große Belastungen können in Einzelfällen durch die Grundsicherung gemildert werden (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Sozialleistungsempfänger*innen in allen möglichen Varianten der Ausgestaltung nicht stärker belastet (IMK CO2 Steuer) 65
  • Steuereinnahmen aus CO2-Steuer sollen in sozial ausgleichende “Klimadividende”, in die Absenkung des Strompreises, in Klimaschutz und neue Infrastruktur investiert werden (Leopoldina) 68
  • ärmere Bürger:innen können durch klimaschonendes Verhalten Geld rausholen, wohlhabende produzieren mehr CO2 und finanzieren damit den Umbau der Infrastruktur in höherem Ausmaß (Leopoldina) 68

 

Ungleichheit durch Klimawandel

  • Der Klimawandel wird bestehende Risiken verstärken und neue Risiken für natürliche Systeme und solche des Menschen hervorrufen. Die Risiken sind ungleichmäßig verteilt und im Allgemeinen größer für benachteiligte Menschen und Gemeinschaften in Ländern aller Entwicklungsstufen (IPCC AR5 SYR) 22
  • Armutsbekämpfung wird durch den Klimawandel zunehmend schwieriger (IPCC AR5 SYR) 22
  • viele die wenig zum Klimawandel beitragen spüren die Konsequenzen als erstes (IPCC AR5 SYR) 22
  • wird auch “Klimagewinner” geben (Leopoldina) 68
  • aus ethischer Sicht keine Alternative zur Erhaltung gesunder Ökosysteme (Leopoldina) 68
  • Globale Erderwärmung über 1,5 Grad könnte Ziele für nachhaltige Entwicklung unmöglich machen (UBA)
  • Schere zwischen Arm und Reich wird 25% weiter auseinander gehen als ohne globale Erwärmung (nature.com) 72
  • “Climate variability and extremes are a key driver behind the recent rise in global hunger and one of the leading causes of severe food crises”(WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • 40 Länder (31 davon in Afrika) brauchen externe Hilfe für Essen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • In Somalia: 2,7 Mio Menschen benötigen Hilfe (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Madagaskar: Menschen die von Ernährungsunsicherheit betroffen sind steigt auf 1,3 Mio (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Von ca. 5700 IDPs (2009-18) 42% wurden verdrängt durch Dürren (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • IDPs sind verwundbarer für Klima und Wetterereignisse wie Stürme (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Kinder, Ältere, Infizierte, Schwangere, Arbeiter, Athleten, Menschen die viel Draußen arbeiten und Arme sind besonders Betroffen aber insgesamt kann sich niemand vor den Gesundheitlichen Gefahren komplett drücken (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • “Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass bei einer anhaltenden Erwärmung um 3 °C in den nächsten 2000 Jahren 25-36 Länder mindestens 10% ihrer Gebiete durch den Meeresspiegelanstieg verlieren werden” (harvard, Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • 122 Länder mit 10% der Bevölkerung an Küstenregionen (harvard, Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • 2010: 19% der Gesamtbevölkerung lebt unterhalb der Schwelle (harvard, Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • umso mehr soziale Gleichheit und umso weniger Bevölkerungswachstum desto einfacher wird es für das Klima (IPCC SRLCC SPM) 67
  • kein Bevölkerungswachstum, hohes Einkommen, reduzierte Ungleichheit, weniger ressourcen intensiver Konsum ⇒ geringe Herausforderung bei Milderung und Anpassung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • mittleres Bevölkerungswachstum, – Einkommen ⇒ mittlere Herausforderung bei Milderung und Anpassung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • hohes Bevölkerungswachstum, niedriges Einkommen, Ungleichheit, materialintensiver Verbrauch ⇒ große Herausforderung bei Milderung und Anpassung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • mittleres Bevölkerungswachstum, mittl. Einkommen, Ungleichheit, ⇒ geringe Herausforderung bei Milderung, aber große Herausforderung bei Anpassung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • kein Bevölkerungswachstum, hohes Einkommen, verringerte Ungleichheit, ressourcenintensive Produktion ⇒ hohe Herausforderung bei Milderung, geringe Herausforderung bei Anpassung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Die schutzbedürftigsten Menschen werden stärker betroffen sein” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • bei 1,5 Grad: 178 MIo Menschen werden die Lebensumstände verschlechtern durch Trockenheit, Wasserstress, etc (IPCC SRLCC SPM) 67
  • bei 2 Grad: 220 Mio (bis 2050) (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Existenzgrundlagen auf grund von einem Anstieg des Meeresspiegels, mehr Wirbelstürme betroffen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Frauen, junge Menschen, ältere Menschen, Arme am stärksten betroffen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Klimaveränderungen können die umweltbedingte Migration sowohl innerhalb der Länder als auch über Grenzen hinweg verstärken“ (mittleres Vertrauen) (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Menschen mit der höchsten Verwundbarkeit sind häufig diejenigen mit der geringsten Reaktionsfähigkeit (IPCC SROCC SPM) 67

Klimapolitik

Emissionslücke

  • Emissionslücke zwischen den nicht bindenden NDCs und 1,5 Grad liegt bei ca. 32 Gt Co2 (Emissions Gap Report UN, SPM) 40

Klimapolitik – International

  • Die bisherigen Zusagen der NSA sind zur schwach (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • die vollständige Umsetzung von bedingten NDCs und solchen, die mit den kostengünstigsten Pfaden zum 2°C-Ziel übereinstimmen, beträgt 13 GtCO2e. Werden nur die bedingungslosen NDCs implementiert, erhöht sich die Lücke auf 15 GtCO2e. Die Lücke beim 1,5°C-Ziel beträgt 29 GtCO2e bzw. 32 GtCO2e. (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • Nicht bindende NDCs führen vermutlich zu einer globalen Erwärmung von 3,2 Grad bis 2100 und wird noch weiter steigen (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • Jetzige Emissionsraten => Budget leer in 10 Jahren oder früher (UBA)

China

  • wenn China wie angekündigt einen CO2 Preis einführen würde, würden die THG Emissionen um 20% zurückgehen (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • Ticketsteuer auf internationale Flüge in Australien, Mexiko, USA: 40€, 37,50€, 15€ (EU28 Durchschnitt: 4€) (transportenviroment.org)

Klimapolitik EU

  • Die Europäische Kommission hat angekündigt, dass sie bis September 2020 einen umfassenden Plan zur Anhebung der Treibhausgasemissions-Reduktionsziele der EU für 2030 auf mindestens 50 Prozent und auf dem besten Weg zu 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 vorlegen wird. Dieser Bericht, der gemeinsam mit dem Öko-Institut verfasst wurde, geht der Frage nach dem „Wie? indem sie Optionen für die Umsetzung eines -55-Prozent-Ziels in der politischen Architektur der EU aufzeigt. (Agora) 75
  • EU hat sich 2014 verpflichtet bis 2030 die allgemeinen Treibhausgasemissionen um 40% zu reduzieren (im Vergleich zu 1990) (EU Directive zum ETS April 2018). 14
  • “[…] [T]he market will be the main European instrument to achieve the reduction
    target of at least 40%, with an annual reduction factor of 2,2% from 2021 onwards.” (EU Directive zum ETS April 2018) 14
  • EU will bis 2050 Klimaneutral sein
  • EU wollte 1,74% der Emissionen pro Jahr reduzieren um 2020 die Treibhausgase um 20% zu reduzieren (ETS Briefing) 17
  • verbindliches Ziel der EU ⇒ bis 2030 einen Anteil von 55% erneuerbaren Energien. Schritt in die Richtige Richtung aber nicht ausreichend. Paris konform wären 60-75% bis 2030 und eine vollständige Dekarbonisierung bis 2050 (Climate Action Tracker) 27
  • EU verbindliches Klimaziel bis 2030 ist nicht konsistent mit Paris, zielt er auf eine Erwärmung von 2 bis 3 Grad ab (Climate Action Tracker) 27
  • wenn alle Staaten so agieren würden wie die EU würden wir am Ende bei einer Erwärmung von 3 bis 4 Grad rauskommen (Climate Action Tracker) 27
  • EU Emissionen wurden zwischen 1990 und 2017 um 22% reduziert, während die Wirtschaft um 58% gewachsen ist (Emissions Gap Report UN) 40

Lösungen EU (EUI on EU NDC 2020) : 52

  • erste Bestandsaufnahme 2023, dann jede 5 Jahre neue NDCs mit jeweils weiterführenden Zielen (EUI on EU NDC 2020) 52
  • wenn die EU die NDCs verfehlt könnte das zu einem glaubwürdigkeitsverlust führen und den Einfluss der EU bei Klimadebatten schmälern (EUI on EU NDC 2020) 52
  • mind 32% saubere Energie bis 2030 (Ziel EU) (EUI on EU NDC 2020) 52
  • Die Eu Politik im Moment zielt nicht auf ihr Langzeitziel (2050) ab, es braucht mehr ambitionen für Klimapolitik (EUI on EU NDC 2020) 52
  • Es braucht:
    • internationale Carbon markets
    • mehr Finanzmittel global bereitstellen
    • mehr Gelder für Innovationen, Technologie, etc
  • NDC hat zwei Ziele:

Verbesserungen (EUI on EU NDC 2020) : 52

  • NDC sollte klarer und transparenter sein
  • keine Reduktionsverpflichtungen ⇒ wird nicht als ambitioniert empfunden
  • die Eu muss das Problem als ganzes lösen
  • ESR Ziel der Mitgliedsstaaten anheben
  • mehr druck auf Industriesektoren
  • Energieeffizienzziele sind nicht bindend
  • Ziele anheben in der LULUCF Regulation, z. B. klare Ziele für Mitgliedsstaaten
  • Klimabezogene public procurement rules für das EU Investment
  • Sektorspezifische Reduktionsziele (ETS, ESR)
  • Sektorspezifische Aktivitäten müssen vom ETS begleitet werden
  • Es muss ein Budget gesetzt werden
  • ziele für jedes Jahr bis 2030
  • Ambitionen des ETS anheben
  • rein Kommunikativ hat die Budget Version vor und Nachteile
  • 2014 importierte die EU 770 Mio t Carbon ⇒ 17% der EU Emissionen )
  • 2012: Flugverkehr in den ETS einzubeziehen scheiterte ⇒ ICAO implementierte Mechanismus zur Reduktion von Emissionen im Luftverkehr (wurde als positiv bewertet)
  • Langzeitmechanismus würde klares Zeichen an Partnerländer und Privatpersonen ausstrahlen
  • das Ziel 40% Reduktion wird im Moment nicht stark genug angesteuert
  • einzelne starke Länder sollten sich stärkere ziele setzen um schwächere Länder zu unterstützen
  • dem ESR unterliegen 60% der EU Emissionen ⇒ Ziel: -30% bis 2030 (im Verhältnis zu 2005)
  • Kooperationen von Mitgliedstaaten um zusammen in einem spezifischen Sektor zu reduzieren
  • Staaten sollte teils freiwillig auf die Vorteile ihrer ETS Zertifikate verzichten
  • NDC sollte aufzeigen
    • staaten die fossile Energieträger auslaufen lassen
    • staaten die die finanzpolitik in die grüne richtung verschieben
    • staaten die ihre Städte, etc wiederbegrünen
    • Staaten die mehr Gelder für CO2 neutrale Technologien ausgeben
    • ambitionierte Ziele für erneuerbare Energien
  • wenn die Automobilindustrie sich ein verpflichtendes Ziel setzen würde, keine fossilen Fahrzeuge zu verkaufen würde das einen “spill over Effekt” auslösen
  • Ziele im NDC sollten quantitativ sein und klar definiert
  • größte Herausforderung: lange und kostspielige Verhandlungen
  • Besteht die Gefahr der Fragmentierung der Klimapolitik
  • EU könnte sich zu einer umweltfreundlichen Einkaufsstrategie verpflichten
  • Erhöhung Der Verpflichtung zur Klimafinanzierung
  • klimafreundliche Entwicklungsprojekte, aufbauen einer erneuerbaren Wirtschaft in industrie schwachen Ländern
  • europ. Investitionsbank, – Entwicklungsfond, Green Climate Fund, globale Umweltfazilität
  • 2016: EU gibt 15,5 Mrd € für Klimafinanzierung aus (doppelt so viel wie 2013-16)
  • Technologien müssen auch verbreitet werden um ihre Wirkung zu entfalten ⇒ Technologietransfer dem NDC der EU hinzufügen
  • Kapazitätsaufbau kann die Fähigkeiten von Einzelpersonen, Organisationen, Länder im Übergang verbessern

Schlussfolgerung (EUI on EU NDC 2020) 52

  • Eu hat viele Möglichkeiten die sich nicht gegenseitig ausschließen (Paket möglich)
  • aktualisierung des ziels der EU, änderung relevanter innenpolitischer Maßnahmen + ausweitung des NDC + Nutzung der int. Märkte ⇒ starkes Zeichen innerhalb und außerhalb der EU
  • einzelne Staaten oder zusammenschlüsse können die EU Maßnahmen “umgehen” /mehr machen
    • Wirkung evtl. schwächer
    • könnte auch zu Spaltung innerhalb der EU führen, nicht die Wirkung haben wie erhofft aber selbst wenn: eine Tonne ist eine Tonne
  • es gibt Unterschiede unter den Länder, die aber berücksichtigt werden (noch stärker können) auch bei stärkeren Klimaschutzauflagen
  • Angst: EU kanns nicht alleine machen, ist richtig aber EU kann klare Führungsrolle übernehmen
  • Europa hat die Chance Vorreiter in erneuerbaren Energien und e-Autos werden
  • stärkerer ETS hat laut Experten*innen die besten Auswirkungen
  • Verabschiedung eines Kohlenstoff-Haushaltes würde internationeale Verhandlungen erschweren (bspw. durch Diskussionen über Historische Verantwortung)
  • meisten Experten sind sich einig, dass die bekämpfung der Emissionen im internationalen Verkehrssektor die Führungsrolle der EU stärken könnte, da derzeit nicht ganz bekannt ist wer für den Luft und Seeverkehr zuständig ist
  • fragmentiertes Vorgehen könnte zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen führen
  • Vergrößerung des Marktes für Klimatechnologien können den Preis senken

politische Akzeptanz (EUI on NDC 2020) 52: (nur eine Stichprobe, Brief an 450 Experten*innen)

  • nur Innovationen werden als politisch akzeptabel eingestuft
  • Maßnahmen mit hohem Aufwand werden eher abgelehnt
  • ökologische Auswirkungen der Optionen werden als positiv befunden, Maßnahmen an sich aber eher nicht ⇒ wahrgenommene Diskrepanz
  • Ziele von nicht so wohlhabenden Staaten sind kleiner, da u. a. geringere Investitionsmöglichkeiten (EU on ESR)
  • Beispiele für mögl. Strategien und maßnahmen (EU on ESR)
    • Verminderung des Verkehrs Bedarfs
    • Förderung des öffentlichen Verkehrs
    • Entwicklung weg von einem auf fossilen Brennstoffen basierenden Verkehr
    • Fördersysteme für die Nachrüstung von Gebäuden
    • Effizientere Heiz- und Kühlsysteme
    • Einsatz erneuerbarer Energien für Heiz- und Kühlzwecke
    • Klimafreundlichere landwirtschaftliche Methoden
    • Erzeugung von Biogas aus Dung
  • Unterstützung durch die EU (EU on ESR)
    • Emissionsnormen für pkw und lieferwagen
    • Energieverbrauchskennzeichnung + Verbesserung der Energieeffizienz
    • Beschränkung von F Gasen
  • 2030 Ende des Linearen Minderungspfad (ESR) 54
  • Anpassung von 41t und Sicherheitsreserve von 105t wurde eingeführt um vor allem industrie schwächere Mitgliedstaaten zu unterstützen (ESR) 54
  • neue Flexibilitäsmöglicheiten (ESR) 54
    • EU EHS
      • berechtigt MgS nat. Ziele zu erreichen indem sie einige emissionen mit EU EHS Zertifikaten abdecken, die versteigert worden wären
        2021-30 dürfen 100 Millionen t CO2 nicht überschritten werden.
  • neue Flexibilitätsregelung für den Zugriff auf Gutschriften aus dem Landnutzungssektor (ESR) 54
    • MdS können Gutschriften von 280 Mio t nutzen
    • alle MdS sind legitimiert, wenn das für das Ziel notwendig ist
    • Berücksichtigung dass in der LaWi ein geringeres Emissionsreduktionspotential besteht
  • Übertragung auf nachfolgende Jahre, Vorwegnahmen, An- und Verkauf (ESR) 54
    • Jahre in denen die Emissionen eines Mitgliedstaats unter ihren Jährlichen Zielen liegen ⇒ Überschuss auf nachfolgende jahre übertragbar
    • Emissionen über der j. Obergrenze ⇒ Anteil ihrer Zuweisung vorwegnehmbar
    • Mitgliedstaaten können Zuweisungen kaufen und verkaufen
    • Falls keine ausreichende Fortschritte ⇒ detaillierter Plan für Abhilfemaßnahmen vorlegen
    • alle fünf Jahre umfassende Prüfung der Emissionsberichte
    • falls trotz Flex. Möglichkeiten kommt der Mitgliedstaat den Jahres-Verpflichtungen nicht nach: Defizit x 1,08 ⇒ auf das Folgejahr verpflichtend zugeschlagen
  • Verkehrssektor: fast ein viertel der emissionen ⇒ Konzept für mehr energieeffizienz, elektroverkehr (ESR) 54
  • Versprechen ICAO: Luftverkehrsemissionen nicht reduzieren sondern nur bis 2020 zu halten (BMU) 56
  • Regelung wird Jan 2021 in Kraft treten, freiwillige Pilotphase bis Ende 2023 (BMU) 56
  • Ab Mitte Januar haben 78 Länder, die drei Viertel der internationalen Flüge repräsentieren, freiwillig an diesem ersten Pilotprojekt teilgenommen (BMU) 56
  • erste formelle Phase Corsia 2024-26 (länder die auch am pilotprojekt beteiligt waren) (BMU) 56
  • Die zweite Phase, von Anfang 2027 bis Ende 2035, ist für alle ICAO-Mitglieder obligatorisch, ausgenommen diejenigen mit weniger als 0,5% des internationalen Luftverkehrs und einige der ärmsten Länder der Welt. (BMU) 56
  • nach jede 3 Jahren müssen die Fluggesellschaften für die vorangegangenen drei Jahre Kompensationen kaufen (Emissions Wachstum über 2020) (BMU) 56
  • Kauf muss nachweislich Emissionen irgendwo verringern (BMU) 56
  • Die EU plant, die Luftverkehrsemissionen innerhalb der EU um 32% über dem Niveau von 1990 zu begrenzen und diesen Anstieg durch stärkere Emissionen in anderen Sektoren auszugleichen. (BMU) 56
  • meisten Mitgliedstaaten besteuern internationalen Luftverkehr nicht (transportenviroment.org) 58
  • 12 Mitgliedstaaten nicht mal Inlandsflüge (transportenviroment.org) 58
  • Ticketsteuer EU28 Durchschnitt: 4€ pro Ticket (transportenviroment.org) 58
  • in der EU ist Kerosin unbesteuert (transportenviroment.org) 58
  • steinkohleemissionen 2018 -9% (EU ETS) 60(seit 2012 -40%)
  • braunkohle nur -3% (EU ETS) 60
  • 2018 Gesamtemissionen -3,5% (ausschließlich steinkohle) (EU ETS) 60
  • polen einziges land mit keinem ausstiegsplan für steinkohle (EU ETS) 60
  • mehr als die hälfte des rückgangs in der UK (EU ETS)60
    • dort fast ausschließlich durch wind und solar ersetzt
  • bis 2030 nur noch 6 EU Staaten in der Braunkohle: Deutschland, Polen, Tschechien, Bulgarien, Rumänien, Griechenland (caneurope.org) 61
  • viele staaten profitieren schon von Eu fördermaßnahmen (caneurope.org) 61
  • für 1,5 muss die EU bis 2030 aufhören (caneurope.org) 61
  • Laut den NECP-Entwürfen würde die installierte Kohlekapazität in der EU im Jahr 2030 immer noch 60 GW betragen, was einem Rückgang von nur 58% gegenüber dem derzeitigen Niveau (143 GW) entspricht. (caneurope.org) 61
  • Die EU-Mitgliedstaaten sollten in ihren NECPs den Zeitplan und den Prozess für die Entwicklung und Umsetzung konkreter, gerechter Übergangspläne für ihre Kohleregionen sowie den entsprechenden Finanzierungsbedarf klar umreißen – und den gerechten Übergang als eine der Prioritäten behandeln. Dadurch werden die EU-Haushaltsausgaben in diesem Bereich aufgestockt und sichergestellt, dass während der gesamten Energiewende niemand zurückbleibt. (caneurope.org) 61
  • Im Jahr 2018 haben die europäischen Kohlekraftwerke insgesamt 625 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. (fast 15% der EU emissionen) (caneurope.org) 61
  • planung der Energiewende bringt vorteile: (caneurope.org) 61
    • Ein Rahmen, der es der öffentlichen Hand ermöglicht, die Energiewende und den gerechten Wandel durch den neuen EU-Haushalt für 2021-2027 zu unterstützen.
    • erhöhte Anlegersicherheit ⇒ steigert Investitionen
    • Vorhersehbarkeit für die Koleversorgungsunternehmen ⇒ zeit Kohleschließung zu planen
    • genug Zeit für proaktive Maßnahmen zur Unterstützung betroffener Gemeinden, die von der Steinkohle abhängen
  • Staaten (alleine) haben zu wenig Einfluss auf die Landwirtschaft, um deren Treibhausgasausstoß zu senken (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • EU-Maßnahmen (ESPG, EFA) haben bis 2016 ca. 20 Megatonnen CO2-Äquivalent eingespart (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Pflügen sorgt für geringere Mengen an gespeichertem CO2 im Boden (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • wenn 1% der Grasflächen nicht pflügen würde => 1,1-4,5 Megatonnen CO2-Äquivalent pro Jahr mehr im Boden (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • direkte Auszahlung von Geld hat kaum Einfluss auf Treibhausgasausstoß (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • freiwillige Angebote führen eher zu Anstieg der Emissionen (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Erfolge der EU-Maßnahmen durch weniger Stickstoffemissionen bei Düngern und Auffangen von Stickstoff durch bestimmte Pflanzen auf Wiesen (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Treibhausgasausstoß durch Landwirtschaft um 20,7% niedriger als 1990, auf Gras-/Ackerland sogar 29% (so sind ⅔ der Reduktion durch EU-Maßnahmen zustande gekommen) (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • EU-Maßnahmen haben den Ausstoß von nicht-CO2-Treibhausgasen um 5,35% gesenkt (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Wenn die Landwirtschaft so weiter macht, kann sie die Ziele des Kyoto-Protokolls einhalten (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Aber: seit 2012 wieder leichter Anstieg der Emissionen (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Durch die Maßnahmen der EU wurden auch die Ambitionen der Mitgliedstaaten zur Emissionsreduktion erhöht (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Kein Einfluss auf die Art der Fleischproduktion, eher sogar Trend zur Intensivierung (schlecht für das Klima) (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Fleischverzehr durch EU-Maßnahmen nicht beeinflusst (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • zu unspezifische Ziele der europäischen Klimapolitik (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • schlechte wirtschaftliche Lage in der Fleischbranche verringert die Bereitschaft zu mehr Klimaschutz in letzter Zeit (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • Germanwatch Klimaschutz Index: EU Platz 22 ⁷⁹

Klimapolitik Deutschland

  • Klimaschäden können nur durch erheblich und bereits in den nächsten 10 Jahren wirksame Maßnahmen begrenzt werden (Leopoldina) 68
  • entschlossene und zügig umgesetzte Klimapolitik nötig, national und in europäischer und internationaler Kooperation (Leopoldina) 68
  • Deutschland muss ein Klimaschutzpaket verabschieden, das ethisch begründet und sozial verträglich ist und Innovationen fördert (Leopoldina) 68
  • Politik muss Planungssicherheit geben und “Business-as-usual”-Pfad schnell verlassen (Leopoldina) 68
  • unmittelbarer Transformationsschub notwendig (Leopoldina) 68
  • weitere mittel- bis langfristige Maßnahmen in den Bereichen Landnutzung, Ernährung, Küstenschutz, Schutz der Artenvielfalt, Widerstandskraft von Öko- und Sozialsystemen nötig (Leopoldina) 68
  • Politik muss Konsequenzen und Alternativen von Maßnahmen umfassend und klar vermitteln, vor allem die Chancen und Vorteile von Klimaschutz gegenüber der drohenden Klimaschäden (Leopoldina) 68
  • durch Unterstützung durch die Bevölkerung einmalige Chance für gesellschaftliche Weichenstellung für die nachhaltige Transformation(Leopoldina) 68
  • national nachhaltige und glaubwürdige Klimapolitik nötig, um auch international eine stärkere Position bei der Verhinderung des Systemkollapses einzunehmen (Leopoldina) 68
  • klimafreundliche Investitionen müssen attraktiver und die Nutzung von fossilen Brennstoffen zurückgedrängt werden (Leopoldina) 68
  • wirksame Maßnahmen sollen so angelegt sein, dass ihre Effekte in der gewünschten Weise und möglichst synergetisch auf das gesamte System wirken (Leopoldina) 68
  • weniger Komplexität, wenn Maßnahmen in allen Sektoren gelten und offen für die Wahl der Technologien sind (Leopoldina) 68
  • grundlegendes Konzept: nachhaltiges erneuertes Energiesystem + Kreislaufwirtschaft + Zugänglichkeit zu regenerativer Energie für die gesamte Gesellschaft bei gleich verteilten Lasten (Leopoldina) 68
  • Freiräume für technologische Kreativität und Investitionssicherheit nötig (Leopoldina) 68
  • mehr Dynamik und technologischer Wettbewerb nötig (Leopoldina) 68
  • bessere Rahmenbedingungen: Anreize durch klimagerechtes Steuersystem; langfristige Investitionen in Infrastruktur und Anpassung (Leopoldina) 68
  • Bevölkerung muss die Möglichkeit bekommen, durch Verhaltensänderungen zum Erfolg beizutragen (Leopoldina) 68
  • Klimaschutzverordnung 2018 definiert bis 2030 eine Emissionsreduktion von 30%, für Deutschland 38% (BMU) 56
  • Sektorziele im Klimaschutzplan 2050 (BMU) 56
    • Umbau der Energiewirtschaft wichtig
      • bis 2030 Emissionen 61-62% reduzieren
    • Industrien bis 2030 49-51%
    • Gebäude: “Fahrplan für einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand”
      • Gebäude sollen langlebig werden
      • früh Weichen für 2050 stellen
      • 66-67% bis 2030
        • sanierungen + Abkehr von fossilen Heizungssysteme
    • Verkehrsbereich bis 2030: 40-42% Emissionsreduktion
        • ÖPNV, Schienen und Radverkehr fördern
        • Digitalisierung spielt wichtige Rolle
    • LaWi
      • Lachgasemissionen aus Überdüngung reduzieren
      • Agrarsubventionen an klimapolitischen Beschlüssen
      • bis 2030 31-34% (Potenziale beschränkt)
    • Landnutzung und Forstwirtschaft
      • die nicht in das Gesamtziel von mindestens minus 55 Prozent einfließen, stehen der Erhalt und die Verbesserung der Senkenleistung – das heißt die Reduktion von Emissionen durch die Aufnahme und Speicherung von CO2 in Pflanzen und Böden – des Waldes im Vordergrund
  • 2020 Klimaschutzziele nicht erreicht: 35-38% von 40% (BMU) 56
  • Anstieg des int. Luftverkehrs über das Niveau von 2020 wird kompensiert (BMU) 56
  • bis 2030 nur noch 6 EU Staaten in der Braunkohle: Deutschland, Polen, Tschechien, Bulgarien, Rumänien, Griechenland (caneurope.org) 61
  • Große Ankündigungen sind gemacht worden, seit die Bundesregierung im Frühjahr 2018 ins Amt kam. So sollen bis 2030 die Erneuerbaren Energien 65 Prozent unseres Strombedarfs decken (derzeit sind es knapp 43 Prozent), gleichzeitig soll bis dahin die Kohleverstromung gegenüber heute um mehr als 60 Prozent reduziert werden. Das große Ziel heißt Klimaneutralität bis spätestens 2050. (Agora) 76
  • Die Ergebnisse sind eindeutig: Ohne entschlossenes Eingreifen der Politik wird das 65-Prozent-Ziel der Bundesregierung für 2030 klar um etwa zehn Prozentpunkte verfehlt – mit entsprechend höheren Börsenstrompreisen und CO₂-Emissionen. Die Politik muss daher schnell umsteuern, denn mit jedem Monat, in dem die Windkraftkrise anhält, wird es schwieriger. (Agora) 76
  • Zwischen 2005 und 2018 hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen durchschnittlich um 8 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert (UBA, 2019). Bei dieser Minderungsrate würden die Emissionen im Jahr 2050 ca. 616 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente betragen. Um 2030 und 2050 die Werte der dena-Leitstudie auf dem 95-Prozent-Zielpfad zu erreichen, müssten die Emissionen in den nächsten Jahren jährlich um 25 Millionen Tonnen sinken (dena, 2018b). Das entspricht mehr als dem Dreifachen der aktuellen Minderungsrate.⁷⁷
  • wegen niedrigem Windenergieausbau an Land: drohende Ökostromlücke, Erneuerbare Energien decken 2030 bei Fortschreibung der aktuellen Trends nur etwa 55 Prozent des Strombedarfs (bei Zubau von 4 GW Solar pro Jahr und Wind offshore auf 20 GW bis 2030)
    • Ziel von 65% Erneuerbaren Energien 2030 so nicht zu erreichen → Das ist der Pfad, wenn es keinen “zusätzlichen politischen Impuls” gibt
  • Die Einhaltung des 65-Prozent-Erneuerbare-Ziels bis 2030 ist noch möglich, setzt aber eine Politik voraus, die schnell und proaktiv auf Beschleunigung der Energiewende setzt⁷⁸
  • Bei 55% Erneuerbaren 2030 (10% weniger als das Ziel der Bundesregierung, Pfad, wenn Wind an Land weiter so langsam ausgebaut wird) steigt der Börsenstrompreis und die CO2-Emissionen steigen um 5 bis 20 Millionen Tonnen⁷⁸
  • Klimaschutz Index Germanwatch: bewertet die Klimapolitik der Länder: Deutschland: Platz 23 hinter Großbritannien, Marokko, Indien, Frankreich⁷⁹
  • Das deutsche 2030-Klimaziel von 55 Prozent Emissionsminderung ist unzureichend für einen angemessenen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen und berücksichtigt in keiner Weise die anstehende Erhöhung des europäischen Klimaziels auf mindestens 50-55 Prozent, besser 65 Prozent bis 2030.Das deutsche 2030-Klimaziel von 55 Prozent Emissionsminderung ist unzureichend für einen angemessenen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen und berücksichtigt in keiner Weise die anstehende Erhöhung des europäischen Klimaziels auf mindestens 50-55 Prozent, besser 65 Prozent bis 2030.⁸¹

Subventionen

Deutschland

  • 2001: 35% der Subventionen sind potentiell umweltschädlich (UBA)
  • 2012: 57 Mio Euro für Umweltschädliche Sachen (UBA)
  • Subventionen sorgen für einen Wettbewerbsvorteil für Umweltschädliche Produkte (UBA)
  • “Vom Abbau umweltschädlicher Subventionen würden die öffentlichen Haushalte sehr stark profitieren […]” (UBA)
  • klimaschädliche Subventionen müssen durch Umbau des Steuersystems abgeschafft werden (Leopoldina) 68

Weltweit

  • Subventionen für fossile Brennstoffe belaufen sich weltweit auf 345 Milliarden US-Dollar: 50% Steuer entfallen bei Kohle, ⅓ erdöl, 10% bei Erdgas (IPBES SPM GLOBAL)
  • Subventionen für fossile Energien noch immer 26% größer als für erneuerbare
  • (UN Development program 1.5°C)

Klimawandel

Treibhausgase

Atmosphäre

  • Konzentration von CO2, CH4 und N2O auf einem Level das es mindestens in den letzten 800.000 Jahren nicht gegeben hat (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • CO2 Konzentration ist um 40% angestiegen (zu vorindustriellen Standarts) (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Ozean hat ca. 30% des emittierten anthropogenen CO2 aufgenommen (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Konzentration CO2 2011: 391 ppm (40% mehr als zu vorindustrieller Zeit) (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Konzentration CH4 2011: 1803 ppb (150% mehr als zu vorindustrieller Zeit) (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Konzentration N2O 2011: 324 ppb (20% mehr als zu vorindustrieller Zeit) (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Anstieg der Konzentration über das letzte Jahrhundert gab es in den letzten 22000 Jahren nicht (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • je nach Szenario bleiben 15-40% des emittierten CO2s länger als 1000 Jahre in der Atmosphäre (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • die Zunahme der globalen CO2 Konzentration seit 2000 ist bei 20 ppm pro Jahrzehnt, das ist Zehnmal schneller also jeder gemessene Anstieg an CO2 in den letzten 800.000 Jahren (Anmerkungen, Hothouse earth paper) 39
  • CO2 Konzentration liegt im Moment bei ca. 400 ppm, steigend (Anmerkungen, Hothouse earth paper) 39
  • derzeitige Konzentration von CO2 in der Atmosphäre (415 ppm) gab es letztmals vor 3 Millionen Jahren in der Pliozänen Warmzeit => damals Durchschnittstemperatur 2-3°C höher, kein oder bedeutend weniger Eis in Grönland und der Westantarktis, andere Klima- und Niederschlagszonen und Ozeanströmungen (Leopoldina) 68
  • Co2 Ansammlung von 2.82 ± 0.09 ppm in 2018 (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Ozon in der Stratosphäre abgenommen (vor allem 90er Jahre), jetzt 3,5% unter 1964-1980 (IPCC WG1) 66
  • Ozon an der Oberfläche in Ostasien seit 1990er Jahren stark zugenommen (IPCC WG1) 66
  • vor allem NO2 um den Faktor 2 zugenommen (IPCC WG1) 66
  • Aerosolsäulemengen in Europa abgenommen, in Süd-Ostasien seit 2000 zugenommen (IPCC WG1) 66
  • Zirkulationsmerkmale seit den 1970er jahren bewegen sich polwärts (IPCC WG1) 66
  • diese trends haben zu einem Anstieg der RF von Treibhausgasen um 7,5% zwischen 2005 und 2011 geführt (CO2 80% Beteiligung) (IPCC WG1) 66
  • durchsch. Abundanz atmosphärischen CO2 im Jahr 1750 beträgt 278 +/- 2 ppm (IPCC WG1) 66
  • “Mehrere Beobachtungslinien deuten darauf hin, dass in den letzten Jahrzehnten der größte Teil der zunehmenden atmosphärischen CO2-Belastung aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe stammt.” (IPCC WG1) 66
  • seit 2001 ist CO2 um 2,0 ppm pro Jahr gestiegen (IPCC WG1) 66
  • CH4 zunehmende Belastung von 2007-2011 (IPCC WG1) 66
  • Treiber: hohe Temperaturen in der Arktis 2007, überdurchschnittliche Niederschläge in den Tropen 2007/8 (IPCC WG1) 66
  • Die Reaktion mit dem Hydroxylradikal (OH) ist der Hauptverlustprozess für CH4 und andere THGs (IPCC WG1) 66
  • N2O: 2011: ww 324,2 ppb ⇒ Anstieg von 5,0 ppb gegenüber 2005 (IPCC WG1) 66
  • grund: Anstieg seit den frühen 1950er Jahren vor allem Dünger (IPCC WG1) 66
  • seit 70er Jahren N2O durchsch. 0,75 ppb pro Jahr angestiegen (IPCC WG1) 66
  • HFKW ist gering (IPCC WG1) 66
  • HFC-134a ist Ersatz für FCKW ⇒ 2011: 62,7 ppt (Anstieg von 28,2 ppt seit 2005) (IPCC WG1) 66
  • größte Emissionen in Nordamerika, Europa, und Ostasien (IPCC WG1) 66
  • SF6 hat eine Lebensdauer von 3200 Jahren (IPCC WG1) 66
  • HFKW, PFC, SF6 nehmen immer noch zu (trotzdem Beitrag zu Hochfrequenz nur 1%) (IPCC WG1) 66
  • Erhöhter Stratosphärendampf bewirkt, dass sich die Troposphäre erwärmt und die Stratosphäre abkühlt ⇒ O3 Verlust in der Stratosphäre (IPCC WG1) 66
  • Wasserdampf in Stratosphäre ⇒ extrem trockene untere stratosphärische Luft (IPCC WG1) 66
  • Temperatur in der Tropopause variiert, so auch H2O Abundanz(IPCC WG1) 66
  • troposphärisches Ozon wirkt sich auch auf die menschliche Gesundheit und Vegetation aus (IPCC WG1) 66
  • signifikant positive Trends (5-9% pro Jahrzehnt) im mittleren Breitengrad des Pazifiks (IPCC WG1) 66
  • 2-9% pro JZ in weiten Regionen des tropischen Südatlantiks, Indien, Südchinas, Südostasiens, Indonesiens und der tropischen Gegend im Windschatten Chinas (IPCC WG1) 66
  • In den letzten Jahrzehnten haben die Ozonvorläuferemissionen in Europa und Nordamerika abgenommen und in Asien zugenommen (IPCC WG1) 66
  • CO und NOX beeinflussen das Klima indirekt als Vorläufer troposphärischen O3s und Aerosolen (IPCC WG1) 66
  • NMVOC Reihe: allg. Rückgänge in städtischen und ländlichen Regionen Nordamerikas und Europas um ca. 10% pro Jahr (IPCC WG1) 66
  • globale Ethanwerte gehen um rund 21% zurück (IPCC WG1) 66
  • hauptquellen von CO: in situ Produktion und die direkte Emission durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Biomasse (IPCC WG1) 66
  • konsistenter Rückgang der CO Säule für 2002-10 (IPCC WG1) 66
  • 1996-2004 starker NO2 Anstieg um 50% bei den Industriegebieten Chinas (IPCC WG1) 66
  • Faktor: 1,7-3,2-facher Anstieg in Teilen Chinas (IPCC WG1) 66
  • NO2 in Europa und USA 1996-2010 um 30-50% Rückgang (IPCC WG1) 66
  • kurze Lebensdauer von Aerosolen ⇒ stark regionale Auswirkungen (IPCC WG1) 66
  • AOD steigt in Asien und teilen Südamerikas, Australiens und Afrikas (IPCC WG1) 66
  • geht zurück in Europa (IPCC WG1) 66
  • insg. in Europa USA und Kanada PM gesunken (IPCC WG1) 66
  • Die Messungen des Gesamtkohlegehaltes deuten auf sehr signifikante Abwärtstrends zwischen 2,5 und 7,5% yr-1 entlang der Ost- und Westküste der USA (IPCC WG1) 66
  • Arktis: Abwärtstrends bei äquivalenten Ruß- und SO42-Werten (IPCC WG1) 66
  • verantwortlich Abwärtstrend in Amerika Kanada und Europa (IPCC WG1) 66
  • Werte für CO2 CH4 N2O machen 146, 257 und 122 Prozent des vorindustriellen Niveaus aus (vor 1750) (WMO, United in Science) 70
  • CO2: wichtigstes THG (WMO, United in Science) 70
  • 60% der CH4 Emissionen stammen aus anthropogenen quellen (WMO, Unite in Science) 70
  • CH4 Durchschnitt lag 2017 um 7 ppb höher als im Vorjahr (WMO, Unite in Science) 70
  • CH4 ist schon gesunken nimmt seit 2007 aber wieder zu (WMO, Unite in Science) 70
  • Lachgas trägt ca. 6% zum Strahlendruck bei (WMO, Unite in Science) 70
  • schätzungen zufolgen wird N2O 2030 nicht ihren Höchststand erreichen (WMO, Unite in Science) 70
  • Bei einer Verdoppelung des CO2 Gehalts unserer Atmosphäre erwärmt sich die Erde, mit einer 90% Wahrscheinlichkeit um 0,9 bis 2 °C. Selbst bei einem sofortigen stopp der CO2 Emissionen würde die Temperatur weiter steigen, da sich das Temperatur Ungleichgewicht der Meere und der Troposphäre ausgleichen müsste. (Quotes, Klimawandel in Deutschland, Latif) 71
  • “Um das 1,5°C-Ziel zu erreichen, müssen in diesem Jahrhundert rund 100-1000 Milliarden Tonnen CO2 aus der Luft entfernt werden.” WMO, United in Science) 70

Was passiert mit den Emissionen?

  • 55% der Emissionen werden vom Ozean oder der Vegetation aufgenommen (WMO Statement on the State of Climate change) 51

Globale Emissionen

  • Etwa die Hälfte der kumulativen anthropogenen CO2-Emissionen zwischen 1750 und 2011 erfolgte in den letzten 40 Jahren (IPCC AR5 SYR) 22
  • 255% der anthropogenen Emissionen sind nicht CO2 (IPCC AR5 SYR) 22
  • Die gesamten jährlichen anthropogenen THG-Emissionen sind zwischen 2000 und 2010 um ca. 10 Gt CO2Äq gestiegen. (IPCC AR5 SYR) 22
  • Beziehung von steigenden CO2 Emissionen und globaler Temperaturveränderung (IPCC AR5 SYR) 22
  • seit 1980 haben sich die Treibhausgasemissionen verdoppelt was zu einem Anstieg der Temperatur von bereits 0,7°C geführt hat (IPBES SPM GLOBAL Ddt. zusammenfassung) 36
  • Die jährlichen Treibhausgasemissionen, einschließlich der Landnutzungsänderungen, erreichten 2017 einen Rekordwert von 53,5 GtCO2e, was einem Anstieg von 0,7 GtCO2e gegenüber 2016 entspricht. (Emissions Gap Report UN SPM) 40
  • CH4, N2O, Fluor Gase sind für 25% der THG Emissionen verantwortlich (eingeschlossen LUC: 32%) (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • CH4 für 16% verantwortlich (Steigungs-Kurve flacht ab) (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • N2O für 6,3% verantwortlich (2014-16: +1,4% pro Jahr) (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • Fluor Gase für 2,4% verantwortlich (Wachstum von 5% pro Jahr) (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • G20 emittieren 78% davon (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • Top Emittenten: China, USA, EU28, Indien (knapp 56%) (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • China alleine: 27% (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • EU und USA: >20% der Emissionen
  • trotz 40 Jahren Warnungen aus der Wissenschaft und 30 Jahren Klimakonferenzen kein Rückgang der Emissionen (Leopoldina) 68
  • seit 1988 (erste Klimakonferenz, Gründung des IPCC) Anstieg um 75% (Leopoldina) 68
  • CO2-Emissionen sind wie in früheren Projektionen erwartet, Methan- und Stickoxid-Emissionen etwas niedriger (IPCC WG1) 66
  • Konzentration von Treibhausgasen wie CO2, CH4, N2O hat sich die vergangenen 200 Jahre stark erhöht (IPCC WG1) 66
  • Bevölkerungswachstum + Veränderung des pro Kopf Verbrauchs ⇒ starker Anstieg an THG Emissionen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • 23% der ges. anthropogenen THG (2007-16) stammen aus Land- und Forstwirtschaft und der sonst. Landnutzung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • AFOLU: verursacht 2007-16: 13% des CO2, 44% d. CH4, 82% d N2O (IPCC SRLCC SPM) 67
  • ⇒ entspricht 23% der ges. Emissionen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • ⇒ Nettoabsenkung durch natürliche Prozesse von 11,2 Gt CO2 pro Jahr (29% der ges. CO2 Emissionen, Fortbestehen des Effekts ungewiss (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Methan Konz. steigt (wieder), Wiederkäuer tragen dazu bei (IPCC SRLCC SPM) 67
  • 2014: Hälfte der ges. anthrop. N2O Emissionen aus der LaWi (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Tendenz der Emissionen der LaWi wird vermutlich steigen wegen Bevölkerungs- und Einkommenswachstum (IPCC SRLCC SPM) 67
  • auch entwicklungsländer haben einen anstieg an emissionen (WMO, United in Science) 70
  • USA, Australien, Ölproduzenten wie Saudi Arabien: höchstes pro Kopf Emissionen (WMO, United in Science) 70
  • wenn das so weiter geht erreichen die Emissionen 2030 noch nicht ihren Höchststand (WMO, United in Science) 70
  • Städte verbrauchen rund 78% der Energie und produzieren rund 60% der Emissionen (CO2) ⇒ Maßnahmen sehr relevant (WMO, United in Science) 70
  • “Die Wüstenbildung verstärkt die globale Erwärmung durch die Freisetzung von CO2 in Verbindung mit dem Rückgang der Vegetationsbedeckung” (IPCC SRLCC SPM) 67

Emissionen Deutschland

Gegen Klimaleugner*innen

  • Der Klimawandel kann nicht durch eine stärkere Sonneneinstrahlung hervorgerufen worden sein, wie von vielen behauptet, da sich die Troposphäre erwärmt und sich die Stratosphäre gleichzeitig abkühlt, was bei einer erhöhten Sonneneinstrahlung nicht der Fall wäre. (Latif)
  • Die Ursache des Kohlendioxidanstiegs liefert die Isotopenanalyse. Isotope sind Atome eines Elements, die sich durch eine unterschiedliche Anzahl von Neutronen im Atomkern unterscheiden und damit unterschiedlich schwer sind. Das Kohlenstoffatom (C) kommt hauptsächlich in Form zweier Isotope vor: Überwiegend als 12 C und in deutlich kleineren Mengen als 13 C. Fossile Brennstoffe haben ein niedrigeres Verhältnis 13 C / 12 C als Kohlendioxid in der Atmosphäre. Das Verhältnis 13 C / 12 C der Luft ist in dem Maße gesunken wie die anthropogenen Kohlendioxidemissionen wuchsen und es entlarvt so die Verbrennung der fossilen Brennstoffe als Grund für den steigenden Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre während der letzten Jahrzehnte. (Latif)

Kipppunkte & Rückkopplungseffekte

  • Der genaue Grad an Klimaänderung, der ausreicht, um abrupte und irreversible Änderungen auszulösen, bleibt unsicher, aber um so wärmer desto schlechter (IPCC AR5 SYR) 22
  • selbst wenn Paris erfüllt wird kann nicht garantiert werden, dass die Kipppunkte überschritten werden (Hothouse earth paper) 38
  • manche Veränderungen sind umkehrbar, wenn man aber schnell handelt (50-100 Jahre) lassen sich viele verhindern (Hothouse earth paper) 38
  • wenn Kipppunkte überschritten werden können nichtlineare Reaktionen folgen (Hothouse earth paper) 38
  • wenn der Klimawandel weitgehend eingedämmt wird, kann nach und nach wieder CO2 aus der Atmosphäre gefiltert werden (wenn keine Kipppunkte überschritten werden) (Hothouse earth paper) 38
  • (erste) Kipppunkte vermutlich um die 2°C (Hothouse earth paper) 38
  • wenn Kipppunkte überschritten sind, ist es schwer zu sagen was getan werden kann, eine stabilisierte Erde ist dann nur noch sehr schwer zu erreichen (Hothouse earth paper) 38
  • Kipppunktüberschreitung ist gefährlich für politische Stabilität und das Überleben der Menschheit auf dem Planeten, neben dem direkt durch die Temperaturerhöhung verursachten Leid, wird das Leiden stehen, das sich die Menschen gegenseitig zufügen (Hothouse earth paper) 38
  • ca. 30 GtC könnten bis 2100 durch Waldsterben freigesetzt werden (im Norden) (Anmerkungen, Hothouse earth paper) 39
  • bei 2,8 Grad bis 2100: Wälder in Sibirien und teils Kanada werden Grasländern (Anmerkungen, Hothouse earth paper) 39 ⇒ würde große Mengen CO2 freisetzen (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Irreversibilität im Klima spielt eine große Rolle (IPCC WG1) 66
  • Kipppunkte können erreicht werden => Klima kann nicht mehr zu seinem vorherigen Stand zurückkehren (IPCC WG1) 66

Permafrost:

  • Auftauen des Permafrost in den Alpen ⇒ vermehrte Felssturz Aktivität, Bodenerosion (PERMOS 2005) 46
  • Das gesamte von Permafrost eingenommene Gebiet auf der Nordhalbkugel beträgt etwa 23 Millionen km2, was fast 24 % der Landflächen nördlich des Äquators entspricht. (bildungsserver hamburg) 73
  • Reduktion der Gletscherfläche (in den Alpen) um 18% (1985-99) , sieben mal höher als Durchschn. 1850-1973 (PERMOS 2005) 46
  • Fläche der Alpengletscher hat zwischen 1850 und 2000 um etwa die Hälfte abgenommen (Bildungsserver Hamburg)73
  • wird bis 2050 um nochmal 70% abnehmen, bis 2100 sogar um 95% (Bildungsserver Hamburg) 73
  • jetzt schon eine Nettoquelle
  • Erwärmung des Permafrost in Europa: 0,5-0,8 Grad (PERMOS 2005)
  • Selbst wenn die Klimaerwärmung stoppen würde ist das Permafrost trotzdem weiter tauen (PERMOS 2019) 47
  • Permafrost-Temperaturen sind so hoch wie nie (seit den 1980ern) (IPCC SROCC SPM) 70
    • Permafrost speichert etwa 1000 Gigatonnen Kohlenstoff (fast das Doppelte von dem, was aktuell in der Atmosphäre ist) (Bildungsserver Hamburg) 74
      • Schon heute ist der Permafrost eine Netto-Quelle für Methan (d.h. die Emission übertrifft die Speicherung), während er für CO2 noch eine Senke ist. 73
    • Wenn der Permafrost taut, wird der Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre gegeben (was in einigen Emissionsszenarien bis 2100 passiert) (IPCC SROCC SPM) 70

Jetstream

  • Veränderung des Jetstreams teils Klimabedingt (AWI Studie Jetstream & Wetterextreme & Klimawandel) 49

Albedo-Rückkopplung (Quotes, Klimawandel in Deutschland, Latif) 71

  1. Das Klima ändert sich stärker als man es aufgrund der Emittierten Stoffe erwarten könnte, dies liegt an positiven Rückkopplungseffekten (siehe a.) und an der Eis-Albedo-Rückkopplung.
    1. Wasserdampf ist ein starkes Treibhausgas, jedoch nur sehr kurzlebig. Durch eine Erhöhung der Konzentration anderer Treibhausgase (CO2,Methan etc), erhöht sich jedoch auch der Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre, wodurch die Erderwärmung wiederum beschleunigt wird. Dies ist ein positiver Rückkopplungseffekt.
    2. Wenn Schwefelverbindungen in die Atmosphäre geraten kühlt sich das Klima ab
  2. Die Wirkung aller Rückkopplungen wird unter Klimasensitivitäten erfasst.
  3. Die Rückkopplungen sind häufig nicht messbar, weshalb sie geschätzt werden, was eine Unsicherheit in Klimadiagramme bringt.

Temperaturverlauf

  • Jedes der vergangenen drei Jahrzehnte war an der Erdoberfläche sukzessive wärmer als alle vorangehenden seit 1850. (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5 ) 21
  • Temperatur des Permafrost ist seit 1980 angestiegen (bis zu 3 Grad in Alaska) (bis zu 2 Grad in Russland) (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Anstiegsgeschwindigkeit des mittleren globalen Meeresspiegel ist seit 20. Jahrhundert zugenommen (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • mittlerer Meeresspiegelanstieg: 1901-2010: ca. 1,7 mm pro Jahr, 1971-2010: 2,0 mm pro Jahr, 1993-2010: 3,2 mm pro Jahr (Naturwissenschaftl Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Menschengemachter Klimawandel: 2017: 1°C (letzte 30 Jahre: 0,2°C/Jahrzehnt) (IPBES SPM) 35/36
  • globale Erwärmung an der Oberfläche seit 1900 mehr als 1°C (Leopoldina) 68
  • Treibhausgase verursachen Erwärmung um 1,4°C, Aerosole Abkühlung um 0,4°C (Leopoldina) 68
  • Die letzten vier Jahre -2015 bis 2018 -waren die vier wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. (S4F Statement) 48
  • Die mittlere Temperatur [2018] lag 2,2 Grad über den Mittelwerten von 1961-1990. (S4F Statement) 48
  • viele neue Temperaturhöhepunkte (WMO Statement on the State of Climate change)51
    • Montreal: 5 aufeinanderfolgende Tage mit 33 Grad oder höher
    • Algerien: 51,3 Grad, Rekord
  • Modelle “deuten darauf hin, dass die globale Durchschnittserwärmung des 21. Jahrhunderts selbst die wärmsten Holozän-Bedingungen erheblich übersteigen und einen Klimazustand erzeugen wird, der zuvor von menschlichen Zivilisationen nicht erlebt wurde” (harvard, Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Temperaturen werden über die Holozän-Bedingungen für mehr als 10.000 Jahre erhöht bleiben (harvard, Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Man beobachtet Temperaturerhöhungen in der Troposphäre und gleichzeitig fallende Temperaturen in der Stratosphäre => konsistent mit durch Treibhausgase verursachtem Klimawandel; Widerspruch zu der Möglichkeit, dass stärkere Sonnenstrahlung den Klimawandel verursacht (IPCC WG1) 66
  • Die global gemittelten kombinierten Land- und Ozeanoberflächentemperaturdaten, berechnet durch einen linearen Trend, zeigen eine Erwärmung von 0,85 [0,65 bis 1,06] °C im Zeitraum 1880-2012 (nicht langfristig aussagekräftig) (IPCC WG1) 66
  • Stratosphäre kühlt seit Mitte des 20 Jhd ab, Troposphäre erwärmt sich (IPCC WG1) 66
  • “Seit der vorindustriellen Periode ist die Lufttemperatur an der Landoberfläche fast doppelt so stark gestiegen wie die globale Durchschnittstemperatur” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • von 1850-2015 ist die mittlere Lufttemperatur an der Landoberfläche um 1,53 Grad gestiegen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • 2015-19: 1,1 Grad über vorindustrieller Zeit und 0,2 Grad mehr als 2011-15 (WMO, United in Science) 70
  • Die Durchschnittstemperaturen von 2015-19 waren die Höchsten der Aufzeichnung für große Gebiete der USA, östliche Teile Südamerikas, meisten Gebiete Europas und dem nahen Osten, Nord Eurasien, Australien und Gebiete Afrikas südlich der Sahara (WMO, United in Science) 70
  • Juli 2019: heißeste Monat weltweit (WMO, United in Science) 70
  • Ozeane erwärmen sich weniger Langsam als Landmassen, wahrscheinlich ist die Erderwärmung an Land 1,4 bis 1,7 mal höher als auf den Ozeanen. (Quotes, Klimawandel in Deutschland, Latif) 71

Klimawandel in Deutschland (auch Quelle) 71

  • Klimawandel in Deutschland (seit 1881)
    • Jahresdurchschnittstemperatur stieg um 1,5 73
    • Im Sommer um 1,2°C
    • Im Winter um 1,1°C
    • Im Westen stieg die Temperatur stärker als im Osten
  • Klimamodelle für Deutschland
    • Es wird im Durchschnitt wärmer werden
      • Die Bodennahe Temperatur im Winter wird je nach Szenario (mehr oder weniger Treibhausgase) um 1,2-3,2°C oder 3,2-4,6°C steigen, im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971-2000
      • Im Sommer liegt der geschätzte Anstieg bei 1,3-2,6°C oder bei 2,7-4,8°C
    • Stärkerer Temperaturanstieg im Sommer als im Winter
    • Im Sommer wird ein stärkerer Temperaturanstieg in der Alpenregion als in Norddeutschland projiziert

Treibhauseffekt

  • 50% der Energie der Sonnenstrahlen werden von der Erdatmosphäre absorbiert, 20% von der Atmosphäre und 30% werden zurückgestrahlt (IPCC WG1) 66
  • Von der Erde ausgehende Strahlung (langwellige Infrarot-Strahlung) wird von Gasen wie CO2, CH4, N2O oder anderen Treibhausgasen (und von Wolken) absorbiert und dann in alle Richtungen wieder ausgesendet (auch nach unten => Temperatur in niedrigen Schichten der Atmosphäre steigt) (IPCC WG1) 66
  • Unterschiede im globalen “Energiebudget” sind entweder auf Unterschiede in der absorbierten Sonnenstrahlung oder in der von der Erde ausgehenden Langwellenstrahlung zurückzuführen (IPCC WG1) 66
  • absorbierte Sonnenstrahlung hängt davon ab, wie viel Strahlung die Sonne aussendet (Mittelwert von 1361 W/m^2 ist in der Wissenschaft akzeptiert, sehr leichte Schwankungen von nur ein paar Promill) und wie viel davon die Erde zurückstrahlt (IPCC WG1) 66
  • emittierte Langwellenstrahlung hängt von Temperaturänderungen an der Erdatmosphäre oder -oberfläche oder von der Effizienz der Strahlungsemission ab => durch Treibhausgase und Menge an Wolken am Himmel beeinflusst (IPCC WG1) 66
  • einfache Energiemodelle sehen Erde als eine einzige “Box”, kompliziertere betrachte Millionen an Punkten auf der ganzen Erde inkl. Atmosphäre und Kryosphäre (IPCC WG1) 66
  • In letzter Zeit Tendenz zu den komplizierten Modellen (IPCC WG1) 66
  • Außerdem Unterscheidung zwischen Gleichgewichts- (rechnen mit konstanten Werten) und Übergangs-Modellen (rechnen mit sich über Zeit ändernden Werten) (IPCC WG1) 66
  • Wegen Sättigungseffekten in den absorbierenden Schichten verursacht ein exponentieller Anstieg der CO2-Konzentration einen linearen Anstieg bei RF (=radiative forcing; Unterschied zwischen von der Erde absorbierter und abgestrahlter Energie) (IPCC WG1) 66
  • RCP-Szenarios berücksichtigen Konzentrationen und die dazugehörigen Emissionen, aber basieren nicht auf sozioökonomischen “storylines”, stattdessen spiegeln sie auch kurzfristige Änderungen in Emissionen und Landnutzungsänderungen wider (IPCC WG1) 66
  • Zirkulationsmerkmale seit den 1970er Jahren bewegen sich polwärts (IPCC WG1) 66
  • diese Trends haben zu einem Anstieg der RF von Treibhausgasen um 7,5% zwischen 2005 und 2011 geführt (CO2 80% Beteiligung) (IPCC WG1) 66
  • Die Schätzung der reflektierten Sonnenstrahlung am TOA: 100 W m-2 (gerundet) (IPCC WG1) 66
  • Damit bleiben 240 W m-2 der von der Erde absorbierten Sonnenstrahlung erhalten, die bei einem globalen Wärmespeicher von 0,6 W m-2 (basierend auf CERES EBAF) nahezu ausgeglichen ist (IPCC WG1) 66
  • der latente Wärmestrom entspricht dem Energieäquivalent der Verdunstung, das global dem Niederschlag entspricht; daher kann seine Größe durch globale Niederschlagsschätzungen eingeschränkt werden (IPCC WG1) 66
  • Sie stellen ferner fest, dass die Erde zwischen Januar 2001 und Dezember 2012 kontinuierlich Energie mit einer Geschwindigkeit von 0,50 ± 0,43 W m-2 (90% KI) akkumuliert hat. (IPCC WG1) 66
  • Die jährliche Variabilität des Energieungleichgewichts der Erde im Zusammenhang mit ENSO stimmt mit den Aufzeichnungen über den Wärmegehalt des Ozeans innerhalb der Beobachtungsunsicherheit überein. (IPCC WG1) 66

Lösungen des Klimawandels

Alleine Schaffen wir es nicht…

  • EU könnte mit einem neuen NDC von weit üb er 50% ein neues Momentum für globale NDCs schaffen (UBA)
  • Die Eu kann Paris nicht alleine erreichen aber kann Momentum und Motivation für die anderen aufbauen (EUI on EU NDC 2020) 52
  • Angst: EU kanns nicht alleine machen, ist richtig aber EU kann klare Führungsrolle übernehmen (EUI on NDC 2020) 52
  • Ein wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreicher Klimaschutz in Deutschland kann daher eine positive Multiplikatorwirkung entfalten und böte die Chance, Deutschland als Leitmarkt für innovative und ressourceneffiziente Technologien auszubauen, aus dem heraus sich deutsche Unternehmen eine wertvolle Position im „Rennen“ um globale Marktführerschaft erarbeiten können. (Boston Consulting Group)

Allgemein

  • je schneller wir anfangen desto einfacher haben wir es hinterher (Emissionsreduktionspfade) 4
  • 1,5 Grad Pfade mit einem geringen Energiebedarf, niedrigem Materialverbrauch und geringem Konsum haben vermutlich die geringste Anzahl an Konflikten (Emissionsreduktionspfade) 4
  • es braucht Anpassungsinvestitionen, politische Instrumente, Technologieinnovation und Verhaltensänderung (Emissionsreduktionspfade) 4
  • soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung sind Kernaspekte, da sie Konflikte angehen (Emissionsreduktionspfade) 4
  • es braucht internationale Zusammenarbeit für 1,5 Grad (Emissionsreduktionspfade) 4
  • gut gestaltete systemische sektorenübergreifende Minderungsstrategien sind kosteneffizient (IPCC AR5 SYR) 22
  • globaler Emissionshöchststand in 2020 ist entscheidend für Paris (Emissions Gap Report UN, SPM) 40
  • um zu 66% den Temperaturanstieg im Jahr 2100 unter 1,5 Grad zu halten, sollten die globalen THG-Emissionen im Jahr 2030 24 (22-30) GtCO2e nicht überschreiten (Emissions Gap Report UN, SPM) 40
  • Die Politik muss eine einheitliche Richtung vorgeben nicht alles einzeln in den jeweiligen Sektoren (Emission Gap Report UN SPM) 40
  • Planungssicherheit schaffen durch strukturierte politische Instrumente (Emission Gap Report) 40
  • G20 Staaten insgesamt nicht auf der Spur um NDCs für 2030 zu erreichen (Emission Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • EU muss innere Rahmenbedingungen schaffen um 60% oder mehr als NDC zu ermöglichen (Emission Gap Report UN) 40
  • große Lücke zwischen Klimazielen und Anstrengungen der Nationen (UBA)
  • Das einzige Mittel, um eine weitere Verpflichtung zum GMSL-Anstieg zu verhindern, ist die Erreichung von Netto-Null-Emissionen.” (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • kleine Einsparungen reichen nicht aus (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Wissenschaft ist darauf angewiesen, dass ihre Erkenntnisse und Vorschläge von Politik und Gesellschaft gehört werden (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Forschung für bessere Effekte und niedrigere Kosten von Klimamaßnahmen notwendig (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • Filtermaßnahmen essentiell, da Minderungspotenziale in Bereichen wie fliegen nicht ausreichen (SRY United in Science) 70
  • Umso wichtiger ist es, dass die Politik jetzt die Weichen für das Erreichen der Klimaziele stellt. Bis 2030 soll Deutschland 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen ausstoßen als im Jahr 1990 – „auf jeden Fall“, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Wo es bis 2050 genau hingehen soll, ist noch zu klären. Bisher galt ein Korridor von 80 bis 95 Prozent weniger Treibhausgasemissionen. Mittlerweile steht auch das Ziel der Klimaneutralität im Raum. Orientierungspunkt ist bei allem das Pariser Klimaabkommen, mit dem die Erderwärmung bis 2050 auf maximal 2, möglichst 1,5 Grad Celsius begrenzt werden soll. Für die anstehende Debatte über Instrumente und Ziele lassen sich aus der dena-Leitstudie wichtige Leitplanken ableiten:⁷⁷
  • Energiewende braucht Förderung und Beratung, Information und Dialog: Ordnungsrecht und CO2-Bepreisung reichen nicht aus, um Menschen zum Handeln zu bewegen. Der Wechsel zu klimaschonenden Alternativen ist oft mit Investitionen verbunden, oder auch mit der Umstellung von Gewohnheiten – sei es beim Wohnen, in der Mobilität oder der Freizeit, in privaten Haushalten, Unternehmen oder Kommunen. Die Politik sollte deshalb nicht nur Druck aufbauen, sondern auch attraktive Angebote und Anreize schaffen. Das ist auch wichtig, um die gesamtgesellschaftliche Unterstützung im Laufe der Transformation aufrechtzuerhalten. ⁷⁷
  • Steuern, Abgaben und Umlagen reformieren, noch in dieser Legislaturperiode. Das gewachsene System aus Steuern, Abgaben und Umlagen ist klimaschädlich, unübersichtlich, innovationsfeindlich und führt zu sozialen Verwerfungen sowie zu Verzerrungen zwischen Energieträgern und Sektoren. Ausgangspunkt könnte die Befreiung aller Verbraucher von der EEG-Umlage sein. Strom muss günstiger werden, damit er vermehrt in allen Sektoren zum Einsatz kommen kann. Grundsätzlich geht es darum, CO2-Emissionen zu senken, Innovationen im Sinne einer integrierten Energiewende anzuregen und gleichzeitig Mehrbelastungen zu vermeiden. Außerdem ist zu beachten, dass der Bundeshaushalt erhebliche Veränderungen erfahren wird, sollten die Klimaziele erreicht werden. Trotzdem müssen die Einnahmen verlässlich bleiben. Um die verschiedenen Faktoren zu berücksichtigen und auszutarieren, bedarf dies einer umfassenderen Planung für die Zeit bis 2030.⁷⁷
  • Das Paris-Abkommen definiert nicht nur ein Reduktionsziel für Treibhausgasemissionen in 2050 gegenüber 1990, sondern auch eine Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen, die bis 2050 ausgestoßen werden darf. Zukünftig notwendige Technologien und Infrastrukturen sollten bereits frühzeitig angestoßen wer-den. Das ermöglicht den Aufbau von Know-how und die Realisierung von Kostendegressionen und vermeidet „Knicke“ oder „Sprünge“ in den Transformationspfaden, also besonders starke Veränderungen bei Technologien oder Anwendungen innerhalb kurzer Zeit. Darüber hinausgehende Innovationen sollten trotz-dem nicht aus den Augen verloren werden. Nicht nur die Erreichung der Klimaziele in 2050 ist also wichtig, sondern auch die Einsparungen auf dem Weg dorthin. So sehen die Klimaziele der Bundesregierung vor, bis 2030 über alle Sektoren 55 Prozent und bis 2040 insgesamt 70 Prozent der Treibhausgasemissionen einzusparen. Um das Gesamtbudget einzuhalten, ist es notwendig, die Erreichung der Zwischenziele durch ein laufendes Monitoring genau zu kontrollieren. Zur Erreichung des oberen Korridors der Klimaziele müsste auch ein höheres Zwischenziel für 2040 angesetzt werden, um eine gleichmäßigere Verteilung der notwendigen Emissionsreduktionen über die Jahre zu erreichen und unrealistische Sprünge zu vermeiden. In der dena-Leitstudie wurde deshalb für die Transformationspfade zur Erreichung des 95-Prozent-Ziels ein Zwischenziel von 75 Prozent in 2040 eingeführt.⁸⁰
  • Eine vollständig auf erneuerbaren Energien beruhende Stromerzeugung im Jahr 2050 ist in Deutschland als hoch entwickeltes Industrieland mit heutigem Lebensstil, Konsum- und Verhaltensmuster technisch möglich. ⁸⁰
  • Eine vollständig auf regenerativen Energien basierende Stromversorgung im Jahr 2050 ist auch ökonomisch vorteilhaft ⁸⁰
  • Es ist wichtig auf dem Weg dahin Zwischenziele zu definieren, insbesondere für die Zeit nach 2020. Es gilt: Je früher, je entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt uns für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen! ⁸⁰
  • Bei globalem Klimaschutz und entsprechendem „Level Playing Field“ haben alle betrachteten Klimapfade bei optimaler Umsetzung sehr geringe, aber tendenziell positive Effekte auf das Bruttoinlandsprodukt (etwa plus 0,9 Prozent in 2050) (Boston Consulting Group)

Ausbau der Netze

Grundlage: Energiewende, Sektorkopplung

Handlungsempfehlungen:

  • Verständnis für Stromnetzausbau fördern, Verfahren beschleunigen: Bund und Länder sollten bei der Bevölkerung kontinuierlich und geschlossen für die Notwendigkeit des Stromnetzausbaus werben. Genehmigungsverfahren sollten weiter beschleunigt werden.⁸⁰
  • Die Anreizregulierung für die Gasnetze sollte den Umbau der Gasinfrastruktur hin zu höheren Anteilen von Wasserstoff unterstützen und ermöglichen.⁸⁰
  • Energiespeicherung hat in der Vergangenheit eine wichtige Rolle beim Ausgleich von Angebot und Nachfrage in Stromnetzen gespielt. In Zukunft wird sie ein zunehmend wichtiger Bestandteil moderner Energiesysteme sein. Die Energiespeicherung ermöglicht die Speicherung von Elektrizität, insbesondere von Elektrizität aus variablen, nicht disponiblen erneuerbaren Energiequellen (EE) wie Wind- und Sonnenenergie. Wenn die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen unter das Verbrauchsniveau sinkt, kann dieser gespeicherte Strom wieder in das Netz eingespeist werden, um die benötigte Last bereitzustellen. Da ein Teil der EE-Erzeugung stark von den Wetterbedingungen abhängig ist, entsprechen Zeiten mit hohem Energiebedarf nicht unbedingt Zeiten mit hoher Erzeugung. Die sichere Integration zunehmender Anteile variabler erneuerbarer Energiequellen erfordert daher ein flexibleres Energiesystem. Die Energiespeicherung ist ein wesentliches Element, um Angebot und Nachfrage auszugleichen und wichtige Dienste für die Netzstabilität, wie Spannungs- und Frequenzregelung, bereitzustellen. ⁸³

Budget-Ansatz

  • je schneller wir anfangen desto einfacher haben wir es hinterher (Emissionsreduktionspfade) 4
  • Budget Januar 2018-2100 420 oder 570 Gt CO2 => 66% Chance 1,5 Grad nicht zu überschreiten (UBA)
  • Jetzige Emissionsraten => Budget leer in 10 Jahren oder früher (UBA)
  • “tatsächliches” Budget immer noch Unsicherheiten => schnelle Schritte sind noch wichtiger (UBA)

CO2-Steuer

  • Emissionssteuer ist das beste wirtschaftliche Mittel (MCC) 2
  • EU weiter Mindestpreis sinnvoll (MCC) 2
  • zum ETS braucht es eine Preisaufschlag (MCC)2
  • kontinuierlicher CO2 Preis (begleitend zur Energiewende) auf 40€ pro Tonne im Jahr 2030 (Fraunhofer IEE) 3
  • ohne CO2 Preis wird es schwer (Felix Matthes, Umweltökonom) 15
  • “CO2 Aufschlag ist weder sinnvoll noch effizient”, führt zu Verzerrung (Felix Matthes, Umweltökonom) 15
  • es braucht eine schnelle, transnationale, wirkungsvolle CO2 Steuer (Felix Matthes, Umweltökonom) 15
  • Umweltfreundlicherer Lebensstil wird wirtschaftlich sinnvoll, hilft insgesamt dem Klima (AR4 WG3 SPM)
  • CO2 Steuer von 70 USD pro Tonne kann zu einer Reduktion an Emissionen von über 10% in einigen Ländern sogar über 40% führen (Emissions Gap Report UN SPM) 40
  • schon 2018 Empfehlung der Leopoldina für Vorreiterallianz Deutschlands mit anderen Ländern für länderübergreifenden Mindestpreis für CO2-Emissionen (Leopoldina) 68
  • unmittelbarer Transformationsschub notwendig, für den CO2-sparendes Verhalten belohnt und die Emission von CO2 unattraktiv gemacht werden muss (Leopoldina) 68
  • sektorübergreifende Wende bei der Energieerzeugung und -nutzung nötig, die ohne CO2-Preis nicht gelingen kann (Leopoldina) 68
  • wichtigstes Leitinstrument: einheitlicher und sektorübergreifender CO2-Preis weit über 25€/t (Preis im EU-Emissionshandel) (Leopoldina) 68
  • CO2-Preis muss weit über 25€/t starten und danach weiter ansteigen (Leopoldina) 68
  • je niedriger der Ausgangspreis, desto größer müssen die Steigerungen die Jahre danach sein (Leopoldina) 68
  • CO2-Preis alleine reicht nicht aus (Leopoldina) 68
  • Steuereinnahmen aus CO2-Steuer sollen in sozial ausgleichende “Klimadividende”, in die Absenkung des Strompreises, in Klimaschutz und neue Infrastruktur investiert werden (Leopoldina) 68
  • wirksamer CO2-Preis macht früheren Kohleausstieg wahrscheinlicher (Leopoldina) 68
  • in Deutschland bei Investitionen in erneuerbare Energien, Stromnetz und Speichertechnologien (Batterien, Power-to-X) praktisch umsetzbar (Leopoldina) 68
  • Preis im ETS war zu niedrig (Leopoldina) 68
  • Verkehr und Gebäude müssen in den ETS miteinbezogen werden, um alle Emissionen mit einheitlichem Preis zu versehen (Leopoldina) 68
  • in der EU politischer Widerstand erwartet (Leopoldina) 68
  • ein Teil der Einkünfte muss für gezielte klimaschützende Maßnahmen eingesetzt werden (Leopoldina) 68
  • häufig können Ausgaben für erhöhte Steuern an die Kunden weitergegeben werden (Leopoldina) 68
  • bei großen Wettbewerb und Preiskämpfen kann es sein, dass Firmen in Länder ohne CO2-Preis abwandern => schlecht für das Klima, Nachteile müssen in solchen Fällen ausgeglichen werden (Leopoldina) 68
  • Importzölle für CO2-Ausstoß, der außerhalb Deutschland verursacht wurde, können auch helfen, sind aber politisch heikel (Leopoldina) 68
  • angestrebt ist ein CO2-Preis von 180€/t, niedrigere Einstiegspreise und linearer Anstieg auf diesen Wert zur Umstellung angedacht (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64 (IMK CO2 Steuer) 65
  • CO2-Bepreisung für Wärme- und Verkehrssektor würde bei einem Preis von 35€/t Steuermehreinnahmen von 11,1 Milliarden € bedeuten, bei einem Preis von 80€/t schon 25 Milliarden € (wird durch angestrebte Lenkungswirkung aber weniger) (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Umsetzung durch Erhöhung der Energie- und Kraftstoffsteuern denkbar (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Erhöhung der Energiesteuern trifft ärmere Haushalte proportional stärker, weil sie genauso heizen müssen wie alle anderen Haushalte auch, Erhöhung der Kraftstoffsteuer trifft tendenziell eher wohlhabendere Pendler*innen (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Rückzahlung einer Klimapauschale von 80€ pro Person und Jahr verursacht Kosten von 6,6 Milliarden € und dreht den Effekt um, sodass ärmere Haushalte sogar etwas dazuverdienen können, die Mittelschicht ist belastungsneutral, während Wohlhabendere draufzahlen => Instrument für Umverteilung (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • insbesondere Familien würden vom Klimabonus profitieren (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • starke Belastung für Pendler*innen und Haushalte mit Ölheizungen (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64 (IMK CO2 Steuer) 65
  • mit 35€/t wird Benzin um 10ct/l teurer (+6,6%), Diesel und leichtes Heizöl um 11ct/l (Diesel +8,7%, leichtes Heizöl +16,4%), Erdgas um 0,84ct/kWh (+15,2%) (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Mobilitätsgeld zur Entlastung von geringverdienenden Pendler*innen nur in Härtefällen sinnvoll, ansonsten für die Lenkungswirkung kontraproduktiv (IMK CO2 Steuer)
  • Erhöhung der Pendler*innenpauschale entlastet fast nur Gutverdiener*innen und wirkt sich negativ auf CO2-Ausstoß aus (IMK CO2 Steuer)
  • zu große Belastungen können in Einzelfällen durch die Grundsicherung gemildert werden (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Sozialleistungsempfänger*innen in allen möglichen Varianten der Ausgestaltung nicht stärker belastet (IMK CO2 Steuer)
  • im Gegenzug Senkung der Stromsteuer auf europäischen Mindestsatz von 0,1ct/kWh denkbar (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64 (IMK CO2 Steuer) 65
  • auch Senkung der EEG-Umlage durch Gegenfinanzierung aus zusätzlichen Steuermitteln möglich (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64 (IMK CO2 Steuer) 65
  • Lenkungswirkung kann durch zusätzliche Investitionen in umweltfreundliche Alternativen unterstützt werden (DIW Studie zur CO2 Steuer)64
  • Lenkungswirkung wird umso größer, je mehr in erneuerbare Energien investiert wird (IMK CO2 Steuer) 65
  • bei 35€/t sinkt der Energieverbrauch um 78 PJ (1,2%) => CO2-Einsparungen von 5 Mio. Tonnen (1,6% der abgedeckten Emissionen) (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • bei 80€/t bei gleichzeitiger Senkung der Stromsteuer sinkt der Energieverbrauch um 170-593 PJ => CO2-Einsparungen von 10-34 Mio. Tonnen (3,3-11%) (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • kurzfristig keine großen Verhaltensanpassungen zu erwarten, langfristig aber z.B. Modernisierung der Heizungssysteme, Anschaffung energieeffizienterer Elektrogeräte oder Nutzung verbrauchsärmerer Fahrzeuge möglich (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • kurzfristige Emissionsminderung eher im Haushaltssektor zu erwarten, langfristig im Verkehrsbereich (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • Belastungen für Unternehmen werden durch die Senkung der Stromsteuer ausgeglichen (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • CO2-Preis reicht allein nicht aus, im Gebäudesektor mit 80€/t bestenfalls 43% der notwendigen Einsparungen, im Verkehrssektor nur 40% => zusätzliche Maßnahmen nötig (DIW Studie zur CO2 Steuer) 64
  • bis 2025 CO2-Reduktion um 33 Mio. Tonnen möglich, bis 2050 um 51 Mio. Tonnen (nur ⅙ der bis 2030 vorgesehenen Reduktion) (IMK CO2 Steuer) 65
  • höherer Stromverbrauch zur Durchführung von Sektorkopplung könnte den Effekt der CO2-Bepreisung aushebeln, wenn der zusätzliche Strombedarf nicht aus erneuerbaren Energien gedeckt wird => Ausbau erneuerbarer Energien wird noch wichtiger (IMK CO2 Steuer) 65
  • Klimaprämie könnte vom Bundeszentralamt für Steuern ausgezahlt werden, Aufwand der Einführung ist überschaubar (IMK CO2 Steuer) 65
  • aus Datenschutzgründen ist eine Einführung nicht von jetzt auf gleich möglich, aber eine rückwirkende Auszahlung ist denkbar (IMK CO2 Steuer) 65
  • Widerstand in der Bevölkerung gegen klimapolitische Maßnahmen wegen: Angst vor höherer Belastung für Ärmere; Überschätzung der persönlichen Kosten; Verdacht, dass Steuer als zusätzliche Einnahmequelle dienen soll; Zweifel an der Lenkungswirkung; Angst vor Einbruch der Wirtschaft und Arbeitslosigkeit (IMK CO2 Steuer) 65
  • Subventionen für klimafreundliche Technologien wird in Umfragen dagegen positiv beurteilt (IMK CO2 Steuer) 65
  • Akzeptanzsteigerung möglich durch Aufhebung der Ausnahmen für stromintensive Industrien (Gerechtigkeitsgedanke) (IMK CO2 Steuer) 65
  • gäbe es einen globalen Mindestpreis für Treibhausgase, könnte die Umsetzung dann jede Region selbst machen (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • um einen globalen Preis einzuführen, brauchen Deutschland und die EU eine starke Verhandlungsposition (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • CO2-Preis stärkt Anreize für Investitionen in emissionsärmere Geräte
  • gemeinsame europäische Linie ist sinnvoll (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • nur technologische Fortschritte reichen nicht (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • EU-Vorgaben stehen erstmal über nationalen (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • Wenn Mitgliedsstaaten die Ziele nicht einhalten, drohen Strafen wie Kosten oder Vertragsverletzungsverfahren (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • wichtig ist ein glaubwürdiges mittel- bis langfristiges Preissignal (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • ETS-Ausweitung sollte durchkommen, kann aber lange dauern => nationale Übergangslösung denkbar (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • CO2-Steuer braucht regelmäßige Anpassung an Steuern (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • CO2-Steuer ist administrativ einfacher und schneller umsetzbar als Emissionshandel (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • Mindestpreis für Sicherheit bei Investoren*innen (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • carbon leakage: für die vom EU ETS erfassten Bereiche relevant, nicht aber für Verkehr und Gebäude (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • gibt genug Maßnahmen im ETS, die das verhindern (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • falls die Maßnahmen trotzdem nicht ausreichen, evtl. ein Grenzausgleich sinnvoll (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • begleitende Maßnahmen:
  • Förderung der Anschaffung emissionsärmerer Ausstattung, Prämien für den Austausch von Heizungen
  • emissionsarme Infrastruktur ausbauen
  • Speicherinfrastruktur aufbauen (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • Steuersystem anpassen für mehr Anreize zur CO2 Reduktion: Kraftfahrzeugsteuer, Stromsteuer, umgestaltete Maut (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • pauschale Rückgabe je Einwohner würde Haushalte bis zum fünften Einkommensdezil durchschnittlich entlasten (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • Alleinstehende wären stärker belastet (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • Stadt-Land-Unterschied gering (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • durch CO2-intensive Heizungen oder große Wohnflächen hätte das sehr heterogene Folgen (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • Senkung der Stromsteuer ist leicht umzusetzen und hat viele Vorteile + Finanzierung einer EEG-Umlage aus Bundesmittel (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • sektorenkoppelnde Effekte (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • viele Härtefälle werden durch das dt. Sozialsystem abgefedert (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)
  • zusätzliche Möglichkeit in Härtefällen wäre das Anpassen des Wohngeldes (Wirtschaftsweisen zum CO2 Preis)

Umsetzung einer nationalen CO2-Steuer vs. Umsetzung eines Emissionshandels in 4 verschiedenen Varianten (alles aus: Öko Institut im Auftrag von Agora Energiewende)

  • CO2-Steuer leicht umsetzbar, weil man auf bestehende Strukturen von der Energiesteuer zurückgreifen kann
  • Emissionshandel für Gebäude und Verkehr prinzipiell auch umsetzbar, aber wegen definitions-, abgrenzungs- und verwaltungstechnischen Fragen nicht trivial und noch nicht für 2020 machbar
  • Für Einführung eines Emissionshandels müssen neue Regelungen geschaffen und Unternehmen zur Überwachung und Abrechnung ihrer Emissionen verpflichtet werden
  • außerdem wie schon bei der Einführung des EU ETS mit Klagewelle zu rechnen
  • Einführung des Emissionshandels dauert mindestens 2-3 Jahre
  • in einer EU-kompatiblen Variante eher 3-4 Jahre
  • andere Möglichkeit: Deutschland bezieht als einziges Land die Sektoren Verkehr und Wärme in das EU-Programm mit ein => dauert sogar über 5 Jahre
  • Für 2020 nur CO2-Steuer möglich, die später in Emissionshandel überführt werden kann
  • Orientierung: Reform der Ökosteuer hat nur 3 Monate gedauert, CO2-Steuer könnte ähnlich schnell gehen
  • CO2-Orientierung von bestehenden Energiesteuern kann sehr einfach umgesetzt werden, sogar Mechanismen für im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen gibt es bereits
  • Einführung eines Emissionshandelssystems erfordert höheren Regulierungsaufwand und deswegen auch deutlich mehr Zeit
  • EU ETS erfasst derzeit 55% der CO2-Emissionen und nur 1% der anderen Treibhausgasemissionen
  • im Energiebereich werden über 90% der Treibhausgasemissionen erfasst (fehlender Betrag hauptsächlich wegen Treibhausgase jenseits von CO2)
  • in der Industrie 75% der Emissionen erfasst (Rest entfällt auf Anlagen, die die Schwellwerte des ETS nicht erreichen)
  • im Flugverkehr werden ein Drittel der Emissionen erfasst (entspricht 5% der Emissionen des Verkehrssektors)
  • private Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen inkl. Gebäudesektor werden aktuell gar nicht erfasst
  • Land- und Abfallwirtschaft werden auch nicht erfasst (hauptsächlich CH4 und N2O Emissionen)
  • Erweiterung der Treibhausgas-Bepreisung muss die bisher nicht erfassten Emissionen in den Blick nehmen und auch Nicht-CO2-Treibhausgase erfassen
  • 2 Möglichkeiten dafür: Einbezug weiterer Sektoren in das aktuelle EU ETS oder Schaffung eines separaten ETS für die verbleibenden Emissionen
  • jetziges EU ETS ist auf große und überwiegend ortsfeste bzw. dauerhaft auffindbare Punktquellen für Treibhausgasemissionen ausgerichtet (große Emissionsmengen von wenigen Verursachern)
  • Ausweitung auf Flugverkehr wäre regulatorisch möglich
  • Schaffung eines zweiten ETS hätte größere Freiheitsgrade bei der Ausgestaltung, kleinere prozedurale und rechtliche Risiken und eine schneller mögliche Umsetzung zum Vorteil
  • Durch Perspektive einer späteren Integration in das EU ETS verschwinden die Vorteile
  • für Aufnahme weiterer Sektoren in jetziges ETS wären einige konzeptionelle Änderungen notwendig; Ausgestaltung wäre nicht so frei möglich; politische und prozedurale Risiken wären größer; Umsetzungszeiträume wären länger (mindestens 4 Jahre)
  • nationaler Einbezug von weiteren Sektoren in EU ETS würde für Deutschland schwierige Verpflichtungsstrukturen mit sich bringen
  • regionaler Einbezug könnte in einem deutschen Alleingang oder in grenzüberschreitender Kooperation geschehen
  • auch hier erweitertes oder separates ETS möglich
  • bei Einführung nur in Deutschland könnte man landesspezifische Besonderheiten besser berücksichtigen; politische und prozedurale Risiken und Umsetzungszeit bei separatem ETS geringer als bei Erweiterung des EU ETS
  • bei Zusammenarbeit mit weiteren Ländern (“Koalition der Vorreiter”) steigt der Koordinationsaufwand, landesspezifische Besonderheit nicht so gut zu berücksichtigen, Umsetzungszeit länger, politische und prozedurale Risiken gering; Unterschiede zwischen neuem und bestehendem ETS hier nicht so groß
  • EU-weite Einführung: größte politische und prozedurale Risiken, größter Umsetzungszeitraum
  • Emissionen aus Verbrennungsprozessen jenseits von CO2 sind zu unvorhersehbar, um sie in ein ETS einzubeziehen
  • das selbe gilt für Emissionen aus diffusen Quellen (z.B. Methanemissionen bei Stein- oder Braunkohleabbau)
  • Emissionen aus der Abfallwirtschaft entstehen mit langen Verzögerungen => auch hier Umsetzung schwierig
  • einbeziehen könnte man aber die bisher nicht vom EU ETS regulierten CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger; außerdem die an unmittelbar an Tierbestände, landwirtschaftliche Produkte bzw. Produktionsmittel (z.B. Stickstoffdünger) gebundenen CH4- und N2O-Emissionen
  • Downstream-Ansatz: erfasst wird die Freisetzung von Treibhausgasen in die Atmosphäre (wird in fast allen ETS für die großen Punktquellen verfolgt)
  • Upstream-Ansatz: erfasst wird das Inverkehrbringen von Stoffen, die später in Treibhausgase umgewandelt werden; Bepreisung in erster (Förderung, Herstellung oder Import) oder letzter Handelsstufe (Lieferung) möglich (kann auch für Dinge wie Stickstoffdünger verfolgt werden)
  • Midstream-Ansatz: erfasst wird die Tätigkeit (Inverkehrbringen oder Verarbeitung), die in einem robusten Zusammenhang mit der Emission von Treibhausgasen steht (z.B. Neuseeland: Milch- und Fleischverarbeitungsindustrie werden für die Emissionen der Landwirtschaft verantwortlich gemacht)
  • bisher im EU ETS: Downstream-Ansatz für große Punktquellen => Upstream-Ergänzungen müssen auf eventuelle Doppelregulierungen geprüft werden
  • ESR: linearer Minderungspfad zur Erreichung der Emissionsziele vorgegeben; startet im Juni 2019 mit dem Mittelwert der Emissionen von 2016-2018
  • Übertragung von AEA zwischen den Jahren (Banking und Borrowing) und zwischen Mitgliedstaaten (Transfers) möglich. Außerdem Verwendung von EU ETS-Zertifikaten in begrenztem Ausmaß und Anrechnung von Minderungen im LULUCF-Bereich zum Ausgleich zwischen jährlichen Emissionen und AEA möglich.
  • erweitert ein Mitgliedstaat den Geltungsbereich des EU ETS, wird die AEA entsprechend angepasst (nach Art. 24 und 24a EU ETS-RL)
  • juristisch umstritten, ob Erweiterungsmöglichkeit des EU ETS nur auf Downstream-Regelungen oder auch für zukünftige zusätzliche Sektoren nach Upstream-Prinzip bezogen werden sollen
  • unabhängig davon, ob es nur für Deutschland oder in grenzüberschreitender Kooperation geschaffen werden soll, muss bei einem separaten ETS eine entsprechende Ausnahmeregelung von Anfang an aufgenommen werden
  • aktuelle Regeln des MiFID II gelten ausdrücklich nur für aktuelles EU ETS und müssten bei separatem ETS angepasst werden
  • bei Erweiterung des ETS müssten die EU ETS-Richtlinie, die MRR-, VAR-, evtl. AR-, RegR-Regulierungen und diverse Guidelines und Umsetzungsvorschriften angepasst werden
  • bei separatem ETS wäre die Anpassung einiger dieser Richtlinien zumindest vorteilhaft, allerdings ist die Umsetzung fraglich
  • in beiden Fällen Novelle des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes notwendig
  • bei separatem ETS müssten eine Datenerhebungsverordnung, eine Emissionshandels-Versteigerungsverordnung, eine Emissionshandels-Kostenverordnung und diverse Guidelines und Umsetzungsvorschriften neu geschaffen werden, evtl. sogar noch mehr
  • EU-Gesetzgebungsverfahren zur Anpassung des EU ETS wird wohl ca. 4 Jahre dauern
  • Durchführung delegierter Rechtsakte in der EU (ohne Datenerhebungen) mindestens 6 Monate
  • Gesetzgebungsverfahren in Deutschland nicht unter 9 Monaten, bis zum Inkrafttreten als mindestens 12 Monate zu veranschlagen
  • Schaffung der untergesetzlichen Rechtsgrundlagen: 3-6 Monate, überlappt sich aber mit dem Gesetzgebungsverfahren
  • Ersterhebungsverfahren für Daten: 12-18 Monate
  • Anpassung oder Reaktivierung von Registersoftware: 6 Monate
  • Ausschreibung von Versteigerungsplattformen 12 Monate vor Beginn der ersten Auktionen
  • Beihilfeverfahren für neue regelbasierte Zahlungen an Unternehmen: 6-12 Monate; Übertragung vorhandener Regelungen auf neue Anwendungsbereiche: 3-4 Monate
  • Manche Sachen können nicht parallel zueinander ausgeführt werden (z.B. Ausschreibung erst nach Schaffung der Rechtsgrundlage möglich)

Erweiterung des EU-ETS um weitere Sektoren über umfangreiche Änderungen von Richtlinien und Verordnungen sowie diverse delegierte Rechtsakte

  • Änderungen von ETSD, ESR zur Umsetzung signifikanter Ausgestaltungsregelungen
  • keine einschneidenden einseitigen Folgen für Deutschland
  • hohe Rechtssicherheit bei erfolgreicher Umsetzung
  • erhebliche politische und zeitliche Risiken bei der Verhandlung
  • Umsetzung in nationales Recht nur teilweise notwendig
  • Zeitbedarf bis zum Start: mindestens 5-6 Jahre
  • im Verbund einer Koalition der Vorreiter möglich

Erweiterung des EU-ETS um weitere Sektoren ohne umfangreiche Änderungen von Richtlinien und Verordnungen sowie diverse delegierte Rechtsakte

  • Umsetzung der nur über delegierte Rechtsakte möglichen Veränderungen ausgeschlossen (z.B. Preiskorridore)
  • teilweise einschneidende einseitige Konsequenzen für Deutschland
  • hohe rechtliche, politische und zeitliche Risiken bzgl. der generellen Machbarkeit und auch für diverse Einzelregelungen
  • Umsetzungen in nationales Rechts nur teilweise notwendig
  • Zeitbedarf bis zum Start mindestens 3-4 Jahre
  • im Verbund einer Koalition der Vorreiter vorstellbar

Schaffung eines separaten ETS für Deutschland mit hoher perspektivischer Anschlussfähigkeit an das EU ETS

  • Umsetzung vor allem über nationale Gesetzgebung (Spiegelung der EU-Gesetze + Erweiterung um neue Sektoren)
  • einzelne Rechtsänderungen auf EU-Ebene notwendig
  • Gestaltbarkeit entlang der politischen Prioritätensetzung in Deutschland
  • hohe Prozessstandards
  • geringe rechtliche und politische Risiken, begrenzte Risiken zukünftiger Anpassungen
  • Zeitbedarf bis zum Start mindestens 3-4 Jahre
  • im Verbund einer Koalition der Vorreiter vorstellbar

Schaffung eines separaten ETS für Deutschland mit geringer/fehlender perspektivischer Anschlussfähigkeit an das EU ETS

  • Umsetzung vor allem über nationale Gesetzgebung (vereinfachte Regeln möglich)
  • ggf. einzelne Rechtsänderungen auf EU-Ebene notwendig
  • geringe Prozessstandards
  • Gestaltbarkeit entlang der politischen Prioritätensetzung in Deutschland
  • geringe politische und rechtliche Risiken, hohe Risiken zukünftiger Anpassungen
  • Zeitbedarf bis zum Start mindestens 2-3 Jahre
  • im Verbund einer Koalition der Vorreiter schwer vorstellbar (Fokussierung auf nationale Besonderheiten, niedrige Prozessstandards)
  • Die Abschätzungen beinhalten nicht das Auftreten signifikanter Konflikte zwischen EU-Mitgliedstaaten und Herausforderungen durch das Diskontinuitätsprinzip
  • zusätzlicher Zeitaufwand bei einer Koalition der Vorreiter kaum abschätzbar, aber sicher mindestens ein Jahr
  • bei der Einführung eines neuen politischen Instruments gilt eine besondere Sorgfaltspflicht für die zuständige Verwaltung
  • Erfahrung aus dem EU ETS: Umsetzungsdetails sind die größte Herausforderung => bei Einführung in Deutschland haben etwa die Hälfte der beteiligten Unternehmen Widersprüche gegen ihre Zuteilungsbescheide eingelegt, es gab hunderte Klagen allein im Bereich der Monitoringkonzepte (-> S.425)

Fazit

  • Einführung eines ETS für Emissionen, die das EU ETS nicht erfasst, ist machbar, es gibt keine unüberwindbaren Hindernisse
  • allerdings wird die Einführung unabhängig von der gewählten Methode mindestens 2-3 Jahre dauern
  • manche Ausgestaltungsvarianten sind mit großen rechtlichen und politischen Risiken verbunden (unklar, ob Upstream-Ansatz mit gegenwärtigen Regulierungen vereinbar ist; bei nationaler Umsetzung Nachteile für Deutschland, weil die Umsätze allen Mitgliedstaaten zukommen, obwohl nur Deutschland sie zahlt)
  • nur Upstream-Ansatz bei der Umsetzung sinnvoll => erhebliche Emissionen bei den verbrennungsbedingten Emissionen und Teile der Emissionen der Landwirtschaft nicht erfassbar
  • Begrenzung auf bestimmte Branchen mit Upstream-Ansatz schwierig => Verfolgung der Kohlenstoffflüsse schwierig und Doppelbelastungen möglich (besonders kritisch im verarbeitenden Gewerbe, das dann zum Teil dem EU ETS und zum Teil dem neuen ETS untersteht)
  • hoher administrativer Aufwand
  • hohe Datenanforderungen => Datenfragen haben sofort weitgehende Konsequenzen, könnten zu Gerichtsverfahren führen
  • hohe Vorlaufzeit erforderlich (bei Erweiterung des bestehenden EU ETS eher durch die Änderungen an den Rechtsgrundlagen, bei separatem ETS eher durch die technischen Herausforderungen, Vielzahl der neu zu etablierenden Einzelregelungen und Schaffung einer für ein ETS akzeptablen Datenbasis)
  • zeitliche und räumliche Bezüge und praktische Folgen einer Umsetzung müssen bei der Planung mit hinreichender Sorgfalt berücksichtigt werden
  • CO2-orientierte Reform der Energiesteuer könnte schon Anfang 2020 in Kraft treten, ein ETS frühestens 2022 oder 2023
  • Energiewende braucht einen neuen ökonomischen Rahmen: Das bedeutet vor allem die Bepreisung von CO2 und eine umfassende Reform der Steuern, Abgaben und Umlagen. Ein solcher Rahmen kann in allen Handlungsfeldern der Energiewende verkrustete Strukturen aufbrechen und eine neue Dynamik freisetzen, von der Energiewirtschaft bis zu Verkehr, Gebäuden und Industrie. Wichtige Faktoren sind dabei eine klare Ausrichtung auf die Vermeidung von CO2, Aufkommensneutralität, soziale Gerechtigkeit, langfristige Planungssicherheit und Schutz der Industrie vor Wettbewerbsnachteilen.⁷⁷
  • Es braucht einen Mindestpreis für CO2 (national und ETS)⁷⁷
  • Überschüssige Zertifikate müssen zeitnah aus dem Verkehr gezogen werden⁷⁷
  • ETS auf weitere Sektoren ausweiten (Gebäude, Verkehr)⁷⁷
  • Aufkommensneutralität sichern: Mehreinnahmen durch CO2-Bepreisung sollten durch klimazielorientierte Entlastungen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Es braucht nicht mehr Steuern, Abgaben und Umlagen, sondern solche, die eine Lenkungswirkung für Energiewende, Klimaschutz und Technologieoffenheit entfalten.⁷⁷
  • Um eine ausreichende ökologische Lenkungswirkung zu entfalten und Planungssicherheit für alle Akteure zu bieten, sollte sich der Anstiegspfad bis 2030 an den vom Umweltbundesamt sehr konservativ errechneten Schadenskosten in Höhe von aktuell 180 Euro pro Tonne CO2 orientieren ⁸¹
  • Dieser darf auch bei steigenden CO2-Preisen geringe und mittlere Einkommen nicht zu stark belasten und kann zum Beispiel in Form einer Strompreissenkung und/oder einer Pro-Kopf-Rückverteilung ausgestaltet werden.

Energieeffizienz

  • Öffentliche Investitionen und Beschaffung konsequent auf Energieeffizienz ausrichten. Die öffentliche Hand kann eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen und damit Impulse für den Markt setzen.⁷⁷
  • Einführung eines Energieeffizienzfonds prüfen, um förderungswürdige Energieeffizienzprojekte zu unterstützen und zusätzliche Anreize für Investitionen in Bereichen zu geben, die heute kaum Förderung erhalten können, zum Beispiel für einkommensschwache Haushalte.

Energiewende

  • Um das Erneuerbare-Energien-Ziel und damit das Klimaschutzziel 2030 zu erreichen, ist ein dynamischer Ausbau bei Wind- und Solarenergie nötig. Das Problem ist jedoch: Weil der Zubau von Windkraft­anlagen an Land in den letzten beiden Jahren von über fünf auf nur noch ein Gigawatt geradezu kollabiert ist, droht eine massive Ökostromlücke. Und aktuell ist kaum Besserung in Sicht. Die folgende Kurzstudie befasst sich daher erstens mit der Frage, welche Effekte es hätte, wenn die Windkraftkrise anhält. Und sie untersucht zweitens, mit welchem Mix aus Onshore-Windkraft, Offshore-Windkraft und Photovoltaik die befürchtete Ökostromlücke noch geschlossen werden kann. (Agora) 76
  • ordnungsgemäßer Kohleausstiegs sinnvoll (MCC) 2
  • Energiewende als sektorenkoppelndes kostengünstiges Mittel (Fraunhofer IEE) 3
  • Plan (Fraunhofer IEE) : 3
    • kurzfristig: Stilllegen von mindestens 6,1 GW Braunkohle
    • Drosselung von Braunkohlekraftwerken auf 6000 bzw. ab 2025 auf 4000 Volllaststunden
    • Schrittweise Stilllegen von Kohlekraftwerken nach Alter
    • Ausbau erneuerbarer Energien auf 146,4 GW Sonnenenergie, 108,6 GW Onshore-Wind und 21,5 GW Offshore-Wind bis 2030
    • Kohlekraft-Wärme-Kopplungsanlagen durch Gaskraftwärmekopplungsanlagen ersetzen
    • CO2 Preis begleitet
  • für 1,5 Grad braucht es einen vollständigen Kohleausstieg bis 2025-2030 (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung) 5
  • bis 2020 schnelle Milderung im Thema Kohlekraftwerke (Climate Analytics) 7
  • die vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer haben genug Kapazitäten zur Verfügung um bis 2030 die Arbeitsplätze zu kompensieren (Strukturwandel Braunkohlereviere – greenpeace) 11
  • dezentrales Energiesystem hat Vorteile (Strukturwandel Braunkohlereviere – greenpeace)11
  • nicht alle Arbeitsplätze können konzentriert abgefangen werden (Strukturwandel Braunkohlereviere – greenpeace)11
  • Kohleausstieg fördert die Dekarbonisierung in Deutschland (DIW) 8
  • Dekarbonisierung der Stromerzeugung geht vergleichsweise schnell (AR4 WG3 SPM)
  • wenn die EU
  • sektorübergreifende Wende bei der Energieerzeugung und -nutzung nötig, die ohne CO2-Preis nicht gelingen kann (Leopoldina) 68
  • Transformation des Energiesystems wird eine teilweise Dezentralisierung mit sich bringen (Leopoldina) 68
  • intelligente Vernetzung der dezentralen Teilsysteme erforderlich (Leopoldina) 68
  • Bundesregierung soll Rahmen für Wettbewerb zwischen verschiedenen Technologien schaffen und keine Einzeltechnologie bevorzugen (Leopoldina) 68
  • Umbau der Energieversorgung soll deshalb europäisch konzipiert werden (Leopoldina) 68
  • aus technologischer Sicht alle Voraussetzungen für klimaneutrales Energiesystem geschaffen (Leopoldina) 68
  • EEG mittlerweile eine Bremse für den Ausbau von erneuerbaren Energien geworden => muss reformiert oder abgeschafft werden (Leopoldina) 68
  • Integration in einen europäischen Energieverbund bietet die Möglichkeit, große Mengen erneuerbarer Energien aus südlichen Ländern in das Zentrum Europas zu schaffen (Leopoldina) 68
  • Dadurch maximale Effizienz im gesamten System und Vorteile für Netto-Erzeuger und -Verbraucher (Leopoldina) 68
  • neben bisheriges zentrales Energiesystem muss eine zusätzliche dezentrale Energie-Architektur gestellt werden, z.B. durch lokale Energiegewinnung mit Solarpanels und Wärmepumpen (Leopoldina) 68
  • dafür intelligente Vernetzung und digitale Kommunikations- und Steuersysteme nötig => Infrastruktur noch nicht vorhanden, muss noch geschaffen werden (Leopoldina) 68
  • regenerierbare Brennstoffe bringen bei der Umwandlung Effizienzverluste mit sich, sollten daher möglichst selten eingesetzt werden (nur bei Verkehr und Wärme zu empfehlen) (Leopoldina) 68
  • größte Einsparungen durch Ausstieg aus Kohle und Öl erreichbar (Leopoldina) 68
  • Gas ist ein günstiger Energieträger und kann leicht durch “grüne” Variante (Power-to-Gas) ersetzt werden (Leopoldina) 68
  • Um schlimme Folgen zu vermeiden, braucht es ein neues globales Energiesystem mit netto Null oder sogar negativen Emissionen (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • emissionsarme Stromerzeugung hat die höchsten Beschäftigungsquote pro Watt (UN Development program 1.5°C) 62
  • Kosten für erneuerbare Energien sind in den letzten 5 Jahren um mehr als die Hälfte gefallen, könnten bis 2050 noch fünfmal günstiger werden (UN Development program 1.5°C) 62
  • Subventionen für fossile Energien noch immer 26% größer als für erneuerbare (UN Development program 1.5°C) 62
  • Erneuerbare Energien ⇒ Eindämmung des Klimawandels., Bekämpfung von Wüstenbildung und Waldschädlingen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Geht man von einer Umstellung von kohlenstoffintensiver Kohle auf Erdgas im Jahr 2025 aus, könnten bei der Stromerzeugung mindestens 85 MtCO₂ vermieden werden. Mit steigenden Anteilen an erneuerbaren und dekarbonisierten Gasen werden gasbefeuerte Kraftwerke langfristig zum wichtigsten „Back-up“ für variable erneuerbare Energien. Die verteilte Energie zeigt sogar einen weiteren Bedarf an CCS für Gaskraftwerke, um das ehrgeizige Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung der Stromerzeugung bis 2040 zu erreichen. (entsos)
  • Der Ausbau der erneuerbaren Energien würde unter den aktuellen Rahmenbedingungen voraussichtlich auf 1,7 Gigawatt netto pro Jahr zurückgehen. Notwendig wäre bis 2030 ein Nettozubau von mindestens 6 Gigawatt pro Jahr. (um das 2030 Ziel nicht zu verfehlen)⁷⁷
  • Nach 20 Jahren Laufzeit fallen immer mehr Anlagen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und müssen möglicherweise stillgelegt werden. Allein zwischen 2021 und 2030 werden Anlagen mit einer Leistung von über 51 Gigawatt davon betroffen sein. Der Brutto Zubau müsste also bis zu 11 Giga-watt pro Jahr betragen (5 Gigawatt pro Jahr um den Status quo zu erhalten, 6 Gigawatt pro Jahr um zusätzliche Kapazitäten aufzubauen und einen Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bis 2030 zu erreichen).⁷⁷
  • Obwohl sich die Marktlage für Gaskraftwerke verbessert hat und der Ausstieg aus Atomkraft und Kohle absehbar ist, wurden von 2015 bis 2018 keine neuen Anlagen in Betrieb genommen. Je nach Studienannahmen und Szenario wäre bis 2030 ein jährlicher Zubau von 2,2 Gigawatt pro Jahr erforderlich, wenn europäische Ausgleichseffekte nicht voll genutzt werden.⁷⁷
  • Energiewende steht auf drei Säulen: Energieeffizienz, direkte Nutzung von erneuerbarem Strom und synthetische, erneuerbare Kraft-, Brenn- und Grundstoffe (Powerfuels). In allen drei Säulen muss das Transformations Tempo deutlich erhöht werden. Sie ergänzen sich und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Den größten Teil der Powerfuels wird Deutschland importieren müs-sen. Trotzdem sollte Deutschland auch eigene Kapazitäten aufbauen, um als Technologieanbieter diesen Zukunftsmarkt mitgestalten zu können. ⁷⁷
  • Energiewende braucht flexible und intelligente Infrastrukturen: Bei der Infrastrukturplanung sollte das System als Ganzes in den Blick genommen werden. Ziel sollte sein, zusammen mit einem weiterentwickelten Marktdesign die Flexibilität zu erhöhen, innovative Ansätze auf den Weg zu bringen und Synergien zwischen Netzen, Erzeugern und Verbrauchern besser zu nutzen.⁷⁷
  • Mehr Flächen für erneuerbare Energien freigeben und Erschließung erleichtern. Dabei gilt es, unter anderem in den Bundesländern Abstandsregelungen nur mit Bedacht einzusetzen. So hat die in Bayern bestehende 10-H-Regelung – wonach der Abstand einer Windkraftanlage zum Wohnraum zehn Mal der Höhe der Anlage entsprechen muss – die ohnehin schon angespannte Lage dort erheblich verschärft. Für Photovoltaik sollten die Bundesländer die mit der Länderöffnungsklausel bestehenden Möglichkeiten im EEG ausschöpfen, Freiflächenanlagen auf Acker- und Grünflächen in sogenannten „benachteiligten Gebieten“ zu errichten. Der Gesetzgeber sollte zudem das Ausschreibungsdesign weiterentwickeln, um Konversionsflächen, das heißt brachliegende Militär-, Industrie- oder Gewerbegebiete, unabhängig von ihrer Größe für Freiflächenanlagen nutzen zu können. Gleichzeitig ist im Genehmigungsrecht für alle Erzeugungstechnologien eine Vereinheitlichung und Beschleunigung der Verfahren anzustreben.⁷⁷
  • Anschlussverwendung von Biogas- und Biomethan-anlagen ermöglichen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung herausfallen. Die Anlagen können wertvolle flexible Leistung bereitstellen und emissionsarme, erneuerbare Energieträger für den Verkehr und für Wärme-anwendungen bereitstellen.
  • Bürgerenergieprojekte im Strom- und Wärmebereich vorantreiben: Attraktive Beteiligungsmöglichkeiten wie z. B. Genossenschaften können die Akzeptanz für den Ausbau der erneuerbaren Energien stärken.⁷⁷
  • Für Erreichen des 65-%-Erneuerbare-Ziels bis 2030 muss die Offshore-Windkraftleistung bis 2030 auf mindestens 25 Gigawatt steigen, Onshore-Windkraft wieder um mindestens 4 GW⁷⁸
    • wenn Sektorkopplung betrieben wird (wünschenswert), dann muss der Ausbau noch größer ausfallen
  • Gigawatt pro Jahr zugebaut und/oder eine Solaroffensive auf 10 Gigawatt pro Jahr gestartet werden⁷⁸
    • wenn Stromverbrauch bis 2030 steigt (z.B. wegen Elektroautos), dann müssen alle drei Maßnahmen umgesetzt werden
  • Geringer Zubau bei Windenergie hemmt die ganze Energiewende⁷⁸
    • es braucht: bessere Planungsverfahren, damit mehr Landfläche für Windkraft genutzt werden kann + schnellere Genehmigungsverfahren + mehr Zubau bei Offshore-Windenergie
  • 2019 nur Zubau von weniger als einem GW Offshore-Windenergie⁷⁸
  • Die dena-Leitstudie geht davon aus, dass Wasserkraft und die energetische Nutzung von Biomasse keine relevanten Ausbau-potenziale in Deutschland haben. Bei der Biomasse ist die Nutzungskonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion in der gesellschaftlichen Diskussion aktuell ein wichtiger Faktor. ⁸⁰
  • Der größte Zubau bei erneuerbaren Energien muss aus den im Vergleich zu anderen Optionen kostengünstigen Windenergie-anlagen an Land (Onshore-Wind) sowie der Photovoltaik erfolgen. Bei Onshore-Wind rechnet die dena-Leitstudie mit einem durchschnittlichen Nettozubau von 3,7 bis 4,0 GW pro Jahr in der Zeit von 2015 bis 2050, bei Photovoltaik mit 2,2 bis 3,6 GW. Das entspricht bei den 80-Prozent-Szenarien einer Verdreifachung, bei den 95-Prozent-Szenarien (bis 2050) einer Vervierfachung der heute installierten Erzeugungsleistung für erneuerbaren Strom. ⁸⁰
  • Ausbau von Offshore-Wind vorbereiten: Die Bundesregierung sollte mit einem Vorlauf von mindestens zehn Jahren die weiter gehende Strategie zum Ausbau von Offshore-Wind ab 2030 gestalten und beschließen.⁸⁰
  • lange Dunkelflauten, dann v. a. kein Problem, wenn europäischer Strommarkt zusammenwächst, genug Speicherkapazitäten bestehen und es noch Reservekraftwerke (Gas) gibt. ⁸⁰
  • Der erneuerbare Energiesektor beschäftigte im Jahr 2019 direkt und indirekt 11,5 Mio. Personen. Die Beschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energieträger ist weltweit seit 2012, als die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) mit der jährlichen Auswertung begann, kontinuierlich gewachsen. ⁸⁰
  • Der Aufbau der erforderlichen Qualifikationsbasis zur Unterstützung der Energiewende von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energieträgern erfordert mehr berufliche Bildung, solidere Lehrpläne, mehr Lehrerfortbildung und einen stärkeren Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologie für den Fernunterricht. ⁸⁰
  • Im Kontext des Pariser Klimaabkommens ist sogar ein Anteil erneuerbarer Energien von 75% notwendig, was einem Zubau von 7 Gigawatt brutto jährlich entspricht.⁸¹
  • Zudem ist zu befürchten, dass restriktive pauschale Mindestabstandsregelungen zur Wohnbebauung dazu führen, dass Windenergieanlagen vermehrt in bisher unzerschnittenen Räumen projektiert werden ⁸¹
  • Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel von mindestens 65 Prozent Ökostromanteil bis 2030 ist nicht ausreichend. Deutschland muss bis 2030 zu mindestens 75 % mit erneuerbarem Strom versorgt werden. Dafür ist es notwendig, ab sofort jährlich in einer Größenordnung von 7 Gigawatt Onshore-Windkraft und 7 Gigawatt Photovoltaik neu zu installieren. Um bereits bestehende Windkraft- und Solaranlagen auch in Zukunft nachhaltig weiterbetreiben oder anpassen zu können, braucht es sinnvolle Vergütungsmodelle für Weiterbetrieb und Repowering. ⁸¹
  • It is as indispensable as it is inevitable that most of the hard coal and lignite consumption will be phased-out by the year 2030. Neither retrofitting of existing coal capacities nor new mines are considered economically viable. ⁸⁶

Finanzsektor umbauen

  • Finanzmärkte auf Klimaneutralität ausrichten: Dafür braucht es mehr Transparenz über die Klimaeffekte verschiedener Branchen und Unternehmen und einheitliche Standards für deren Bewertung.⁷⁷
  • Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die marktwirtschaftliche Investitionsentscheidungen in Richtung Energieeffizienz lenken.⁸⁰

Gebäudesanierung

  • für 1,5 Grad braucht es eine weitere Beschleunigung von 5% pro Jahr der Sanierten Gebäude (NewClimateInstitute für GP (2016 – alte IPCC Budgets!) 9
  • Sanierungen haben positive Nebeneffekte: Energiesicherheit, Gesundheit, Arbeitsproduktivität,… (AR4 WG3 SPM)
  • keine/wenige Transparente Informationen behindern den Prozess (AR4 WG3 SPM)
  • unmittelbare Senkung von 25% der THG Emissionen durch umfassenden Ausbau der bestverfügbaren Technologien. 20% potentiell durch Innovationen,
    Blockieren tun Investitionskosten + ein Mangel an Informationen (AR4 WG3 SPM)
  • für das Pariser Abkommen ist eine Renovierungsrate von 5% notwendig (aktuell 1%) mit einem Rückgang des Energiebedarfs pro Quadratmeter von 75-100% (Climate Action Tracker) 27
  • zusammen mit Energiewende: nahezu vollständige Dekarbonisierung des Sektors (Climate Action Tracker) 27
  • Die Gebäudesanierungsrate liegt seit Jahren bei rund 1 Prozent pro Jahr. 2018 betrug sie sogar nur 0,8 Prozent. Nach der dena-Leitstudie hätte sie ab 2015 auf 1,4 Prozent steigen müssen. Dieses Tempo reicht nicht mehr. Notwendig wäre ab jetzt bis 2030 eine Gebäudesanierungsrate von 1,5 Prozent pro Jahr. (für das 2030 Ziel der Bundesregierung)⁷⁷

Handlungsempfehlungen:

  • Förderung ausbauen gemäß geea-Maßnahmenpaket, d. h.: steuerliche Sanierungsförderung einführen, Abschreibung für Abnutzung (AfA) verbessern, Förderung von Einzelmaßnahmen ausweiten, Förderung von Effizienzhäusern verbessern, Förderung von Nichtwohngebäuden verbessern, Innovationen stark fördern. ⁷⁷
  • Beratung und Kommunikation verbessern gemäß geea-Maßnahmenpaket, d. h.: Beratungsoffensive für Wohngebäude starten, Beratungsoffensive für Nichtwohngebäude starten, Gebäudeexpertenzentrum einrichten, Beratungs-offensive für Energiespar-Contracting starten. ⁷⁷
  • Ordnungsrecht optimieren gemäß geea-Maßnahmenpaket, d. h.: Ordnungsrecht im Neubau ab 2025 bei Bedarf anpassen, Umsetzung des Ordnungsrechts im Gebäudebestand verbessern, anlassbezogene Durchführung gering investiver Maßnahmen stärken, Sanierung von Gebäuden der öffentlichen Hand forcieren.⁷⁷
  • Markteinführung von PtX-Brennstoffen beschleunigen, zum Beispiel durch Förderung oder eine verbindliche Quote. Wenn dieses Instrument bereits auf das Erreichen der Klimaziele 2030 einzahlen soll, muss der Übergang von der Pilotphase in die Breitenwirkung zügig vorankommen.⁷⁷
  • CO2-Bepreisung oder Treibhausgas-Zertifikatehandel einführen. Für beide Ansätze braucht es einen fundierten Dialog mit allen Stakeholdern, um die Vor- und Nachteile abzuwägen und insbesondere das sensible Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern richtig zu adressieren. ⁷⁷
  • Quartierssanierung und Ausbau hocheffizienter Wärmenetze beschleunigen, denn durch die Betrachtung ganzer Quartiere statt einzelner Gebäude lassen sich Effizienzpotenziale heben.
  • Marktdurchdringung smarter Lösungen beschleunigen, denn sie können einen effizienten Gebäudebetrieb er-möglichen (Gebäudeautomation, Smart Home/Building, Energiedatenmanagement etc.). Gerade im Nichtwohn Gebäudebereich bietet die automatisierte Steuerung erhebliche Energieeinsparpotenziale.⁷⁷
  • Entwicklung partizipativer Geschäftsmodelle beschleunigen: Bisher investiert vor allem der kleine Kreis der Eigentümer in Gebäudesanierungen oder Neubau. Mit innovativen Beteiligungsmodellen ließen sich weitere Zielgruppen und zusätzliches Kapital für die Energiewende im Gebäudesektor gewinnen. ⁷⁷
  • Pfade zur Zielerreichung technologieoffen halten: Notwendig sind breite Innovationspfade sowie mehr Forschung und Entwicklung zur Förderung von Innovationen in zentralen Bereichen der Wärmeversorgung, etwa bei Power to Heat, Power to Gas, Power to Liquid, elektrischen und thermischen Speichern, Abwärmenutzung, Brennstoffzellen oder Wärmepumpen. Dies betrifft auch die Steuerung (Smart Building, Integration Eigenerzeugung), die Gebäudehülle (innovative Konstruktions- und Dämmmaterialien), die Bereitstellung der Energie sowie neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine kosteneffiziente Minderung der CO2-Emissionen anreizen, beispielsweise im Rahmen des neuen Gebäudeenergiegesetzes.⁸⁰
  • Es soll­ten allerdings künftig keine Standards mehr gefördert werden, die nicht mit dem klimaneutralen Gebäude­bestand vereinbar sind. ⁸⁰
  • Die Attraktivität des Handwerks für Arbeitskräfte und für den Nachwuchs muss verbessert werden. Betätigungsfelder sind zum einen Löhne und Arbeits­verhältnisse, aber zum anderen auch die gesellschaft­liche Reputation ⁸⁰

Industriesektor

  • Der Endenergieverbrauch in der Industrie ist von 2015 bis 2017 um 9 Terawattstunden gestiegen. Notwendig wäre bis 2030 ein Rückgang um 32 Terawattstunden, bei gleichzeitig steigendem Bruttoinlandsprodukt. (für das 2030 Ziel)
  • Energiewende muss lernen, mit Restemissionen um-zugehen: Insbesondere im Industriesektor lassen sich aus heutiger Sicht auch langfristig manche Emissionen nicht ganz vermeiden. Je ambitionierter die Klimaziele, desto mehr geht es auch darum, Kohlenstoffe zu binden – sei es durch Aufforstung, Abscheidung und Speicherung, Direct Air Capture oder andere Technologien.⁷⁷
  • Insgesamt ist aufgrund von Energieeffizienzsteigerungen jedoch von einer Reduktion des Energiebedarfs im gesamten Industriesektor von 26 bis 32 Prozent bis ins Jahr 2050 auszugehen. ⁸⁰
  • Thanks to reduced demand and electrification with renewables, industry can already achieve a 100% renewable energy supply in 2040. ⁸⁷

Handlungsempfehlungen:

  • Nationale Industriestrategie auch auf Klimaschutz und Industrie ausrichten, dazu gehören, den neuen ökonomischen Rahmen flankierend, gezielte Förderinstrumente, die innovative und nachhaltige Zukunftstechnologien unterstützen, solange diese noch nicht mit etablierten, aber klimaschädlichen Technologien konkurrieren können.⁷⁷
  • Forschung und Entwicklung weiter forcieren: Angesichts der langen Investitions- und Innovationszyklen sollte die Entwicklung klimaschonender Technologien in der Industrie weiter ausgebaut werden. Die Politik kann dies mit gezielten Förderprogrammen und langfristig kalkulierbaren Rahmenbedingungen unterstützen.⁷⁷
  • Umgang mit verbleibenden CO2-Mengen klären: Der Industriesektor ist der einzige, der in den 95-Prozent- Szenarien der dena-Leitstudie bis 2050 nicht die Klimaneutralität erreicht. Energieeffizienz und erneuerbare Energien allein reichen nicht aus. Für manche Prozesse in Branchen wie Chemie, Stahl oder Glas und Keramik gibt es aus heutiger Sicht keine emissionsfreien Alternativen. Je mehr sich das Ziel für 2050 in Richtung Klimaneutralität verschiebt, desto mehr braucht es auch Verfahren zur Abscheidung und Speicherung von CO2 oder andere Methoden zur Vermeidung von Prozessemissionen. Aufgrund der langen Investitionszyklen in der Industrie sollte die Entwicklung solcher Technologien rasch ausgebaut werden.⁷⁷
  • Wasserstoffeinsatz weiter voranbringen: Die Reallabore der Energiewende und die für Ende 2019 angekündigte Wasserstoffstrategie können der Industrie wichtige Im-pulse geben. Entscheidend ist, das Tempo hochzuhalten und Richtungsentscheidungen für den Ausbau von Wasserstoffnetzen und die Förderung von grünem Wasserstoff zu treffen.⁷⁷
  • Energiewende in der Industrie systematisch untersuchen und strategisch gestalten, damit Chancen und Risiken frühzeitig erkannt und adressiert werden können.⁷⁷
  • Unternehmensnetzwerke weiter ausbauen, aufbau-end auf den bereits erfolgreich etablierten Netzwerken. Unternehmen steigern ihre Energieeffizienz doppelt so schnell wie der Durchschnitt.⁷⁷

Innovationen

  • Innovationen sind essentiell aber es passiert nicht von alleine (es braucht Investitionen, Anreize, etc.) (Emission Gap Report SPM) 40

Kosten

  • Für alle Klimaschutzszenarien mit Ausnahme des 90-%-Szenarios (90/amb/Mix/beschl.) liegen die kumulativen Gesamtkosten zwischen rund 5300 Mrd. € und 5800 Mrd. €, während der entsprechende Wert für das 90-%-Szenario bei knapp 6600 Mrd. € liegt. ⁸¹

Landwirtschaftswende

  • es braucht Aufforstung, nachhaltige Forstwirtschaft, Reduzierung der Entwaldung (AR4 WG3 SPM)
  • Maßnahmen beugen auch Bodenerosion, Erhalt von Biodiversität, Wasserressourcen vor (AR4 WG3 SPM)
  • Für den nötigen Umbau der Landwirtschaft reicht der 10-Punkte-Plan des Bundeslandwirtschaftsministeriums nicht aus ⁸¹
  • Erforderlich sind ein Umbau der Nutztierhaltung, eine deutliche Abstockung der Tierbestände und eine konsequente Flächenbindung der Tierhaltung. ⁸¹
  • Dafür müssen sowohl der inländische Konsum sowie der Export tierischer Lebensmittel erheblich reduziert werden. ⁸¹
  • Der Ökolandbau ist als klimafreundliches Anbausystem konsequent auszubauen und sein Anteil bis 2030 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. ⁸¹
  • Die Wiedervernässung und Renaturierung der Moore und der umfassende Umbau unserer Wälder hin zu naturnahen, heimischen Mischwäldern sind dabei zentral. ⁸¹

Machbarkeit

  • Es ist technisch möglich die Klimaerwärmung auf >2 Grad zu belassen (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • wenn die Ambitionen nicht vor 2030 stärker werden ist 1,5 Grad unmöglich (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • “An urgent action is required by all nations” (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • Wenn sich die Emissionslücke bis 2030 nicht schließt ist 2 Grad immer unmöglicher (Emission Gap Report UN, SPM) 40
  • es ist möglich Emissionsreduktion sozialverträglich zu gestalten (Emission Gap Report UN, SPM) 40

Power to X

  • Energiewende steht auf drei Säulen: Energieeffizienz, direkte Nutzung von erneuerbarem Strom und synthetische, erneuerbare Kraft-, Brenn- und Grundstoffe (Powerfuels). In allen drei Säulen muss das Transformations Tempo deutlich erhöht werden. Sie ergänzen sich und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Den größten Teil der Powerfuels wird Deutschland importieren müssen. Trotzdem sollte Deutschland auch eigene Kapazitäten aufbauen, um als Technologieanbieter diesen Zukunftsmarkt mitgestalten zu können. ⁷⁷
  • Der Bedarf an Powerfuels in Deutschland liegt je nach Szenario laut dena-Leitstudie bei 150 bis 908 Terawattstunden im Jahr 2050. Den größten Teil davon wird Deutschland importieren müssen, aber auch in Deutschland sollten Elektrolysekapazitäten aufgebaut werden: bis 2030 etwa 15 Gigawatt. Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 30 Pilotprojekte mit einer Elektrolyseleistung von insgesamt rund 25 Megawatt. Das reicht noch lange nicht aus. Der Ausbau von Powerfuels in Deutschland und die Entwicklung internationaler Märkte muss deutlich schneller vorankommen.⁷⁷
  • der Einsatz von Wasserstoff insbesondere im Szenario 95% bis 2050 spielt eine wichtige Rolle. So beläuft sich die Wasserstoffnachfrage im Jahr 2050 auf etwa 12 Mio. t. Diese wird zu mehr als 50% aus heimischer Produktion und darüber hinaus durch Importe gedeckt. ⁸⁰

Handlungsempfehlungen:

  • Bewusstsein für die Bedeutung von Powerfuels inter-national weiter stärken: Die Bundesregierung sollte in der internationalen Zusammenarbeit für das Thema werben. Unternehmen und Verbände können sich der von der dena koordinierten Global Alliance Powerfuels anschließen, um den Aufbau eines globalen Markts für Powerfuels voranzubringen. ⁷⁷
  • Powerfuels als klimaschonende erneuerbare Technologie im bestehenden Energierecht anerkennen. Das ließe sich relativ kurzfristig realisieren und würde dem Markt wichtige Impulse geben. ⁷⁷
  • Powerfuels als klimaschonende erneuerbare Technologie im bestehenden Energierecht anerkennen. Das ließe sich relativ kurzfristig realisieren und würde dem Markt wichtige Impulse geben.⁷⁷
  • Beimischung von Powerfuels unterstützen, insbesondere in international regulierten Bereichen wie Luftverkehr und Schifffahrt. In der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union sind solche Quoten bereits angelegt, müssten aber auf nationaler Ebene für die Anrechnung von Powerfuels weiterentwickelt werden. ⁷⁷
  • Auktionen für den Absatz von Powerfuels einführen, zeitlich begrenzt, um die Marktentwicklung auf nationaler Ebene anzustoßen. Sie können den Marktakteuren ein hohes Maß an Planungs- und Investitionssicherheit geben, regen den Wettbewerb an und tragen zur Kostendegression bei. ⁷⁷
  • CO2-Emissionen einen Preis geben, so dass Powerfuels dank ihrer Vorteile für Energiewende und Klimaschutz bessere Wettbewerbsbedingungen erhalten. Einnahmen aus der Bepreisung könnten unter anderem dafür verwendet werden, die Entwicklung von Powerfuels zu unterstützen.⁷⁷
  • Powerfuels bei der Planung von Infrastrukturen berücksichtigen und technische Voraussetzungen schaffen, zum Beispiel für steigende Wasserstoffanteile im Erdgasnetz.
  • Forschung und Entwicklung zu Powerfuels ausbauen, mit Schwerpunkt auf Steigerung der Effizienz und Umweltverträglichkeit sowie Senkung der Kosten.⁷⁷
  • Bei der weiteren Ausgestaltung des Energieforschungsprogramms sollte ein Schwerpunkt auf der Kostendegression der für synthetische Energieträger erforderlichen Technologien liegen.⁸⁰

Sektorkopplung

  • ohne Sektorkopplung ist eine starke oder vollständige Dekarbonisierung nicht möglich (entsos)

Sektorspezifische Lösungen

  • effektiver Klimaschutz betrifft alle Sektoren (Leopoldina) 68
  • Sektorziele sollen durch Gesamtbetrachtung der Emissionen ersetzt werden (Leopoldina) 68
  • wirksame Maßnahmen sollen so angelegt sein, dass ihre Effekte in der gewünschten Weise und möglichst synergetisch auf das gesamte System wirken (Leopoldina) 68
  • weniger Komplexität, wenn Maßnahmen in allen Sektoren gelten und offen für die Wahl der Technologien sind (Leopoldina) 68
  • zusätzlich sektorspezifische komplementäre Politikinstrumente, z.B. Investitionen in Infrastruktur, Einführung von Effizienzstandards (Leopoldina) 68

Land- und Forstwirtschaft, Ernährungswirtschaft: hier

  • “Viele landbezogene Reaktionen, die zur Anpassung an den Klimawandel und zur Eindämmung des Klimawandels beitragen, können auch die Wüstenbildung und Landdegradation bekämpfen und die Ernährungssicherheit verbessern.” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Sofortmaßnahmen: Erhaltung C-reicher Ökosysteme wie Moore, Feuchtgebiete, Weideland, Mangroven, Wälder (IPCC SRLCC SPM) 67
  • auch sehr gut aber mehr aufwand: Aufforstung, wiederherstellung C-haltiger Ökosysteme,… (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Torfgebiete binden C für Jhdte (IPCC SRLCC SPM) 67
  • kumulierter C in Vegetation und Böden durch Überschwemmungen, Dürren, Feuer, Schädlinge gefährdet (IPCC SRLCC SPM) 67
  • viele überprüfte Maßnahmen haben auch noch weitere Vorteile (bspw. Landnachfrage verringern, Verbesserung von Ernährungssicherheit, Landdegradation, …) (IPCC SRLCC SPM) 67
  • erhöhte Lebensmittelproduktivität, Ernährungsentscheidung, Lebensmittelverluste, Abfallreduzierung ⇒ Nachfrage nach Landumwandlung verringern ⇒ Land wird möglicherweise “befreit” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • fast alle landbewirtschaftungsbasierten Reaktionsoptionen, die den Wettbewerb um Land nicht erhöhen ⇒ Beseitigung von Armut und Hunger, Gesundheit und Wohlbefinden, sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen gefördert (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “grüne Staudämme” oder “grüne Wände” mit klimaresistenten Baumarten ⇒ verbessern Bodennährstoffe und Wassereinlagerungen und Mikroklimata, reduzieren u. a. Sandstürme (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Erhaltung von Bodenbedeckung hilft gegen Bodenerosion, Nährstoffverlust (IPCC SRLCC SPM) 67
  • mehrjährige Weidephasen, mehrjährige Körner verhindern Erosion und Nährstoffauswaschung erheblich (IPCC SRLCC SPM) 67
  • währenddessen wird Kohlenstoff aufgebaut (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Sequestrierungspotential von Deckkulturen: 0,44 +/- 0,11 Gt CO2 pro Jahr wenn es auf 25% der globalen Ackerflächen angewandt wird (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Verringerung der Entwaldung senkt THG Emissionen um geschätzt 0,4-5,8 Gt CO2 pro Jahr (IPCC SRLCC SPM) 67
  • KlimaW kann zu einer Landdegradation führen selbst wenn Maßnahmen zu Vermeidung ergriffen werden (IPCC SRLCC SPM) 67
  • gesamtminderungspotential der pflanzl. und tierischen Tätigkeiten + Agroforstwirtschaft bis 2050: 2,3-9,6 Gt CO2 pro Jahr (IPCC SRLCC SPM) 67
  • nur Ernährungsänderung: 0,7-8 Gt CO2 pro Jahr bis 2050 (IPCC SRLCC SPM) 67
  • klimafreundliche Ernährung ist sehr gesund (IPCC SRLCC SPM) 67
  • nur dadurch können bis 2050: mehrere Millionen km2 Land freigesetzt werden (IPCC SRLCC SPM) 67
  • tech. Minderungspotential von: 0,7-8,0 Gt CO2 pro Jahr (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Im Zeitraum 2010-2016 trugen weltweit Lebensmittelverluste und -abfälle 8-10% zu den gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen bei (mittleres Vertrauen)” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Veränderungen in Erntetechniken, Lagerung auf dem Bauernhof, Infrastruktur, Transport, Verpackung, Einzelhandel und Bildung können Lebensmittelverlust verringern (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Alle bewerteten Modellpfade, die die Erwärmung auf 1,5°C oder deutlich unter 2°C begrenzen, erfordern eine landgestützte Minderung und Landnutzungsänderungen, wobei die meisten unterschiedliche Kombinationen von Wiederaufforstung, Aufforstung, verringerter Entwaldung und Bioenergie einschließen (hohes Vertrauen).” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • modellierte Wege zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad braucht von Verringerung der Waldfläche um 2 Mio km2 eine Zunahme von 12 Mio km2 im Jahr (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “verbrauchen bis zu 7 Millionen km2 Bioenergie im jahr 2050” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • anderenfalls braucht es stärkere Verhaltens und Lebensstilveränderungen + eine schnellen weitreichenden Übergang in Energie, Land, städtische Systeme und Infrastruktur (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Modellpfade berücksichtigen nicht die Auswirkungen des Klimas auf Land oder die CO2 Düngung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Klima und Landpolitik sollte zusammenarbeiten ⇒ Ressourcen sparen, soziale Resilienz erhöhen, ökologische Wiederherstellung vorantreiben (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Flächennutzungszonen, Raumplanung, integrierte Landschaftsplanung, Vorschriften, Anreize […] können positive Anpassungs- und Minderunsergebnisse erzielen (mittleres Vertrauen)” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Es braucht viele Politiken für das komplexe Problem (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Maßnahmen sollten LaWi auf einen Klimaverträglichen weg bringen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • das umfasst: “verbesserten Zugang zu den Märkten für Inputs, Outputs und Finanzdienstleistungen, die Stärkung der Rolle von Frauen und indigenen Völkern, die Förderung kollektiver Maßnahmen auf lokaler und kommunaler Ebene, die Reform von Subventionen und die Förderung eines förderlichen Handelssystems (hohes Vertrauen)” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Umweltkosten in die Preise einrechnen ⇒ Anreiz für nachhaltige Landbewirtschaftung (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Förderung von ökologischer Nahrung + gesunder Nahrung ⇒ nachhaltige LaWi (IPCC SRLCC SPM) 67
  • umweltfreundliche Ernährung ist auch gesund (IPCC SRLCC SPM) 67
  • LaWi sollte mit verschiedenen anderen Sektoren koordiniert werden ⇒ erhöht Ko-Vorteile (Risikominderung,…) (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Einbeziehen von lokalen Akteuren wichtig (IPCC SRLCC SPM) 67
  • nachhaltige LaWI erfordert lokale ökologische und sozioökonomische Bedingungen (IPCC SRLCC SPM) 67
  • kurzfristige Maßnahmen (IPCC SRLCC SPM) 67
    • langfristige Maßnahmen unterstützen + Wüstenbildung, Landdegradatione und Ernährungsunsicherheit angehen
    • Beschleunigung des Wissenstransfers
    • ⇒ Verbesserung der Technologien
    • Investitionen in Mensch und instit. Kapazitäten erzielen hohe Erfolge
    • Aufbau technischer Systeme
    • flächenspezifische Landbewirtschaftung spielt wichtige Rolle bei der Anpassung durch Landschaftsansätze, die biologische Bekämpfung von Schädlings- und Krankheitsausbrüchen und die Verbesserung von Risikoteilungs- und Transfermechanismen
    • Informationen über klimabedingte Risiken kann die Kapazität von Landmanagern verbessern, rechtzeitige Entscheidungsfindung ermöglichen
    • Kurzfristige Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Eindämmung des Klimawandels, zur Wüstenbildung, zur Landdegradation und zur Ernährungssicherheit können soziale, ökologische, wirtschaftliche und entwicklungspolitische Vorteile mit sich bringen (hohes Vertrauen). Ko-Vorteile können zur Beseitigung der Armut und zu widerstandsfähigeren Lebensgrundlagen für schutzbedürftige Personen beitragen (hohes Vertrauen).
  • Investitionen in Landrestaurationen ⇒ globale Vorteile (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “ Viele nachhaltige Landbewirtschaftungstechnologien und -praktiken sind innerhalb von drei bis zehn Jahren rentabel (mittleres Vertrauen)” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • braucht zwar Vorinvestitionen aber: Maßnahmen zur Gewährleistung einer nachhaltigen Landbewirtschaftung ⇒ Ernteerträge und den wirtsch. Wert von Weideflächen verbessern (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Landrestaurierungs- und -sanierungsmaßnahmen verbessern die Lebensgrundlagen und bieten sowohl kurzfristig positive wirtschaftliche Erträge als auch längerfristige Vorteile in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel und die Eindämmung des Klimawandels, die biologische Vielfalt und verbesserte Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen (hohes Vertrauen).” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Voraussichtliche Investitionen in nachhaltige Landbewirtschaftungsmethoden und -technologien können zwischen ca. USD 20 ha-1 und USD 5000 ha-1 betragen, wobei der Median auf rund USD 500 ha-1 geschätzt wird (IPCC SRLCC SPM) 67
  • ⇒ staatl. Unterstützung und verbesserter Zugang zu Krediten (IPCC SRLCC SPM) 67
  • Umstellung auf ausgewogene Ernährung kann Druck auf das Land reduzieren (IPCC SRLCC SPM) 67
  • sektorenübergreifende Verzögerung der Klimaschutzmaßnahmen ⇒ negative Auswirkung auf den Boden, Aussicht auf eine nachhaltige Entwicklung verringert (IPCC SRLCC SPM) 67
  • aktives Handeln ⇒ mindert Risiken und Verluste + Vorteil für die Gesellschaft (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “. Sofortige Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an eine nachhaltige Landbewirtschaftung und nachhaltige Entwicklung in Abhängigkeit von der Region könnten das Risiko von Klimaextremen, Wüstenbildung, Landdegradation sowie Ernährungs- und Existenzunsicherheit für Millionen von Menschen verringern (hohes Vertrauen).” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • die Möglichkeiten für Reduktion nehmen mit dem KLimaW zunehmend ab ⇒ Böden können nicht mehr so viel CO2 binden (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “ Verzögerungen bei der Verhinderung oder Verringerung der Landdegradation und der Förderung der positiven Wiederherstellung von Ökosystemen bergen das Risiko langfristiger Auswirkungen, einschließlich rascher Produktivitätseinbußen in der Landwirtschaft und im Weideland, Permafrostdegradation und Schwierigkeiten bei der Wiederbefeuchtung von Torfgebieten (mittleres Vertrauen).” (IPCC SRLCC SPM) 67
  • “Eine Verzögerung der Maßnahmen, wie sie in Szenarien mit hohen Emissionen angenommen wird, könnte zu einigen irreversiblen Auswirkungen auf einige Ökosysteme führen, die längerfristig das Potenzial haben, zu erheblichen zusätzlichen Treibhausgasemissionen aus Ökosystemen zu führen, die die globale Erwärmung beschleunigen würden (mittleres Vertrauen).” (IPCC SRLCC SPM) 67

Verkehrswende

  • Elektromobilität fördert die Integrierbarkeit fluktuierender Energien, da Synergien mit dem Nutzerverhalten (Energy Brainpool) 6
  • Ausbau von Fuß- und Radwegen + ÖPNV + Schnellzüge + grüne Stadtplanung, hat hohes Minderungspotenzial (AR4 WG3 SPM)
  • Emissionsarme Verkehrsmittel können schnelle Lösungen bringen (AR4 WG3 SPM)
  • im Verkehrswesen massive Elektrifizierung für schnelle CO2-Einsparungen nötig (Leopoldina) 68
  • ÖPNV und Schiene (Personen- und Gütertransport) müssen dafür erheblich ausgebaut und qualitativ verbessert werden => liegen eh in öffentlicher Hand, schnelle Umsetzung möglich (Leopoldina) 68
  • im motorisierten Straßenverkehr Umstellung auf Hybrid- und batteriebetriebene Autos geboten (Leopoldina) 68
  • dafür nötig: Ausbau der Ladeinfrastruktur, elektrischer Lieferverkehr und ÖPNV, reservierte Parkplätze und Fahrspuren für E-Fahrzeuge (Leopoldina) 68
  • Abbau von internationalen Logistikketten durch regionale Produktionsverbünde (Leopoldina) 68
  • Power-to-Gas für CO2-neutrale Logistik (Leopoldina) 68
  • Prinzip der Reduzierung der Emissionen im Verkehr: vermeiden, verlagern, effizienter machen (Leopoldina) 68
  • der weltweite Verkehr muss reduziert werden, z.B. durch Förderung regionaler Produktionsverbünde (Leopoldina) 68
  • fahrrad- und fußgängerfreundliche Infrastruktur ist das beste Mittel gegen klimaschädliche Emissionen, gesundheitsschädliche Feinstaub- und Stickstoffoxidbelastungen und städtischen Flächenverbrauch (Leopoldina) 68
  • Autofirmen sollen die CO2 Emissionen der neue Autos reduzieren (Emissions Gap Report UN) 40
  • Lösungen: Fluggesellschaften müssen Emissionsreduktionsausgleichsbeträge anderer Sektoren kaufen (BMU)
  • Alternativ: kohlenstoffarmer Brennstoff (BMU)
  • Völkerrecht verhindert eine höhere Luftverkehrsbesteuerung in Europa nicht (transportenviroment.org) 58
  • Besteuerung von Flugbenzin reduziert Emissionen um mind. 10% (transportenviroment.org) 58
  • durch einnahmen keine Auswirkung auf das BIP und Beschäftigung (transportenviroment.org) 58
  • Luftfahrtemissionen regulieren (transportenviroment.org) 58
    • Kerosinsteuer einführen
      • steigt die EU-weite Passagiernachfrage, Flüge und Konnektivität um 4%
      • die Ticketpreise sinken um 4%,
      • die CO2-Emissionen steigen um 4%,
      • und der Fluglärm steigt um 2%.
      • Die Einnahmen der Mitgliedstaaten sinken um 74% oder 2,6 Mrd. EUR,
      • bleibt nur noch inkl. mws.
      • Beschäftigung und Wertschöpfung steigen um 4% im Luftverkehrssektor, während die Beschäftigung anderswo um 4% gesunken ist. Also ein Nettoeffekt von Null auf die Gesamtbeschäftigung und das BIP.
    • Die Einführung einer Kraftstoffsteuer auf alle abfliegenden Flüge zu allen Destinationen zum EU-Energiesteuerminimum von 33 Cent würde zu einem Anstieg der Ticketpreise um 10% führen; Flüge, Fluggäste und CO2-Emissionen sinken alle um 11%, die von Lärm betroffenen Menschen sinken um 8% und die Steuereinnahmen steigen von 10 Mrd. EUR auf 27 Mrd. EUR. Die Beschäftigung und die Wertschöpfung im Luftverkehr sinken um 11%, aber die Gesamtwirkung auf Beschäftigung und BIP in der EU beträgt null
    • Die Mehrwertsteuer von 19% auf alle Flugscheine senkt die Passagiernachfrage und Flüge um 19%, die direkten Arbeitsplätze und die Wertschöpfung im Luftverkehr sinken um 18%, während die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze und das BIP in der EU insgesamt vernachlässigbar sind. Die Einnahmen der Mitgliedstaaten steigen von 10 Mrd. EUR auf 40 Mrd. EUR, während die CO2-Emissionen um 18% zurückgehen und die Zahl der Fluglärmbelästigung 12% beträgt.
    • Deutschland Passagierzahlen -12,00%, Konnektivität (Anzahl der Flüge) -12,00%, Arbeitsplätze (alle Sektoren) (1.000 VZÄ) Keine Wirkung, BIP (Mrd. €) Keine Wirkung, Umsatzsteigerung (Mrd. €) 4,8, CO2 (%) -12,00%, vom Lärm Betroffene -8,00%
    • Der Bestand an batterieelektrischen Fahrzeugen hat zwischen 2015 und 2018 um 30.000 zugenommen; der Bestand an Erdgasfahrzeugen ist in der gleichen Zeit um 6.000 zu-rückgegangen. Notwendig wäre bis 2030 ein Zuwachs von durchschnittlich 460.000 beziehungsweise 330.000 Fahrzeugen pro Jahr. Der Endenergieverbrauch des Straßenverkehrs ist zwischen 2015 und 2017 um 22 Terawattstunden gestiegen. Bis 2030 wäre jedoch eine Reduktion von mindestens 152 Terawattstunden notwendig.(für das 2030 Ziel)⁷⁷

Handlungsempfehlungen:

    • Kommunen unterstützen bei der Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätskonzepten.⁷⁷
    • Umweltverträgliche Verkehrsmittel und Mobilitätsangebote ausbauen und fördern, vom öffentlichen Personennahverkehr mit Bus und Bahn bis zu Carsharing und digitalen Plattformen mit neuen Mobilitätsdienstleistungen.
    • Steuern und Abgaben stärker am CO2-Ausstoß aus-richten: Wichtige Ansatzpunkte bieten etwa die Besteuerung von Kraftstoffen und Dienstwagen und die Lkw-Maut. Instrumente wie die Pendlerpauschale oder das Baukindergeld setzen aus klima- und verkehrspolitischer Sicht keine zielorientierten Impulse. Soziale Härten gilt es bei der Reform zu berücksichtigen und auszugleichen.
    • CO2-Bepreisung mit wirkungsvollem Mindestpreis einführen, verbindlich und mit kontinuierlicher Anhebung, sei es über eine Steuer oder einen separaten Emissionshandel.
    • Aufkommensneutrales Bonus-Malus-System ein-führen, das den Kauf emissionsarmer Fahrzeuge unterstützt und umgekehrt den Kauf emissionsintensiver Fahrzeuge verteuert.
    • Infrastruktur für alternative Kraftstoffe weiter aus-bauen, sowohl für Strom und Elektromobilität als auch für Erdgas (CNG), Flüssigerdgas (LNG) und Wasserstoff. Der Infrastrukturausbau aller alternativen Kraftstoffe sollte möglichst nachfrageorientiert erfolgen. Schnellere Genehmigungsverfahren durch abgestimmte Prozesse innerhalb der Behörden sind daher dringend notwendig. Gerade bei der Entwicklung der Ladeinfrastruktur braucht es in den kommenden Jahren auch schnell abrufbare Förderprogramme.
    • Anreize für fortschrittliche Kraftstoffe setzen, von Erdgas und Biogas über Strom bis zu strombasierten, synthetischen Kraftstoffen (Powerfuels). Geeignete Instrumente sind zum Beispiel ambitionierte Quoten im Rahmen der deutschen Treibhausgasquote und nationale Ausschreibungen für Powerfuels, die den Kraftstoffen beigemischt werden können. Auch die Anrechnung von Powerfuels auf die Flottengrenzwerte von Pkw und Nutzfahrzeugen könnte Spielraum für zusätzliche Investitionen in erneuerbare Kraftstoffe schaffen. Insbesondere für Flugzeuge, Schiffe und Lkw spielen strombasierte, synthetische Kraftstoffe eine wichtige Rolle, weil eine direkte Elektrifizierung hier nur schwer möglich ist.
  • Neben dem Straßengüterverkehr wird die Nachfrage nach synthetischen Kraftstoffen vor allem in der Schifffahrt und der Luftfahrt steigen. Ohne deren umfassenden Einsatz lässt sich das 95-Prozent-Klimaziel nicht erreichen. ⁸¹
  • Der Bundesverkehrswegeplan muss so umgestaltet werden, dass die veranschlagten öffentlichen Mittel eindeutig zur Erreichung der Klimaziele beitragen und auf den Ausbau klimaverträglicher Mobilität fokussieren. Der Umweltverbund (Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr) muss deutlich gestärkt und ausgebaut werden.⁸¹
  • Die Investitionen müssen hier durch Umverteilung von Infrastrukturmitteln schrittweise verdreifacht werden, um den wach-senden Anforderungen an die Schiene Rechnung zu tragen und attraktive Mobilität für alle – auch in der Fläche – zu gewährleisten.⁸¹
  • Der Bahnverkehr muss grundsätzlich deutlich kostengünstiger werden als die Nutzung von Pkw oder Flugzeugen. Bis 2030 muss der Schienenverkehr zu 100 Prozent elektrifiziert sein, wobei der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien bestehen muss. Der zeitnahe Zulassungsstopp für neue Verbrennungsmotoren muss insbesondere beim Pkw sofort beschlossen werden.⁸¹
  • Ein kurzfristig und kostengünstig umsetzbares Tempolimit von höchstens 120 km/h auf der Auto-bahn, 80 km/h außerorts und 30 km/h innerorts trägt zusätzlich zur Emissionsreduktion bei, verringert die Lärmbelastung und erhöht die Verkehrssicherheit.⁸¹
  • Der Einsatz von Wasserstoff und strombasierter Kraftstoffe muss an strikte Nachhaltigkeits- und Effizienzkriterien geknüpft werden und sollte sich im Verkehr auf schwer elektrifizierbare Sektoren wie Flug- und Schiffsverkehr konzentrieren⁸¹
  • Transport will move from a 90% fossil-based to a 100% renewable energy mix in the next 20 years. ⁸⁸

Wärmewende

  • Der Absatz von Wärmepumpen nimmt zwar zu. 2018 lag er bei 84.000 Stück. Mit Blick auf das Klimaziel 2030 müsste die Installationsrate aber auf über 200.000 pro Jahr steigen. (für das 2030 Ziel)⁷⁷
  • Bis 2040 sollen Gebäude höchstens nur noch so viel Energie verbrauchen, wie naturverträglich aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann⁸¹
  • Dafür müssen nahezu klimaneutrale Neubauten zum Standard und der Gebäudebestand zügig mindestens auf das Niveau eines KfW-Effizienzhauses 55 modernisiert werden ⁸¹
  • Das Prinzip „Efficiency first!“ ist dabei konsequent umzusetzen ⁸¹
  • Der Einbau von Ölheizungen muss schnellstmöglich verboten und die Verwendung von fossilen Gasheizungen auf eine Übergangsphase begrenzt werden ⁸¹
  • Auf keinen Fall darf im Wärmesektor der Eindruck vermittelt werden, dass ein „weiter so wie bisher“ möglich ist und die in der jetzigen Höhe gleichbleibenden Energiebedarfe und -verbräuche zukünftig durch erneuerbaren Wasserstoff oder Methan gedeckt werden können. Die Verfügbarkeit dieser synthetischen Brennstoffe ist sehr begrenzt, weshalb diese ausschließlich Sektoren ohne andere Dekarbonisierungsoptionen vorbehalten bleiben müssen ⁸¹

Was nicht funkioniert

Solar Radiation Modification

  • viele Wissenslücken (Emissionsreduktionspfade) 4
  • stoppt nicht die Versauerung der Meere (Emissionsreduktionspfade) 4
  • ethische Bedenken (Folgen nicht klar absehbar,…) (Emissionsreduktionspfade) 4
  • hohes Risiko (Emissionsreduktionspfade) 4
  • Geo-Engineering ersetzt nicht die Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen und bringt enorme unerforschte Risiken mit sich (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change) 66
  • viele Technologien werden bis 2050 nicht verfügbar sein (ausreichend) so kann auf diese nicht zurückgegriffen werden (SRY Unite in Science) 70

Sektoren

Energieversorgung

Kohle

  • Arbeitsplätze in der Braunkohle: 8300 Angestellte in der Lausitz, 9000 im rheinischen Revier, 2400 im mitteldeutschen Revier, 200 im helmstedter Revier (RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, 2018) 27. Das entsprechen 0,88% der Angestellten in dieser Regionen und 0,06% in Deutschland. Nur in der Lausitz sind es 2% (RWI-Institut für Wirtschaftsforschung, 2018) 27 ⅔ dieser Arbeitsplätze werden bis 2030 über 60 Jahre alt sein (enervis, 2016; Sachverständigenrat für Umweltfragen, 2017; Umweltbundesamt (UBA, 2017b) 27
  • “indirekte” Jobs sind vermutlich doppelt so hoch (enervis, 2016; Sachverständigenrat für Umweltfragen, 2017; Umweltbundesamt (UBA, 2017b) 27
  • nicht abschätzbar ob diese (indirekten) Jobs wirklich verloren gehen (enervis, 2016; Sachverständigenrat für Umweltfragen, 2017; Umweltbundesamt (UBA, 2017b) 27
  • Braunkohle verursacht 18% aller EU EHS Emissionen (EU ETS) 60
  • die Hälfte des Europäischen Braunkohleproblems liegt in Deutschland (EU ETS) 60
  • Neun von zehn der zehn führenden CO2-Emittenten in der EU sind Braunkohlekraftwerke. Sieben davon sind in Deutschland – der größte davon, Neurath, verzeichnete sogar einen Emissionsanstieg von 8% (EU ETS) 60
  • 2017: Wachstum der Kohleemissionen hat zugenommen (WMO, United in Science) 70
  • Zement und fossile Energien sind für 90% des CO2 verantwortlich (WMO, Unite in Science) 3
  • fossile CO2 Emissionen steigen weiter jährlich um >1% (WMO, United in Science) 70
  • Erdgas nimmt pro Jahr um 2% zu. zwar ist Erdgas der sauberste fossile Energieträger aber er trägt trotzdem zum Klimawandel bei (WMO, United in Science) 70
  • weltweit nimmt der Bestand an Kohlekraftwerke weiter zu (WMO, United in Science) 70

Emissionen

  • Die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Zementproduktion setzen ca. 375 Gt Kohlenstoff frei (Naturwissenschaftliche Grundlagen IPCC AR5) 21
  • Beide zusammen sind für 47% des Anstieges der Treibhausgas Emissionen im Zeitraum zwischen 2000-2010 verantwortlich (IPCC AR5 SYR) 22
  • 2010 gingen 35% der THG Emissionen auf den Energiesektor zurück (IPCC AR5 SYR) 21
  • Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern, ist mit den aktuellen Ausbaukorridoren und dem zu erwartenden Anstieg des Strombedarfs nicht zu erreichen. Während der Photovoltaik-Ausbau zuletzt wieder an Fahrt gewonnen hat, wird das Jahr 2019 für Windkraft an Land zur Zäsur: Das Ausbauziel wird bei weitem nicht erreicht. Das Angebot Niveau lag bei den Ausschreibungen deutlich unterhalb der ausgeschriebenen Menge. Von den ausgeschriebenen 650 Megawatt konnten nur 208 Megawatt zugeschlagen werden. Hinzu kommt, dass immer mehr Anlagen nach 20 Jahren aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen. Alleine zwischen 2021 und 2030 werden Anlagen mit einer Leistung von über 51 Gigawatt davon betroffen sein (Windkraft an Land: 26,8 Gigawatt, Photovoltaik: 18 Gigawatt, Biomasse: 4,7 Gigawatt).Rechnet man alle Faktoren mit ein – die bisher geplanten Ausschreibungen nach dem EEG, die Ausbaudeckel für Photovoltaik und Offshore-Wind sowie die aus dem EEG fallenden Altanlagen –, ergibt sich für die Zeit bis 2030 nur noch ein Netto Zubau von 1,7 Gigawatt pro Jahr. Die dena-Leitstudie rechnete mit einem Netto Zubau von 5,6 Gigawatt pro Jahr, allerdings noch ohne die Vorgabe, einen Gesamtanteil von 65 Prozent zu erreichen (siehe EWI- Abbildung 3). Für das 65-Prozent-Ziel müsste der jährliche Netto Zubau mindestens bei 6 Gigawatt pro Jahr liegen. In diesem Netto Zubau stecken, anders als bisher, erhebliche Kapazitäten an Altanlagen, die ersetzt werden müssen, weil sie aus der EEG-Förderung fallen.

Industrie

  • für 30% des Anstiegs an gesamten jährlichen anthropogenen Treibhausgas Emissionen 2000-2010 verantwortlich (IPCC AR5 SYR) 22
  • 2010: 21% der THG Emissionen von Industriesektor (IPCC AR5 SYR) 22
  • Industriesektor: 28% des Endenergieverbrauchs (13Gt Co2 Emissionen in-direkte Emissionen, -2050 Anstieg um 50-150% prognostiziert) (AR4 WG3 SPM)
  • Industrie-Emissionen waren für knapp über 30 % der globalen THG-Emissionen im Jahr 2010 verantwortlich und sind derzeit höher als Emissionen aus den Endverbrauchssektoren Gebäude bzw. Verkehr (AR4 WG3 SPM)
  • Industrieemissionen seit 2012 unverändert (EU ETS) 60
  • Eisen und Stahl gehen leicht zurück (Produktion auch) (EU ETS) 60
  • Zement + fossile Energien: 90% des CO2 (WMO, United in Science) 70
  • Auch im Industriesektor weisen die Trends noch nicht in die richtige Richtung. Wie im Verkehrs- und im Gebäudesektor ist der Endenergieverbrauch hier zwischen 2015 und 2017 gestiegen: um 9 Terawattstunden. Um das Klimaziel 2030 noch zu erreichen, müsste er nach dena-Leitstudie von jetzt an um 32 Terawattstunden sinken. Das sind, auf zwölf Jahre verteilt, über 2,6 Terawattstunden pro Jahr (siehe EWI-Abbildung 8). ⁷⁷
  • Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf die Treibhausgasemissionen. Von 2005 bis 2017 sind die Emissionen im Schnitt um 0,5 Millionen Tonnen pro Jahr gesunken. Für das Klimaziel 2030 wäre eine jährliche Reduzierung um 3 Millionen Tonnen notwendig; für die Zeit von 2030 bis 2050 müsste sie sogar 10 Millionen Tonnen betragen, wenn ein 95-Prozent-Klimaziel er-reicht werden soll (siehe EWI-Abbildung 9). ⁷⁷

Land- & Forstwirtschaft, Ernährungswirtschaft

  • Abholzung und andere Landnutzungsänderungen: ca. 180 Gt Kohlenstoff freigesetzt (Naturwissenschaftliche Grundlagen IPCC AR5) 21
  • 2010: 24% der THG Emissionen aus Landnutzung, Agrar- und Forstwirtschaft (IPCC AR5 SYR)22
  • Die Landwirtschaft ist auch Verursacher der Klimakrise. Immerhin stammen 10-12 % der weltweiten anthropogenen Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft. (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Zunahme der Emissionen wird in Zukunft vor allem durch die so genannten Entwicklungsländer bedingt sein (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Schädlingen und Unkraut in vielen Regionen (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Nach manchen Untersuchungen könnten bereits 2025 die Verluste an Ernteerträgen durch eine zunehmende Ausbreitung von Schädlingen aufgrund des Klimawandels weltweit bei 20 % liegen. (Bildungsserver Hamburg) 73
  • Agrar-, Land-, Waldnutzung/-wirtschaft ca. ¼ des anthropogenen Netto Emissionen (ca. 10-12 Gt/Jahr) hauptsächlich durch Entwaldung, landwirtschaftlichen Emissionen, Viehhaltung;
    im Moment Rückgang der Entwaldungsraten + Aufforstung (AR4 WG3 SPM)
  • Die Degradation auf 23 % der Landfläche hat die landwirtschaftliche Produktivität verringert; Bestäuberverluste bergen ein Risiko von weltweiten Ernteausfällen im Wert von jährlich 235–577 Milliarden US-Dollar. (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • globale Waldfläche nur noch 68% von vorindustrieller Zeit (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • Expansion vor allem in den Tropen (100 Mio. ha von 1980-2000) bspw. zur Gewinnung von Palmöl oder zur Viehzucht (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • etwa 25% der weltweiten THG Emissionen resultieren aus Rodung, Produktion von Nutzpflanzen und Düngung (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung ) 36
  • 1990-2015: Abholzung von 290 Mio. ha Fläche, 110 Mio ha neu gepflanzt (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • Fischereien in den letzten 50 Jahren haben die größten Auswirkungen auf die Biodiversität in Meeresökosystemen (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • illegale Fischerei macht ⅓ der globalen Fangquote aus (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • Abforstung seit 2000 ist abgeflacht (ungleichmäßig) (IPBES SPM) 36
  • Aber: seit 2012 wieder leichter Anstieg der Emissionen (CAP influence on GHG emissions) 63
  • Kein Einfluss auf die Art der Fleischproduktion, eher sogar Trend zur Intensivierung (schlecht für das Klima) (europa.eu, CAP influence on GHG emissions) 63
  • CO2 Düngeeffekt: Zunahme der CO2 Konzentration begünstigt das Pflanzenwachstum (Wirkung aber vom Pflanzentyp abhängig) (Bildungsserver Hamburg)73
  • “Im Zeitraum 2010-2016 trugen weltweit Lebensmittelverluste und -abfälle 8-10% zu den gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen bei (mittleres Vertrauen)” (IPCC SRLCC SPM) 67

Verkehr

  • für 11% des Anstiegs an gesamten jährlichen anthropogenen Treibhausgas Emissionen verantwortlich 2000-2010 (IPCC AR5 SYR) 22
  • 2010: 14% der THG Emissionen aus dem Verkehrssektor (IPCC AR5 SYR) 22
  • 2010 27% d Energieverbrauchs im Verkehrssektor (6,7Gt direkte CO2 Emissionen (AR4 WG3 SPM)
  • Berlin: 58% der Verkehrsflächen sind für Autos (davon 19% für Parkende), Fußwege nehmen 33% der Fläche ein, Radweg nur 3%, dabei legen die Berliner nur 30% des Weges mit dem Auto zurück, 13% mit dem Fahrrad, Fußverkehr entspricht ungefähr der zurückgelegten Fläche aber Gehsteige in Berlin sind tendenziell breiter als in anderen Kommunen (Climate Action Tracker) 27
  • Güterverkehrsaufwand des Luftverkehrs 2010: 0,21% bei einem Energieverbrauch von 12,2% (UBA)
  • Eisenbahn: Verkehrsaufwand (17,3%), Energieverbrauch (4,5%) (UBA)
  • ÖPNV sehr unbeliebt (Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland 2019)
  • außerhalb der Stadt haben mindestens 90% der Menschen ein Auto (Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland 2019) 34
  • Anteil der Führerscheinbesitzer bei unter 30 reduziert (Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland 2019) 34
  • jeder 4. Haushalt besitzt zwei oder mehr Autos (Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland 2019) 34
  • Modal split der Personenkilometer: Individualverkehr-Fahrer: 55%, Individualverkehr-Mitfahrer: 20%, ÖV: ca. 20% Rad: 4% Fuß 3% (Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland 2019) 34
  • Anteil der Personenkilometer mit dem Fahrrad gestiegen (Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland 2019) 34
  • gutes Radverkehrsangebot und ÖV wird genutzt (Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland 2019) 34
  • internationale Marine Transport macht 2,5% der THG Emissionen, steigt stark (2% pro Jahr) seit 2014 (Emissions Gap Report UN FULL REPORT) 40
  • Anteil von umweltfreundlichen Transportmitteln im Personentransport nur bei 19% (Gütertransport 25%), Bedarf nach Mobilität wird noch weiter ansteigen => Umbau der Mobilität besonders wichtig (Leopoldina) 68
  • 2018: Inlandsflüge und internationale Flüge: 895 Mt CO2 (2,4% der globalen energiebedingten CO2 Emissionen (BMU) 57
  • Tendenz steigend (26% seit 2013) (BMU)57
  • Erwartung: Passagierzahlen bis 2037 verdoppeln (BMU) 57
  • Luftverkehr könnte ein Viertel des globalen CO2 Budgets verbrauchen für 1,5 Grad bis 2050 (BMU) 57
  • Treibstoffeffizienz steigt pro Jahr um 1-2% ⇒ reicht nicht (BMU) 57
  • Verkehrswachstum rund 5% pro jahr (BMU) 57
  • Neue Technologien könnten die Emissionen noch weiter angheben (Überschall, etc) (BMU) 57
  • CO2 nicht das einzige THG: NOx und Ruß verdoppeln die Auswirkungen (eher mehr) (BMU) 57
  • allein int Luftverkehr für 1,3 der weltweiten Co2 Emissionen verantwortlich (BMU) 57
  • Versprechen ICAO: Luftverkehrsemissionen nicht reduzieren sondern nur bis 2020 zu halten (BMU) 57
  • Regelung wird Jan 2021 in Kraft treten, freiwillige Pilotphase bis Ende 2023 (BMU) 57
  • Ab Mitte Januar haben 78 Länder, die drei Viertel der internationalen Flüge repräsentieren, freiwillig an diesem ersten Pilotprojekt teilgenommen (BMU) 57
  • erste formelle Phase Corsia 2024-26 (länder die auch am pilotprojekt beteiligt waren) (BMU) 57
  • Die zweite Phase, von Anfang 2027 bis Ende 2035, ist für alle ICAO-Mitglieder obligatorisch, ausgenommen diejenigen mit weniger als 0,5% des internationalen Luftverkehrs und einige der ärmsten Länder der Welt. (BMU) 57
  • nach jede 3 Jahren müssen die Fluggesellschaften für die vorangegangenen drei Jahre Kompensationen kaufen (Emissions Wachstum über 2020) (BMU) 57
  • Kauf muss nachweislich Emissionen irgendwo verringern (BMU) 57
  • bericht: Lufverkehrssektor um vergleich zu anderen luftverkehrsmärkten “chronisch unterbesteuert” (transportenviroment.org) 58
  • selbst im Vergleich zu USA Australien Brasilien und China unterbesteuert (transportenviroment.org) 58
  • 2017: EU fast 1,3 mia Reisen mit mind. einer übernachtung (transportenviroment.org) 58
  • meisten Flugreisen: persönliche gründe (82%), 18% Geschäftlich (transportenviroment.org) 58
  • 2012-17: Fahrten mit dem Flugzeug: +15% (mehr als andere Verkehrsmittel) (transportenviroment.org) 58
  • selber Zeitraum : geschäftliche Reisen -9% (besonders im Inland ) (transportenviroment.org) 58
  • Die Trends im Verkehrssektor weisen weiterhin in die falsche Richtung. Der Endenergieverbrauch ist gestiegen und lag 2017 bei 602 Terawattstunden. Nach der dena-Leitstudie müsste er bis 2030 auf 428 Terawattstunden sinken (siehe EWI-Abbildung 4). Die Treibhausgasemissionen liegen leicht über dem Niveau von 1990, die Effizienz der deutschen Fahrzeugflotte ist zuletzt gesunken, die Güterverkehre nehmen stark zu. ⁷⁷
  • Vor diesem Hintergrund erscheint es sehr ambitioniert, das 2030er-Klimaziel im Verkehrssektor zu erreichen und die Treibhausgasemissionen um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Auch das Maßnahmenpaket, das die Nationale Platt-form Zukunft der Mobilität im Frühjahr in einem Zwischenbericht vorgestellt hat, lässt noch eine signifikante Lücke von 16 bis 26 Millionen Tonnen CO2. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf Infrastrukturverbesserung, direkter Förderung und Angebotserweiterung. Über weiterführende Maßnahmen wie Bonus-Malus-Systeme, den Ausbau regenerativer Kraftstoffe und die Einführung eines CO2-Preises konnte im Rahmen der Platt-form bisher keine Einigung erzielt werden.⁷⁷
  • Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Europa stiegen im ersten Quartal 2020 um 57%, aber sie machten immer noch nur 4,3% der gesamten registrierten Autos aus. ⁸⁴
  • „Die alternativen Antriebsarten wiesen im Vergleich zum Vorjahresmonat teils dreistellige Zuwächse auf. 21.188 Elektro-Pkw wurden neu zugelassen (8,0 %/+260,3 %) sowie 54.036 Hybride (20,4 %/+185,2 %), darunter 20.127 Plug-ins (7,6 %/+463,5 %). Des Weiteren wurden 809 Flüssiggas-Pkw (0,3 %/+176,1 %) und 606 Erdgasfahrzeuge (0,2 %/+17,9 %) neu zugelassen. Die Neuzulassung von Benzinern ging um -17,6 Prozent zurück, dennoch lag ihr Anteil mit 120.645 Neuwagen bei 45,5 Prozent. 67.901 Pkw waren mit der Kraftstoffart Diesel ausgestattet. Nach einem Rückgang von -6,4 Prozent erreichten Sie einen Anteil von 25,6 Prozent. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß ging im September um -13,4 Prozent zurück und lag bei 134,3 g/km.“ ⁸⁵
  • Mit einem Anteil von 21,2 Prozent waren die meisten Neuwagen dem Segment SUVs zuzuordnen (+9,7 %). Die Kompaktklasse erreichte nach einer Steigerung um +5,7 Prozent einen Anteil von 21,0 Prozent und war damit das zweitstärkste Segment. Die Wohnmobile (2,0 %/+159,9 %) konnten im September die meisten Zugewinne verzeichnen, gefolgt von den Kleinwagen (16,8 %/+28,9 %) und den Utilities (4,6 %/+21,8 %). Die Segmente Oberklasse (0,6 %/+7,5 %), Geländewagen (10,0 %/+5,4 %) und Mittelklasse (9,7 %/+3,0 %) wiesen ebenfalls ein Zulassungsplus gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Mini-Vans (1,3 %/-46,8 %), Großraum-Vans (2,0 %/-19,6 %), Sportwagen (1,0 %/-12,1 %), Minis (6,0 %/-2,8 %) sowie Obere Mittelklasse (3,2 %/-0,6 %) hingegen lagen hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats.“ ⁸⁵
  • Flights departing from Europe are currently responsible for 184 million tonnes of CO2 emissions and as a result 4.2% of total EU emissions. Within that, intra-EU (within Europe) flights account for 62 million tonnes of CO2 (32% of the total).

Wohnen und Bauen

  • Verbrennung fossiler Brennstoffe und Zementproduktion: ca. 375 Gt Kohlenstoff freigesetzt (Naturwissenschaftliche Grundlagen IPCC AR5)
  • für 3% des Anstiegs an gesamten jährlichen anthropogenen Treibhausgas Emissionen 2000-2010 (IPCC AR5 SYR)
  • 2010: 6,4% der THG Emissionen aus dem Gebäudesektor (IPCC AR5 SYR)
  • 2010: 32% des Energieverbrauchs auf den Gebäudesektor (8,8Gt in-direkte Emissionen, Anstieg um 50-150% bis Mitte des Jahrhunderts) (AR4 WG3 SPM)
  • Die jährlichen Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor sollen laut Klimaschutzplan der Bundesregierung auf 72 Millionen Tonnen im Jahr 2030 sinken. Das bedeutet, ausgehend von den in der dena-Leitstudie prognostizierten 120 Millionen Tonnen im Jahr 2020, eine Reduzierung um weitere fast 50 Millionen Tonnen – und das innerhalb von nur zehn Jahren.
  • Das bisherige Tempo reicht für dieses Ziel bei weitem nicht aus. In den vergangenen Jahren gab es kaum Fortschritte. Die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor stiegen zwischen 2014 und 2017 sogar an (plus 11 Prozent). Für 2018 prognostiziert das Umweltbundesamt einen Rückgang auf voraussichtlich 117 Millionen Tonnen, was ungefähr dem Ausgangsniveau des Klimaschutzplans aus 2014 (119 Millionen Tonnen) entspricht. Um das Klimaziel 2030 zu erreichen, müssten im Gebäudesektor ab sofort jährlich rund fünf Millionen Tonnen CO2 eingespart wer-den – das würde einer deutlichen Steigerung sogar gegenüber dem sanierungsintensiven Nachwendejahrzehnt mit jährlich rund 4,3 Millionen Tonnen Treibhausgasreduzierung entsprechen (ausgehend von rund 210 Millionen Tonnen im Jahr 1990). ⁷⁷
  • Die Sanierungsrate stagniert weiter bei rund 1 Prozent. Nach den ursprünglichen Annahmen der dena-Leitstudie sind für die Zielerreichung mindestens 1,4 Prozent jährliche Sanierungs-rate notwendig. Durch die nicht ausreichende Sanierung in den letzten Jahren müsste dieser Wert inzwischen 1,5 Prozent pro Jahr betragen (siehe EWI-Abbildung 7). Auch die Installation von Wärmepumpen hinkt trotz eines gesteigerten Absatzes (2018: 84.000 Stück) dem erforderlichen Maß hinterher. Die Ziele für 2030 werden nur mit einer Installationsrate von mehr als 200.000 Wärmepumpen pro Jahr erreicht werden können.⁷⁷

Umweltverschmutzung

Abwasser

  • 80% des globalen Abwassers wird unbehandelt in die Umwelt zurückgeleitet: 300-400 Mio. Tonnen Schwermetalle, Lösungsmittel, toxische Substanzen,… (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • Düngemittel in Küstenregionen haben zu 400 Zonen mit Sauerstoffmangel geführt (insgesamt: 245.000km2) (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36

Luftverschmutzung

  • Klimawandel und Luftverschmutzung gehen Hand in Hand (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • Von den nicht übertragbaren Krankheiten ist Luftverschmutzung in und außerhalb des Hauses die zweitgrößte Todesursache (WMO Statement on the State of Climate change) 51
  • bei 1,5 statt 2 Grad Erderwärmung: weniger Luftverschmutzung: erhebliche gesundheitliche, landwirtschaftliche und wirtschaftliche Vorteile (UN Development program 1.5°C) 62

Plastik

  • seit 1980: 2 mal mehr Plastikmüll (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36
  • Plastik in Meeren seit 1980 um das zehnfache gestiegen (IPBES SPM) 36

Verbraucher*innenverhalten

Allgemein

  • Lebensstil hat großen Einfluss, hohes Minderungspotenzial in einigen Sektoren (AR4 WG3 SPM)
  • Lebensstiländerung sinnvoll als Ergänzung zu Technologie- und Strukturwandel (AR4 WG3 SPM)
  • in Entwicklungsländern kann das Individualverhalten kurzfristig 20%, langfristig 50% des derzeitigen Niveaus verringern (AR4 WG3 SPM)

Fleischkonsum

Konsum

  • pro Kopf Materialverbrauch um 15% gestiegen (Vergleich zu 1980) (IPBES SPM GLOBAL Ddt. zusammenfassung) 36
  • seit 1980: 10 mal mehr Plastikabfälle (IPBES SPM GLOBAL Ddt. Zusammenfassung) 36

Forderungen FFF

¼ der Kohlekraft abschalten

100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

CO2 Steuer: 180€ pro Tonne CO2

  • DIW und IMK fordern Start bei 35€ und Steigerung auf 180€ im Jahr 2030 (DIW Studie zu CO2 Steuer) (IMK CO2 Steuer)
  • Um eine ausreichende ökologische Lenkungswirkung zu entfalten und Planungssicherheit für alle Akteure zu bieten, sollte sich der Anstiegspfad bis 2030 an den vom Umweltbundesamt sehr konservativ errechneten Schadenskosten in Höhe von aktuell 180 Euro pro Tonne CO2 orientieren ⁸¹

Ende der Subventionen für fossile Energieträger

  • Abschaffung der umweltschädlichen Subventionen ist sehr wichtig (IPBES deutsch ECA Zusammenfassung)
  • “Wenn alle Subventionen für fossile Brennstoffe abgeschafft würden, würde dies zu einer Verringerung der globalen CO2-Emissionen um bis zu 10% bis 2030 führen.” (SRY Unite in Science)
  • Klima- und umweltschädliche Subventionen konterkarieren alle Anstrengungen zur Dekarbonisierung unserer Wirtschaft. Sie sind deshalb schrittweise bis 2025 abzuschaffen, wie es die G7-Staaten beschlossen und immer wieder bekräftigt haben. ⁸¹

Kohleausstieg bis 2030

Nettonull 2035

Forderung 1: Nettonull 2035
Nettonull bedeutet, dass in Deutschland nur so viele Treibhausgase ausgestoßen werden dürfen, wie durch natürliche Prozesse wieder aufgenommen werden können. Deutschland hat sich im Pariser Abkommen verbindlich dazu verpflichtet, als reiches Land seine Emissionen deutlich schneller als weniger wohlhabende Länder zu reduzieren. Wissenschaftler*innen haben basierend auf Deutschlands Anteil an der Weltbevölkerung berechnet, welche Menge CO2 Deutschland noch ausstoßen darf, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Es gibt verschiedene Ansätze für die Berechnung der Jahreszahl, bis zu der Deutschland Nettonull erreicht haben muss. Nettonull 2035 ist das Ergebnis einer für Deutschland sehr vorteilhaften Berechnung. Nettonull 2035 ist deshalb eine rote Linie für uns, die auf keinen Fall überschritten werden darf. Deutschland muss Nettonull also mindestens doppelt so schnell erreichen wie derzeit geplant.

Pariser Klimaschutzabkommen

Ziel: globale Erwärmung auf unter 2 – möglichst 1,5 Grad zu begrenzen

Dadurch würden Kipppunkte unseres Planeten nicht erreicht werden (IPCC Sonderbericht zu 1,5 Grad globaler Erwärmung SPM)

Quellen

  1. Paris Agreement: http://unfccc.int/files/essential_background/convention/application/pdf/english_paris_agreement.pdf
  2. MCC: https://www.mcc-berlin.net/fileadmin/data/B2.3_Publications/Working%20Paper/2018_MCC_Working_Paper_1_CO2-Preisreform.pdf
  3. Fraunhofer IEE: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/2030_kohlefrei_fraunhofer_iee_greenpeace.pdf
  4. Sonderbericht zu 1,5 Grad globaler Erwärmung SPM: https://www.de-ipcc.de/media/content/SR1.5-SPM_de_barrierefrei.pdf
    (Unterschiede 1,5 vs 2) (Emissionsreduktionspfade)
  5. Institut für ökologische Wirtschaftsforschung: https://www.greenpeace-energy.de/fileadmin/gfx/pressemeldungen/Tarifstart_Solarstrom_plus/Studie_GPE-IOeW_Jobs_BK_u._EE_final.pdf
  6. Energy Brainpool 2017: https://www.energybrainpool.com/fileadmin/download/Studien/Studie_2017-06-22_GP_Studie_Kohleausstieg_EnergyBrainpool.pdf
  7. Climate Analytics (full report): https://climateanalytics.org/media/germany_coalphaseout_report_climateanalytics_final.pdf
    Zusammenfassung Deutsch: https://climateanalytics.org/media/deutsch_extended_executive_summary_final.pdf
  8. DIW: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.596096.de/18-33-1.pdf
  9. NewClimateINnstitute für GP (2016 – alte IPCC Budgets!): https://newclimateinstitute.files.wordpress.com/2016/02/160222_klimaschutz_paris_studie_02_2016_fin_neu1.pdf
  10. Boell: https://www.boell.de/sites/default/files/161103_bb_g_ordnungspolitik_3_pao-yu_oei.pdf?dimension1=division_demo
  11. Strukturwandel Braunkohlereviere: https://www.greenpeace-energy.de/fileadmin/gfx/pressemeldungen/Tarifstart_Solarstrom_plus/Studie_GPE-IOeW_Jobs_BK_u._EE_final.pdf
  12. Klimaschädliche Subventionen FOES: http://www.foes.de/pdf/2017-05-FOES-Studie-Subventionen-fossile-Energien-Deutschland.pdf
  13. Umweltschädliche Subventionen UBA: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/uba_fachbroschuere_umweltschaedliche-subventionen_bf.pdf
  14. EU Directive zum ETS April 2018: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:32018L0410&from=EN
  15. Felix Matthes on CO2 Preis: https://background.tagesspiegel.de/CO2-Preis-jenseits-der-Leerformel
  16. Flachsland at euractiv: https://www.euractiv.com/section/emissions-trading-scheme/opinion/the-case-for-a-price-floor-in-the-eu-ets/
  17. ETS Briefing: http://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/BRIE/2017/595926/EPRS_BRI%282017%29595926_EN.pdf
  18. EU Studie zum Beitrag des ETS zu Em.-red.: https://ec.europa.eu/clima/sites/clima/files/ets/allowances/docs/report_low_carbon_actions20150623_en.pdf
  19. French Study on ETS: http://www2.centre-cired.fr/IMG/pdf/CIREDWP-201348.pdf
  20. IPCC AR5: Arbeitsgruppe 1 SPM Naturwissenschaftl. Grundlagen; https://www.de-ipcc.de/media/content/AR5-WGI_SPM.pdf
  21. IPCC AR5 SYR: https://www.de-ipcc.de/media/content/IPCC-AR5_SYR_barrierefrei.pdf
  22. AR 5 WG2: SPM: https://www.de-ipcc.de/media/content/AR5-WGII_SPM.pdf
  23. AR 5 WG3 SPM: https://www.de-ipcc.de/media/content/AR5-WGIII_SPM.pdf
  24. AR 5 FAQ WG1: https://www.de-ipcc.de/media/content/IPCC_AR5_WGI_FAQ_deutsch.pdf
  25. https://insideclimatenews.org/news/24042019/climate-change-fish-local-extinction-marine-species-hit-harder-land-animals-study-nature
  26. Climate Action Tracker: https://climateactiontracker.org/publications/scalingupeu/
  27. https://climateactiontracker.org/documents/504/CAT_2018-12-06_ScalingUp_EU_ExecSum.pdf
  28. https://climateactiontracker.org/countries/eu/pledges-and-targets/
  29. https://climateactiontracker.org/countries/eu/fair-share/
  30. https://climateactiontracker.org/countries/eu/current-policy-projections/
  31. https://www.vcd.org/startseite/newsroom-uebersicht/vcd-verkehrswende-blog/verkehr-flaechen-gerecht-verteilen/
  32. UBA Daten zum Verkehr 2012 https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4364.pdf
  33. Verkehrsministerium: Mobilität in Deutschland (2019): http://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/infas_Mobilitaet_in_Deutschland_2017_Kurzreport.pdf
  34. IPBES deutsch ECA Zsmfassung: https://www.de-ipbes.de/files/IPBES_Faltblatt.pdf
    (IPBES SPM ECA)
  35. IPBES SPM GLOBAL Ddt. zsmfassung https://www.ufz.de/export/data/2/226932_IPBES-Factsheet.pdf
  36. SPM Englisch full text: https://www.ipbes.net/sites/default/files/downloads/spm_unedited_advance_for_posting_htn.pdf
  37. Hothouse earth paper: https://www.pnas.org/content/115/33/8252
  38. Annotations Hothouse Earth Paper: https://www.pnas.org/content/pnas/suppl/2018/07/31/1810141115.DCSupplemental/pnas.1810141115.sapp.pdf
  39. Emissions Gap Report UN http://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/26895/EGR2018_FullReport_EN.pdf?sequence=1&isAllowed=y
    (SPM) (FULL REPORT)
  40. EU NDC https://www4.unfccc.int/sites/ndcstaging/PublishedDocuments/Austria%20First/LV-03-06-EU%20INDC.pdf
  41. https://ec.europa.eu/clima/citizens/eu_en (Financial support, regulation)
  42. AWI Studie dürren in EUropa https://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=11/2018
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  45. Permafrost in Alpen PERMOS 2005 http://www.permos.ch/downloads/ArtikelPermafrost_VzSB-Jb2005.pdf
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  47. S4F Statement 2018 wetterlage https://www.scientists4future.org/wp-content/uploads/2019/05/Wetter2018-im-Zeichen-des-Klimawandels.pdf (WMO Statement on the state of the global climate in 2018, 2019) (UFZ, 2019)
  48. AWI Studie Jetstream & Wetterextreme & Klimawandel https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/erwaermung-der-arktis-fuehrt-zu-wetterextremen-in-unseren-breiten.html
  49. Wheather extremes linked to stalled rossby waves https://physicsworld.com/a/summer-weather-extremes-linked-to-stalled-rossby-waves-in-the-jet-stream/
  50. WMO Statement on the State of Climate change https://library.wmo.int/doc_num.php?explnum_id=5789
  51. EUI on EU NDC 2020: http://cadmus.eui.eu/bitstream/handle/1814/60628/RSCAS_FSR_RR_2019.pdf?sequence=1&isAllowed=y
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  54. BMU on ESR & lulucf https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/eu-klimapolitik/
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  61. UN development program 1.5°C : https://www.undp.org/content/undp/en/home/librarypage/climate-and-disaster-resilience-/pursuing-the-1-5c-limit—benefits-and-opportunities.html
  62. CAP influence on GHG emissions: https://ec.europa.eu/agriculture/sites/agriculture/files/evaluation/market-and-income-reports/2019/cap-and-climate-evaluation-executive-summary_en.pdf
  63. DIW Studie zur CO2 Steuer: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.635193.de/diwkompakt_2019-138.pdf
  64. IMK CO2 Steuer: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-02-11_methodenkonvention-3-0_kostensaetze_korr.pdf
  65. https://scholar.harvard.edu/files/dschrag/files/156._consequences_of_twenty-first-century_policy_2016.pdf (IPCC WG1) (Consequences of twenty-first-century policy for multi-millennial climate and sea-level change)
  66. IPCC SRLCC SPM: https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2019/08/4.-SPM_Approved_Microsite_FINAL.pdf
  67. leopoldina https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2019_Stellungnahme_Klimaziele_2030.pdf
  68. Öko-Institut im Auftrag von Agora Energiewende: Gutachten CO2 Steuer vs Emissionshandel Zeitlicher & juristischer Rahmen: https://www.agora-energiewende.de/fileadmin2/Projekte/2019/2019-08-ETS-fuer-Waerme-und-Verkehr/159_ETS-fuer-Waerme-und-Verkehr_DE_WEB.pdf
  69. SYR United in Science https://public.wmo.int/en/resources/united_in_science (IPCC SROCC SPM)
  70. QUOTES https://www.smartcitiesdive.com/news/un-we-have-12-years-left-to-take-action-on-climate-change/539104/
    https://www.deutschlandfunk.de/flugverkehr-contra-klimaschutz-atmosphaerische-spannungen.724.de.html?dram:article_id=390693
  71. Abstract https://www.nature.com/articles/s41558-018-0138-5
  72. Bildungsserver Hamburg: https://bildungsserver.hamburg.de/klimawandel/
  73. https://www.klimareporter.de/erdsystem/bei-zwei-grad-erwaermung-gibt-es-jedes-jahr-hitzesommer
  74. https://www.agora-energiewende.de/en/publications/how-to-raise-europes-climate-ambitions-for-2030/
  75. https://www.agora-energiewende.de/veroeffentlichungen/die-oekostromluecke-ihre-strommarkteffekte-und-wie-die-luecke-gestopft-werden-kann/
  76. https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2019/Impuls_zur_aktuellen_klimapolitischen_Debatte.pdf
  77. https://renewables-grid.eu/publications/meta-study-on-decentralisation.html?L=
  78. https://germanwatch.org/de/17281
  79. https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/9261_dena-Leitstudie_Integrierte_Energiewende_lang.pdf
  80. https://germanwatch.org/de/17987
  81. https://www.wwf.de/living-planet-report
  82. https://germanwatch.org/de/17307
  83. https://www.euractiv.com/section/electric-cars/news/electric-car-sales-in-europe-jumped-57-in-q1-2020/
  84. https://www.transportenvironment.org/press/more-half-europeans-want-earlier-end-palm-oil-diesel-%E2%80%93-and-stop-soy-too-poll-finds
  85. https://www.pac-scenarios.eu/scenario-development.html
  86. https://www.pac-scenarios.eu/fileadmin/user_upload/PAC_C1.1_Energy_Demand_Industry.pdf
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